Vernissage „Bilder aus dem Frauen- und Kinderschutzhaus“

Der Chor „Sisters of Lord“ umrahmte die Eröffnung der Vernissage in der Galerie im Kornhaus.
Der Chor „Sisters of Lord“ umrahmte die Eröffnung der Vernissage in der Galerie im Kornhaus. (Bild: Maria Hönig)

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Fast 50 Personen waren gekommen, um sich die Vernissage zur Ausstellung „Bilder aus dem Frauen- und Kinderschutzhaus“ in der Leutkircher Galerie im Kornhaus anzuschauen.

Darunter waren auch einige Männer und sogar Kinder – aber größtenteils waren es Frauen. Sie sind denn auch die Hauptbetroffenen von häuslicher Gewalt, und für sie gibt es das Frauenhaus mit Beratungsstellen in Ravensburg und Wangen.

Seit einigen Jahren bietet die Psychotherapeutin Heidelinde Notter dort in einer eigenen Werkstatt begleitetes Malen an. Es dient der Vergangenheitsbewältigung und bietet gleichzeitig Stärkung für die Gegenwart und die Zukunft. So sind die Bilder keineswegs durchweg düster und niedergeschlagen, wie man es bei dem Thema durchaus erwarten könnte.

Viele Bilder strahlen die reine Zuversicht aus. Und zuversichtlich und positiv lesen sich auch die Antworten auf verschiedene Fragen, die ebenfalls Teil der Ausstellung sind. Frauen wie auch deren Kinder, die einmal im Frauenhaus gewohnt hatten, wurden beispielsweise gefragt: „Was hat mir in schwierigen Situationen Kraft gegeben?“ oder „Was möchte ich anderen Kindern und Jugendlichen mitteilen, die im Frauenhaus leben?“ und  „Wie ist mein Leben jetzt?“ Die Antwort einer heute 22-jährigen, die als Kind mit ihrer Mutter im Frauenhaus war, lautet: „Mein Leben ist jetzt wieder ein Leben.“

Wie es passiert, welcher Weg hin zu handfester häuslicher Gewalt führt und warum die erste Warnzeichen in dem Moment keineswegs so klar erkennbar sind wie sie im Nachhinein vielleicht scheinen, das erläuterte die Kinder-, Jugend- und Familienbeauftragte der Stadt Leutkirch Carmen Scheich eindrucksvoll in ihrem Grußwort.

Anschließend erklärte Petra Lutz von der Beratungsstelle Wangen die Ausstellung für eröffnet. Der Chor „Sisters of Lord“ aus Wangen umrahmte die Veranstaltung eindrucksvoll.

Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Dezember zu den Öffnungszeiten der Bibliothek im Kornhaus zu sehen (Mo: 9 – 18 Uhr, Mi: 12 – 14 Uhr, Do: 10 – 12 und 14 – 18 Uhr, Frei: 14 – 18 Uhr, Sa: 10 – 12 Uhr).

Die Beratungsstelle Wangen ist erreichbar unter der Telefonnummer 07522 90 99 598 und bietet seit kurzem auch Termine in Leutkirch an. Die Beratung ist kostenlos.

(Pressemitteilung: Stiftung St. Anna)