500 Herzkissen für Frauen mit Brustkrebs ans EK Ravensburg gespendet

500 Herzkissen für Frauen mit Brustkrebs ans EK Ravensburg gespendet
Die Schlossverwaltung Weikersheim bei Würzburg, auch zuständig für Schlösser, Burgen und Gärten in Bodensee-Oberschwaben, hat 500 Herzkissen für Frauen mit Brustkrebs an das St. Elisabethen-Klinikum Ravensburg gespendet - und inzwischen etwa 6000 ehrenamtlich selbstgenähte an andere soziale Einrichtungen. (Bild: Oberschwabenklinik)

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Schloss Weikersheim liegt im Main-Tauber-Kreis in der Nähe von Würzburg, 270 Kilometer entfernt. Dennoch stiegen Monika Menth, die Leiterin der Schlossverwaltung, und ihre Mitarbeiterin Carola Rollmann kürzlich in einen Siebeneinhalbtonner, füllten den Lastwagen mit 500 selbstgenähten Herzkissen und machten sich auf die dreieinhalbstündige Reise nach Ravensburg. Dort, am St. Elisabethen-Klinikum, luden sie die Herzkissen in drei riesige Rollwägen um und überreichten die liebevolle Ware an Chefärztin Dr. Martina Gropp-Meier und ihr Team von der Frauenklinik, die sie an Patientinnen mit Brustkrebs weitergeben werden.

An die 6000 Herzkissen haben Monika Menth, Carola Rollmann, Kolleginnen und Frauen aus ihrem Umfeld bereits genäht und verschenkt – an Kliniken in Bruchsal, Karlsruhe, Bamberg und weitere in ihrer Region. Vor sieben Jahren hörten sie erstmals vom „Hearth-Pillow“-Projekt, das ursprünglich aus den USA stammt, und fühlten sich sofort angesprochen und inspiriert, zumal beide selbst betroffene Frauen in ihrer Familie haben, Mutter und Schwester. Auf einer großen Nadelkunstmesse in der historischen Schlossanlage, die alle zwei Jahre stattfindet, machten sie Werbung für das Projekt und baten um Spenden, der Rest war ein Selbstläufer. Schnell fanden sie Mitstreiterinnen für den guten Zweck, inzwischen sind es so viele, dass die 500 Herzkissen für Ravensburg an einem Wochenende fertiggestellt wurden.

Dass Schloss Weikersheim an die Frauen in Oberschwaben denkt, liegt auch an seinen Trägern. „Wir sind eine Landeseinrichtung, zu der 62 Staatliche Schlösser, Klöster und Gärten in Baden-Württemberg gehören und haben auch in Oberschwaben und am Bodensee viele Objekte, etwa Schlösser in Tettnang, Bad Schussenried, auf der Heuneburg, in Meersburg oder Salem. Deswegen sind wir auch dort regelmäßig präsent, und deswegen haben wir auch die Menschen aus Oberschwaben im Blick“, sagt Monika Menth.

Carola Rollmann fügt an: „Jede achte Frau in ihrem Leben bekommt Brustkrebs, das sind Millionen an Schicksälen, das ganze Leben ändert sich dadurch. Wir wollen den Betroffenen zumindest in manchen Momenten helfen, Erleichterung bringen und unsere Solidarität zeigen, zeigen, dass wir bei Ihnen sind und an sie denken.“ Und man habe auf der Fahrt das Gute mit dem Nützlichen verbinden können. „Wir haben in Aalen Zwischenhalt gemacht und uns neue, medizinisch hochwertige Füllwatte besorgt, die uns ein Unternehmen zum Selbstkostenpreis überlässt, haben im Kloster Bad Schussenried noch Stellwände geholt und sind dann nach Ravensburg.“

Chefärztin Dr. Martina Gropp-Meier, Oberärztin Dr. Agatha Rack und Stationsleiterin Maria Bartha nahmen die aufwändig bestickten, kunstvollen Kissen in Empfang und dankten den Schlossfrauen aus ganzem Herzen. „Diese Kissen helfen unseren Patientinnen mit Brustkrebs sehr, nicht nur emotional und psychisch, weil die Frauen die Anteilnahme spüren, sondern auch körperlich. Die Kissen lindern die Schmerzen, Schwellungen und Spannungen im Bereich der Achselhöhle, unter denen die meisten Patientinnen in den Tagen nach einem chirurgischen Eingriff zu Beginn leiden. Durch die Lagerung des Arms auf das Kissen lässt der Schmerz nach“, sagte Dr. Gropp-Meier. Herzkissen seien eine große Erleichterung für ihre Patientinnen, und auch ein Seelentröster. „Wir freuen uns über jedes Kissen, das wir bekommen. Wir wissen, wie viel Liebe und Mitgefühl in dieser Arbeit stecken. Fast jeder kennt ja in seinem Freundeskreis oder in seiner Familie Menschen, die betroffen sind.“

Eine Frau, die für sie nähe, erzählen Monika Menth und Carola Rollmann noch, sei weit über 90 Jahre alt und so gut wie blind. „Aber wenn wir uns für die Handarbeit verabreden, will sie keinen einzigen Termin verpassen. Weil sie nicht mehr nähen kann, füllt sie eben einfach ohne Pause die Watte in die Kissen. Das zeigt, mit welcher Hingabe unsere Frauen bei der Arbeit sind.“

Idee Herzkissen

Die Idee des Nähens und Spendens von Herzkissen stammt ursprünglich aus den USA. Die dänische Krankenschwester Nancy Friis-Jensen brachte die Aktion 2006 von dort aus nach Europa und gründete das „Heart Pillow Project“, um sie auch hierzulande zu verbreiten.

(Pressemitteilung: Oberschwabenklinik)