Eisflächen Lebensgefahr auf tückischem Eis: Das sollten Sie wissen

Lebensgefahr auf tückischem Eis: Das sollten Sie wissen
Nach mehreren frostigen Tagen und Nächten sind einige kleinere Seen und Weiher in der Region teilweise zugefroren. Jedoch ist die Eisschicht oft noch zu dünn. Sie zu betreten kann Lebensgefahr bedeuten. (Symbolbild: Maryviolet / iStock / Getty Images Plus)

Nach mehreren frostigen Tagen und Nächten sind einige kleinere Seen und Weiher in der Region teilweise zugefroren. Jedoch ist die Eisschicht oft noch zu dünn. Sie zu betreten kann Lebensgefahr bedeuten. Die Wasserwacht Lindau und die DLRG warnen eindringlich vor dem Betreten.

Jetzt ist die Zeit, da Eisflächen viele Menschen zum Schlittschuhfahren und Schlittern auf zugefrorene Seen und Weiher locken. Viele unterschätzen dabei die drohende Gefahr. Auch wenn eine Eisdecke geschlossen wirkt, kann sie an vielen Stellen brüchig oder unterschiedlich dick sein.

Kleine Weiher sind besonders tückisch

Besonders gefährlich sind ungleichmäßige Eisdicken, Strömungen unter der Wasseroberfläche sowie Zuflüsse und Pflanzen, die das Eis von unten schwächen können. Dadurch kann es auch ohne Vorwarnung zu einem Einbruch kommen, heißt es seitens der Wasserwacht Lindau.

Benjamin Deuring, Vorsitzender der Wasserwacht Ortsgruppe Lindau, erklärt: „Gerade kleine Weiher sind extrem tückisch. Das Eis wirkt stabil, kann aber jederzeit einbrechen. Wir raten dringend davon ab, Eisflächen zu betreten – es besteht akute Lebensgefahr.“

Appell auch an Hundehalter

Die Wasserwacht appelliert außerdem an Hundehalter, ihre Tiere unbedingt angeleint zu führen. Hunde laufen häufig unbemerkt auf das Eis, wodurch Menschen bei Rettungsversuchen selbst in gefährliche Situationen geraten können. Im Falle eines Eisunfalls sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden. Eigene Rettungsversuche ohne Sicherung können lebensgefährlich sein.

Wer sich bereits auf dem Eis befindet und Risse bemerkt, sollte laut DLRG Bayern nicht den direkten Weg zum Ufer nehmen, sondern schleunigst exakt so zurückgehen, wie man gekommen ist. Denn auf dieser Route hat das Eis einen ja bereits getragen.

Tipps von der DLRG Bayern:

• Erst ab ca. 15 cm Eisdicke gilt das Eis als relativ sicher, abhängig von Art und Zustand des Gewässers

• Verlass dich nicht auf andere Fußspuren
• Halte Abstand vom Ufer-Eis
• Informiere dich vorher über die Eisdicke (z. B. bei örtlichen Gemeinden, Feuerwehr oder Eisdienst-Webseiten)

Wer beobachtet, dass jemand eingebrochen ist, sollte nach dem Absetzen des Notrufs vom Ufer aus versuchen, mit Hilfsmitteln wie Ästen, Brettern oder Leitern zu helfen. Erst wenn das nicht geht: mit Sicherheitsabstand flach liegend auf das Eis und der eingebrochenen Person etwas zuwerfen, an dem sie sich festhalten und herausziehen kann – etwa einen Schal, eine Jacke oder einen Gürtel. Ein Schlitten, der an der Leine gehalten wird, kann ebenso nützlich sein wie Rettungsringe, die an vielen Seen vorhanden sind. Wichtig: Die Helfenden müssen das Objekt loslassen können.

Lebenswichtige Maßnahmen direkt nach der Rettung

Nach einer Rettung aus dem Eiswasser sollte das Opfer sich möglichst wenig bewegen oder bewegt werden „um zu vermeiden, dass das kalte Blut aus den Armen und Beinen in den Körperstamm reinschießt und einen Herzinfarkt verursacht, weil das Herz mit dem kalten Blut nicht klarkommt“, so die DLRG. Auch wenn der Unfall scheinbar glimpflich ausgegangen ist, muss wegen dieser Gefahr immer der Rettungsdienst die weitere Behandlung übernehmen.

So sollte der oder die Betroffene bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit warmen Kleidern oder einer Rettungsdecke umhüllt werden. Dadurch wird weiteres Auskühlen vermieden.

Weitere ausführliche Tipps gibt`s bei der Apotheken-Umschau.

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