Prioritäten setzen: Stadt Lindau plant umfassendes Instandhaltungsmanagement

Prioritäten setzen: Stadt Lindau plant umfassendes Instandhaltungsmanagement
Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons blickt gemeinsam mit Stadtbaumeister Kay Koschka (Mitte) und Hilmar Ordelheide, Leiter der Abteilung Hochbau, auf die umfassende Prioritätenliste. (Bild: Stadt Lindau)

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Ob Hoyerbergschlössle oder Villa Schnakenburg, die Instandhaltung und Bewirtschaftung städtischer Gebäude sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen und kritische Rückfragen. Insgesamt unterhält die Stadt Lindau rund hundert Liegenschaften. Darunter sind Schulen, Kindertagesstätten, ein Museum und Theater, Schanzen, Türme und weitere Baudenkmäler. Diese kontinuierlich und angemessen zu erhalten, ist eine große Herausforderung.

Nun stehen bei den städtischen Gebäude in den nächsten Jahren zusätzliche große Herausforderungen an: In Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen müssen neue Raumkonzepte umgesetzt werden, der Handlungsbedarf in Sachen Brandschutz und Barrierefreiheit wächst, die Prüfungs- und Dokumentationspflichten vor allem bei technischen Anlagen steigen und die Gebäude sollen bis 2035 klimaneutral werden. Und das alles mit knappen finanziellen Mitteln.

„Wir brauchen einen festen Fahrplan, wie wir all unseren städtischen Gebäuden verlässlich nach und nach Rechnung tragen können. In Wangen stand man vor demselben Problem und hat nun schon seit vielen Jahren ein verbindliches Instandhaltungsmanagement. Ich bin dankbar, dass sich das Team des Bauamts mit den Kollegen der Stadt Wangen zu deren Vorgehensweise ausgetauscht hat. Das ist ein sehr gutes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit“, sagt Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons.

Um die anstehenden Aufgaben bewerkstelligen zu können, soll künftig ein verbindliches Instandhaltungsmanagement für städtische Gebäude mehr Planungssicherheit bieten. Herausfordernd ist, dass die Bewirtschaftung der städtischen Immobilien organisatorisch auf verschiedene Ämter aufgeteilt ist. Die zahlreichen Schnittstellen machen Abstimmung und Kommunikation aufwändig. Deshalb soll dieser Bereich in der Stadtverwaltung weiterentwickelt werden.

Prioritätenliste der städtischen Liegenschaften erarbeitet

In aufwändiger Detailarbeit hat die Abteilung Hochbau des Bauamts der Stadt Lindau jetzt eine umfassende Datengrundlage erstellt, die alle städtischen Liegenschaften analysiert, bewertet und die Ergebnisse grafisch aufbereitet. Die erarbeitete „Prioritätenliste“ stellt die Funktion der Gebäude dar und verdeutlicht, bei welchen Gebäuden Handlungsbedarf besteht.

Der Leiter der Abteilung Hochbau Hilmar Ordelheide betont: „Ziel ist es, alle städtischen Liegenschaften gesamtheitlich zu betrachten und die dann beschlossene Vorgehensweise von Verwaltung und Stadtrat langfristig und konsequent zu befolgen.“ Die Prioritätenliste soll als Grundlage für den Konsolidierungsprozess, für zukünftige Projektentscheidungen und für die organisatorische Weiterentwicklung verwendet werden.

Dafür hat das Bauamt die städtischen Objekte in fünf Kategorien eingeteilt – von umfassenden Sanierungsprojekten mit großem Umfang bis hin zu Gebäuden ohne akuten Handlungsbedarf.

Die Kategorisierung der einzelnen Liegenschaften stellt das Bauamt in der öffentlichen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Donnerstag, 11. Januar, ab 16:30 Uhr vor. Es handelt sich um den Nachholtermin der krankheitsbedingt abgesagten Sitzung im Dezember.

In der Sitzung soll der Bau- und Umweltausschuss auch beschließen, ob die Neukonzeption und die Gesamtsanierung der Schulbauprojekte Mittelschule, Grundschule Hoyren und Grundschule Aeschach die höchste Priorität erhalten und ob der Zustand der Dächer und Dachstühle des Zeughaus und des Stadttheaters erhoben werden soll, um die Dringlichkeit einzuordnen.

(Pressemitteilung: Stadt Lindau)