Beim IHK-Neujahresempfang in Lindau standen die Herausforderungen wie auch die Chancen für die regionale Wirtschaft im Mittelpunkt der Ansprachen. Über 200 Gäste waren zur traditionellen Veranstaltung ins „Forum am See“ auf der Lindauer Insel gekommen. Hauptredner war der Ressortleiter der ARD-Finanzredaktion, Markus Gürne.
Der „Neujahrsempfang der Lindauer Wirtschaft“, alljährlich veranstaltet von der IHK Schwaben, gehört seit jeher zu den gesellschaftlichen Höhepunkten in der Insel- und Gartenstadt. Die Gästeliste liest sich wie ein „Who is Who“ aus dem Landkreis Lindau und darüber hinaus – sie ist gespickt mit bekannten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Mit dabei sind aber auch stets zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen aus kleineren Betrieben sowie Vereinen und Verbänden.
Neuer IHK-Präsident auf Antrittsbesuch
Bei der anfänglichen Talkrunde mit den Spitzen der IHK Schwaben konnte der Vorsitzende der Regionalversammlung Lindau-Bodensee, Rolf Thomann, auch den „frisch gewählten“ IHK-Präsidenten Reinhold Braun begrüßen. Dieser rückte die großen 3 B’s – Bilden, Bündeln und Beraten – und damit auch die wesentlichen Aufgaben und Ziele der IHK Schwaben in den Mittelpunkt seines Statements. Insbesondere die Aus- und Weiterbildung sei ein ganz wichtiger Eckpfeiler, um die aktuell wie auch künftig größte Herausforderung zu meistern, sprich den Fachkräftemangel.
Auch Dorothee Buhmann, ebenfalls neu gewählt als stellvertretende IHK-Präsidentin wie auch stellvertretende Regionalvorsitzende für den Landkreis Lindau, bezeichnete Bildung und Ausbildung als Schwerpunkte ihrer Arbeit. Ferner möchte sie das Thema Standortsicherung in den Fokus rücken, sowohl im Präsidium in Augsburg als auch vor Ort, insbesondere im Westallgäu. Damit will Buhmann die Arbeit ihres Vorgängers, Thomas Holderried, fortsetzen. Dieser wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs für sein langjähriges Engagement in der Interessensvertretung mit dem Ehrenvorsitz der Regionalversammlung geehrt.


Europa muss sich neu aufstellen
Großen Applaus und Zuspruch gab es für Markus Gürne, der in seinem Gastvortrag der Frage „In welcher Welt wollen wir leben?“ nachging. Darin machte der ARD-Moderator – bekannt vor allem aus der Sendung „Wirtschaft vor acht“ – klar, vor welch großen Herausforderungen Europa in den kommenden Jahren steht. Mehr denn je würden die großen Vier, sprich China, Indien, Russland und die USA die Weltpolitik und die Märkte dominieren, während europäische Interessen immer weiter in den Hintergrund gerieten.
Bezogen auf Deutschland hieße das, so Gürne weiter, dass zwar Produkte „Made in Germany“ weiterhin gefragt seien und auch gekauft würden, die heimische Wirtschaft jedoch durch den zunehmenden Protektionismus auf den Weltmärkten immer öfter außen vor bleibe. Daher gelte es, die Innovationsfähigkeit und Flexibilität der deutschen, besonders der mittelständischen Unternehmen zu stärken, etwa beim Thema Transformation und Energiewende. Gleichzeitig müsse aber die überbordende Bürokratie hierzulande schleunigst abgebaut werden. Und wenn all diese Maßnahmen noch begleitet würden von massiven Investitionen, käme auch „unsere Wirtschaft“ wieder in Fahrt. Denn Geld wäre reichlich vorhanden, schließlich würden die Deutschen über private Vermögen im Ausmaß von 7,8 Billionen Euro (!) verfügen, erinnerte der Börsenfachmann.
„Mister IHK“ vor dem Ruhestand
Im Anschluss an das Referat hatte IHK-Regionalvorsitzender Thomann für die Gästeschar noch eine überraschende Nachricht parat: Markus Anselment, Regionalgeschäftsführer der IHK-Bezirke Lindau und Memmingen, wird nach 36 Jahren Tätigkeit für die IHK Ende März in den Ruhestand gehen. Als Nachfolgerin stellte Anselment (alias „Mister IHK“) seine „Wunschkandidatin“ vor: Annalena Haußer – sie gehört seit 2020 zur IHK-Familie.


Regionalgeschäftsführer Markus Anselment (alias „Mister IHK“ / links im Bild mit Rolf Thomann) verabschiedet sich Ende März in den Ruhestand – Nachfolgerin wird Annalena Haußer (rechtes Bild). (Bild: Ulrich Stock)
Umrahmt wurde der Neujahrsempfang mit künstlerischen Einlagen von Alla Denisova, einer Ukrainerin aus Leipzig, die mit einer Lichtshow, vor allem aber mit Sand-Malerei die Gäste begeisterte. Im Zusammenspiel von Musik und Licht malte sie am Leuchttisch verschiedene Sand-Bilder, die zeitgleich auf eine große Leinwand projiziert wurden.







