Lindau/Bodensee (nk) – Nach den zuletzt sehr trockenen Jahren 2018, 2019, aber auch 2020, herrschte in den tieferen Bodenschichten in einigen Landesteilen eine extreme Dürre. Flüsse und Seen führten mitunter außergewöhnliches Niedrigwasser und die Böden waren teils stark ausgetrocknet. Doch wie sieht es nun am Ende dieses Winters aus? Teilweise schon enorme Schneemassen fielen in Deutschland Mitte und im nördlichen Bereich, auch die Südhälfte bekam einiges an Niederschlägen ab. Doch konnte die Trockenheit vermindert werden?
Zunächst blicken wir mal in die Trockenheit in 25cm Tiefe.
Dabei befinden sich auf dieser Karte viele weiße Farbflächen, die für eine gesättigte Erde in dieser Tiefe betrifft.

Jedoch kann man auch gut erkennen, dass sich beispielsweise in Bayern noch punktuell gelbe bis gar leicht orangene Farbtöne aufhalten, die für eine leichte Trockenheit in 25cm stehen. Auch in Teilen Niedersachsens, Thüringen, Sachsen-Anhalt und im Norden Hessens herrschen in dieser Tiefe nach wie vor etwas zu trockene Erdböden.
Und nun werfen wir einen Blick auf die vielerorts verbreitete Trockenheit in 1,8m Tiefe unter dem Erboden.
Die roten bis teilweise sogar dunkelroten Farbflächen sind weiterhin vielfach vorhanden und zeigen, dass in einigen Landesteilen immer noch eine ziemlich große Dürre herrscht.

Der Regen, der im Jahr 2019 und 2020 durchaus häufiger fiel als im Jahr 2018, konnte das Wasser vielerorts nicht bis in die tieferen Bodenschichten verarbeiten. Die größte Trockenheit herrscht dabei im Osten des Landes, wobei mitunter auch weite Teile Frankens in Bayern und das nördliche Hessen stark betroffen sind. Auch punktuell im Südwesten und in einigen Teilen Niedersachsens herrscht in dieser Tiefe eine ausgeprägte Trockenheit.
Ausgespart bleiben hierbei gerade einmal die Küsten von der Nordsee und der Alpenrand. Am Bodensee sind die Böden also derzeit ziemlich gut und ausreichend mit Feuchtigkeit gesättigt, wobei sich dies relativ schnell ändern könnte, falls die nächsten Monate zu trocken ausfallen. Im äußersten Westen des Bodensees herrscht hingegen eine marginale Trockenheit.
Doch was bringt uns denn der März, April und der Mai, die meteorologischen Frühlingsmonate an Niederschlägen? Könnte sich die teils stark vorhandene Trockenheit in einigen Teilen Deutschlands verstärken oder kann sie sich aufgrund von zu nassen Verhältnissen abschwächen?
Der Blick auf die Karte des amerikanischen Wettermodells NOAA zeigt recht eindrucksvoll: Die Trockenheit scheint sich wohl in den tieferen Bodenschichten nach dieser Karte zu verschärfen. Auch in diesem Frühling wird derzeit verbreitet mit leicht zu trockenen Verhältnissen im Vergleich zum Klimamittel aus den Jahren 1999 bis 2010 gerechnet. Örtlich sind sogar deutlichere Niederschlags-Defizite zu sehen, die sich mitunter auch über dem Bodensee befinden. Demnach müsste man sich auch in unseren Gebieten rund um den Bodensee auf trockenere Erdböden einstellen, wobei es natürlich nur eine einzige Modellberechnung ist.
Wie sich diese Trockenheit in Deutschland und am Bodensee weiterentwickelt, behalten wir natürlich im Auge.