Sozialminister Oliver Hildenbrand hat das ZfP Südwürttemberg in Weissenau besucht. Im Mittelpunkt standen Versorgung, Maßregelvollzug und aktuelle Herausforderungen.
Der Termin bildete die letzte von insgesamt vier Stationen des Sozial-, Gesundheits- und Arbeitsministers bei den Zentren für Psychiatrie. Gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Ministerium nahm sich Hildenbrand Zeit für Gespräche mit der ZfP-Leitung und einen ausführlichen Rundgang über das Klinikgelände.
ZfP-Geschäftsführer Dr. Paul Lahode begrüßte den Minister und hob die angenehme und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Ministerium hervor. Besonders erfreulich sei, dass Hildenbrand den Wunsch geäußert habe, möglichst viel vom Standort und der praktischen Arbeit vor Ort kennenzulernen.
Persönliche Verbindung zur Psychiatrie
Für Hildenbrand hatte der Besuch auch eine persönliche Komponente. Ein Freiwilliges Soziales Jahr im ZfP Emmendingen habe ihn nachhaltig geprägt und sei mitentscheidend für seine spätere Studienwahl Psychologie gewesen.
Den Themen der ZfP-Gruppe fühle er sich daher bis heute verbunden. Die Zentren für Psychiatrie seien wichtige Akteure in der Versorgung und zugleich bedeutende Arbeitgeber im Gesundheitswesen. Besonders wichtig sei ihm, Einrichtungen selbst zu erleben: „Etwas mit eigenen Augen gesehen zu haben, verändert den Blickwinkel.“
Versorgung und Investitionen im Gespräch
Im anschließenden Austausch standen die aktuellen Rahmenbedingungen psychiatrischer Versorgung im Mittelpunkt. Thematisiert wurden unter anderem Investitionen, wirtschaftliche Entwicklungen, Aus- und Weiterbildung sowie die Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen.
Prof. Dr. Iris Tatjana Graeff-Callies gab Einblicke in das Versorgungsspektrum und das Transformationsprojekt BEREIT. Dabei machte das ZfP deutlich, seine fachliche Expertise auch künftig in gesundheitspolitische Entwicklungen einbringen zu wollen. „Wir sind jederzeit ansprechbar und verfügen über viel Erfahrung und Fachwissen“, betonte Lahode.
Maßregelvollzug vor Herausforderungen
Ein weiterer Schwerpunkt war der Maßregelvollzug. Ärztliche Direktorin Dr. Roswita Hietel-Weniger berichtete von den in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Belegungszahlen und den damit verbundenen Herausforderungen.
Im Gespräch ging es um den notwendigen Ausbau von Kapazitäten und die langfristige Weiterentwicklung der forensischen Versorgung. Hildenbrand unterstrich die Bedeutung des Maßregelvollzugs und den Rückhalt für die dort Beschäftigten. Auch die Gemeindepsychiatrie und die Teilhabe psychisch erkrankter Menschen am Arbeitsleben kamen zur Sprache.
Einblicke in die praktische Arbeit
Anschließend führte Jasmin Werner, Assistentin der Regionaldirektion, die Gäste über das Klinikgelände und zu verschiedenen Bereichen und Angeboten des Standorts. Zu sehen waren unter anderem die psychiatrische Notfallversorgung und die Räume für Elektrokonvulsionstherapie.
Eine Virtual-Reality-Anwendung in der Traumatherapie zeigte beispielhaft, wie Patienten belastende Situationen in einer geschützten und kontrollierten Umgebung therapeutisch erproben können. Vorgestellt wurden außerdem Angebote der Suchtmedizin und das Projekt „Stark im Sturm“ für Kinder psychisch oder suchtkranker Eltern.
Zum Rundgang gehörten auch die Bibliotheken des ZfP, die in den historischen Räumen des ehemaligen Klosters untergebracht sind und einen besonderen Einblick in die Geschichte des Standorts geben.
Zum Abschluss bedankte sich Hildenbrand für die offenen Gespräche und die vielfältigen Einblicke. Besonders richtete er seine Wertschätzung an die Mitarbeitenden. Deren tägliche Arbeit sei anspruchsvoll und von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Fachkompetenz, Engagement und Empathie seien an vielen Stellen des Besuchs deutlich spürbar gewesen.
(Quelle: ZfP Südwürttemberg)