Traditionelles Lindauer Kinderfest Knapp 2000 Kinder versammelten sich zum Festakt vor dem Alten Rathaus

Knapp 2000 Kinder versammelten sich zum Festakt vor dem Alten Rathaus
1.918 Kinder versammelten sich mit ihren Lehrern in einem bunten Festzug aus allen Stadtteilen vor das Alte Rathaus auf der Insel zum großen Festakt. (Bild: Wilfried Vögel)

Auf eine 368-jährige Tradition kann das Lindauer Kinderfest zurückblicken. Es entstand auf Anregung des Rechtsgelehrten Valentin Heider nach den Schrecken der Dreißigjährigen Krieges. Das Fest gehört zu den traditionsreichsten und ältesten Kinderfesten in Schwaben.

Heute zogen 1.918 Kinder mit ihren Lehrern in einem bunten Festzug aus allen Stadtteilen vor das Alte Rathaus auf der Insel zum großen Festakt. Mädchen mit hübschen Kleidern oder im Dirndl und Blumenkränzen und –bögen, die Buben mit feschen Hemden, viele mit Lederhosen und natürlich den Fahnen boten ein farbenfrohes Bild.

In der Nacht zuvor hatte es noch stark geregnet und gestürmt. Da wurden bei so manchen alten „Kinderfestlern“ noch böse Erinnerungen an verregnete Kinderfeste in der Vergangenheit wach.

Aber pünktlich zum Festzug und –akt hatte der Wettergott ein Einsehen. Die Wolken lichteten sich und ein paar Minuten lang kam sogar die Sonne zum Vorschein.

Mit der „Lindauer Nationalhymne“ „Lindau hoch“ begann der Festakt. Dann begrüßte Mathias Hotz, erster Bürgermeister in Vertretung von Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons (sie befindet sich nach der Geburt ihrer zweiten Tochter im Mutterschutz) die fröhliche Schar, die von Musikkapellen, Fanfaren- und Trommlerzügen aus Lindau begleitet wurde.

Musikalische Unterstützung gab es von der Jugendkapelle Lindau vor dem Rathaus.
Musikalische Unterstützung gab es von der Jugendkapelle Lindau vor dem Rathaus. (Bild: Wilfried Vögel)

Hotz bedankte sich bei den vielen Helfern, die das größte Lindauer Fest erst möglich gemacht hätten. Sein Gruß galt auch den zahlreichen Ehrengästen, unter ihnen Lindaus Ehrenbürgerin Anneliese Spangehl, die es sich trotz ihrer 96 Lebensjahre nicht nehmen ließ, auf der Festtreppe am Alten Rathaus das Geschehen zu verfolgen.

Der Bürgermeister erinnerte an die Anfänge des Kinderfestes und die damals herrschende Not. Nicht unerwähnt blieb natürlich, dass es derzeit mitten In Europa auch wieder Krieg gibt.

Immer wieder ließ Hotz nach mahnenden Worten Lindau hoch leben. Kinder des Stadtteiles Reitnau, der heuer den Festzug anführen durfte, statten den Dank an die Organisatoren in Gedichtform ab. Dabei war es mucksmäuschen still auf dem Platz, der von Tausenden Besucher gesäumt wurde.

Nach der dritten Strophe der Nationalhymne entließ Hotz die Kinder in die einzelnen Stadtteile, wo das Fest mit Spielen und vielen anderen, meist traditionellen Kinderbelustigungen am Nachmittag fortgesetzt wird.

Trommlerspielzug auf dem Lindauer Kinderfest.
Trommlerspielzug auf dem Lindauer Kinderfest. (Bild: Wilfried Vögel)

Vorher gab es für die Kinder noch die traditionelle Butschelle, ein süßes Hefegebäck und den typischen Lindauer Doppelschübling.