Ein Frankfurter Architekturbüro gestaltet die Zukunft von Lindau-Zech. Ihr Entwurf für ein grünes, autofreies Stadtquartier hat die Jury überzeugt.
Die Entscheidung ist gefallen: Das Architekturbüro schneider + schumacher (s+s) aus Frankfurt hat gemeinsam mit Carla Lo Landschaftsarchitektur aus Wien den ersten Platz im Wettbewerb um die Zukunft des Zechwald-Areals in Lindau-Zech gewonnen.
Am Mittwochabend wurden die Preisträger in feierlichem Rahmen in der hinteren Halle des Areals bekanntgegeben – durch Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons und Manuel Weiner, Projektverantwortlicher beim Vorhabenträger Rhomberg Bau. Die Veranstaltung markierte zugleich den Auftakt zur öffentlichen Ausstellung aller Entwürfe. Interessierte können diese noch bis 24. Juli jeweils montags bis mittwochs von 14.30 bis 17 Uhr besichtigen.
Städtebauliche Qualität trifft Holzbau-Innovation
„Insgesamt überzeugt der Entwurf durch eine sehr hohe städtebauliche Qualität mit robusten Baukörpern und einem großen Potenzial in der gut gestalteten Umsetzung des Holz-Systembaus“, zitierte Juryvorsitzende Prof. Lydia Haack das Votum der 13-köpfigen Jury. Das Team von s+s zeigte sich begeistert über den Erfolg. Gordan Dubokovic aus der Geschäftsleitung sagte: „Wir haben uns wahnsinnig gefreut, bei diesem Wettbewerb das Gewinnerkonzept zu sein. Ein solches Quartier entwickeln zu dürfen, noch dazu in Holzbauweise, ist eine große Freude.“
Urbanes Zentrum mit Wohnraum und Gewerbe
Der Entwurf sieht vor, das Zechwald-Areal als autofreies und durchgrüntes Stadtquartier mit über 50.000 m² Bruttogeschossfläche zu gestalten. Geplant sind rund 300 Wohneinheiten sowie etwa 12.000 m² für Gewerbe, um dem Areal eine urbane Mitte zu verleihen.
An der Bregenzer Straße sollen drei vier- bis siebengeschossige Gebäude als Lärmschutzriegel entstehen, die unter anderem einen Mobility Hub, Büros, ein Ärztehaus, Nahversorgung sowie ein Boarding House und Werkstätten beherbergen.
Dahinter schließen sich fünf offene, hofartige Gebäudeblöcke an. Diese bieten Platz für Wohnen, Gastronomie, Gemeinschaftsräume und soziale Einrichtungen. Auch eine zweigeschossige Kita ist vorgesehen. Im Osten ist eine grüne Verbindung zum Kopernikusplatz geplant. Zudem soll die Leiblachstraße als Spielstraße ins Konzept integriert werden.

Beteiligung als Schlüssel zum Erfolg
Projektleiter Manuel Weiner betonte die Relevanz des Beteiligungsprozesses: „Der Sieger-Entwurf zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er den Stadtteil vernetzt und versorgt und somit das neue Quartier die Lebens- und Arbeitsverhältnisse im Stadtteil maßgeblich und positiv prägen wird.“ Er hob hervor, dass in diesem Verfahren nicht nur viele Perspektiven zusammengeführt wurden, sondern auch die Stimmen aus der Bürgerschaft sichtbare Spuren im Entwurf hinterlassen haben.
Klimagerechtes Quartier der Zukunft
Auch in puncto Nachhaltigkeit überzeugte der Entwurf. Ziel ist eine weitgehende CO₂-Neutralität. Geplant sind unter anderem Photovoltaikanlagen, Nahwärme aus regenerativen Quellen wie Geothermie oder Pellets, eine intelligente Gebäudetechnik, sommerlicher Wärmeschutz sowie eine zentrale Lüftungsstrategie mit Wärmerückgewinnung. Alle Neubauten sind als Holz-Hybrid-Konstruktionen im Systembau konzipiert.
Die Jury lobte: „Hinsichtlich Klimaanpassung und Nachhaltigkeit bietet der Entwurf mit seinem hohen Grünanteil, schattenspendenden Bäumen, Biodiversitäts- und Retentionsflächen lobenswerte Ansätze.“
Auch Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons zeigte sich zufrieden: „Der Siegerentwurf überzeugt durch seine intelligente Verbindung von Wohnen, Arbeiten und gemeinschaftlichem Leben. Damit können wir das Zechwald-Areal weiter zu einem lebendigen, klimagerechten Stadtteil mit hoher Gestaltungsqualität und guten Freiräumen entwickeln.“
Wettbewerb und Ausblick
Insgesamt hatten sich zwölf Architekturbüros beteiligt. Den zweiten Platz belegte die CKRS Architektengesellschaft mbH mit A24 Landschaftsarchitekten aus Berlin. Dritter wurde die Stuttgarter UTA Architekten und Stadtplaner GmbH mit Hannes Hörr Landschaftsarchitektur. Anerkennungen gingen an das Kopenhagener Büro ADEPT, die ARGE HK Architekten/JK+P sowie Uniola.
„Wir werden uns zeitnah mit dem Gewinnerteam zusammensetzen und den Entwurf gemeinsam weiter optimieren – etwa, was die Zahl der Autostellplätze und die Flächen zur gewerblichen Nutzung betrifft“, so Weiner. Anschließend kann der Lindauer Stadtrat den Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan fassen, der zusammen mit der Verwaltung ausgearbeitet wird. Der Satzungsbeschluss dieses Plans würde dann den offiziellen Startschuss zur Entwicklung geben. Ein möglicher Baustart ist für 2028 vorgesehen.
Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.
(Quelle: Rhomberg Bau Holding GmbH)