Medizin vor Ort sichern Bodnegg und Neukirch gründen neue Ärzte-Genossenschaft

Bodnegg und Neukirch gründen neue Ärzte-Genossenschaft
Freuen sich auf den gemeinsamen Weg (v.l.n.r): Hermann Roggors (BM Neukirch), Dr. Roman Wolters (Arzt), Dr. Georg Rösch (Arzt), Dr. Hanna Wolters (Ärztin), Dr. Erika Kipp (Ärztin), André Saliger (Diomedes GmbH), Patrick Söndgen (BM Bodnegg) (Bild: ArgenGäu MED eG)
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Die Gemeinden Bodnegg und Neukirch gründen eine medizinische Genossenschaft. Damit soll die hausärztliche Versorgung langfristig gesichert werden.

Mit der Gründung der ArgenGäu MED eG haben die Gemeinden Bodnegg und Neukirch einen wichtigen Schritt zur langfristigen Sicherung der hausärztlichen Versorgung vollzogen. Die Gründungsversammlung fand am 11. Mai 2026 im Rathaus Bodnegg statt.

Hintergrund der Initiative ist die zunehmende Herausforderung, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum dauerhaft sicherzustellen und frühzeitig Nachfolgelösungen für bestehende Arztpraxen zu entwickeln. Beide Gemeinden arbeiten dazu bereits seit längerer Zeit eng mit den örtlichen Ärztinnen und Ärzten zusammen.

„Die Gesundheitsversorgung gehört zur zentralen Daseinsvorsorge. Wir möchten frühzeitig Verantwortung übernehmen, bevor Versorgungsprobleme entstehen“, erklärt Bürgermeister Hermann Roggors aus Neukirch. „Mit der Genossenschaft schaffen wir eine langfristige und regionale Lösung, die den Menschen vor Ort zugutekommt.“

Auch Bürgermeister Patrick Söndgen sieht in der Gründung ein wichtiges Signal: „Die Herausforderungen im Gesundheitswesen können Kommunen und Ärzte nur gemeinsam bewältigen. Die ArgenGäu MED eG verbindet kommunales Engagement mit medizinischer Kompetenz und eröffnet neue Perspektiven für die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum.“ Beide Gemeinderäte stünden zu 100 Prozent hinter dem gemeinsamen Projekt.

Genossenschaft soll MVZ betreiben

Die ArgenGäu MED eG soll künftig als Trägerin Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) auftreten und Ärztinnen und Ärzte anstellen. Nach Angaben der Initiatoren stehen dabei Gemeinwohlorientierung, regionale Verantwortung und nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt. Kurzfristige wirtschaftliche Interessen sollen ausdrücklich nicht im Vordergrund stehen.

Gründungsmitglied Dr. Erika Kipp aus Neukirch betont insbesondere die Chancen für den ärztlichen Nachwuchs: „Viele junge Ärztinnen und Ärzte wünschen sich heute moderne Arbeitsstrukturen, Teamarbeit und mehr Planungssicherheit. Mit der Genossenschaft schaffen wir hierfür attraktive Rahmenbedingungen und sichern gleichzeitig die wohnortnahe Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.“

Auch ihr Kollege Dr. Rösch aus Bodnegg begrüßt die Gründung: „Die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Praxisgrenzen hinweg ist ein wichtiger Schritt. Nur gemeinsam werden wir die medizinische Versorgung im ländlichen Raum dauerhaft sichern können.“

Zu den Gründungsmitgliedern zählt zudem Dr. Wolters, niedergelassener Chirurg aus Ravensburg. „Auch als weiterhin selbstständig tätiger Arzt unterstütze ich die Genossenschaft aus Überzeugung, weil wir gemeinsame Verantwortung für die medizinische Versorgung in unserer Region tragen. Die Genossenschaft schafft zusätzliche Möglichkeiten und stärkt die Versorgung insgesamt“, erklärt Dr. Wolters.

Vorstand gewählt und weitere Schritte geplant

Zum ehrenamtlichen Vorstand der Genossenschaft wurden Bürgermeister Hermann Roggors sowie Dr. Erika Kipp gewählt. Bürgermeister Patrick Söndgen übernimmt die Funktion des Bevollmächtigten der Generalversammlung.

Die laufende Geschäftsführung soll künftig durch den Prokuristen André Saliger vom Beratungsunternehmen Diomedes GmbH unterstützt werden.

Die Initiatoren sehen sich durch aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen bestätigt. Auch die Landesregierung Baden-Württemberg messe genossenschaftlich getragenen Medizinischen Versorgungszentren eine wichtige Rolle bei der Sicherung der flächendeckenden Gesundheitsversorgung bei. Nach dem kürzlich vereinbarten Koalitionsvertrag sollen diese ausdrücklich gefördert werden.

In den kommenden Monaten stehen die Erstellung der Unterlagen für die Gründungsprüfung durch den Genossenschaftsverband, die wirtschaftliche Planung sowie die Vorbereitung der Umwandlung der bestehenden Praxen in Neukirch und Bodnegg in MVZ im Mittelpunkt.

André Saliger sieht in dem Projekt ein Modell mit Signalwirkung: „Gerade im ländlichen Raum braucht es neue und gleichzeitig verlässliche Strukturen für die Gesundheitsversorgung. Die ArgenGäu MED eG kann damit beispielhaft für die ganze Region sein.“

(Quelle: ArgenGäu MED eG)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.