Ortsverwaltung Dettingen-Wallhausen im Blickpunkt

Ortsverwaltung Dettingen-Wallhausen im Blickpunkt
Im Bürgersaal unter dem Dach tagt auch der Ortschaftsrat. Im Bild ist ein Teil der Ortsverwaltung zu sehen: (von links) Verwaltungsleiter Jürgen Morgen, Katja Martello, Corinna Lerner und Ortsvorsteher Roger Tscheulin. Am Fototermin verhindert waren Sylvia Madl und Beatrix Borgmann. (Bild: Stadt Konstanz)

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Die drei Konstanzer Teilorte Litzelstetten, Dingelsdorf und Dettingen-Wallhausen besitzen nicht nur eine, aus ihrer Historie gewachsene, eigene Identität. Sie haben auch eigene Ortschaftsräte mit einem Ortsvorsteher und Ortsverwaltungen, die den Bürgern nicht nur den umfassenden Service eines Bürgerbüros bieten, sondern auch andere allgemeine Verwaltungsaufgaben ausüben.

Im alten Rathaus aus dem 19. Jahrhundert hat die Ortsverwaltung Dettingen-Wallhausen direkt an der Kapitän-Romer-Straße ihren Sitz. Sie ist für rund 4.500 Einwohnern zuständig; davon leben rund 3.300 in Dettingen und 1.200 in Wallhausen. Unter dem Rathausdach bietet nach einem Umbau in den Jahren 2004/2005 der große Bürgersaal Platz für Veranstaltungen, hier tagt auch der Ortschaftsrat. In dem Gebäude sind nicht nur eine Postfiliale und eine Tourist-Information zu finden, sondern die weiteren Räume und der Bürgersaal können von Vereinen gemietet werden.

So hat u.a. das Hermes Theater im Keller seine Spielstätte. Von Pilates-Kursen über Reha- und Seniorensport, Seniorencafé, PC- Kurse und Yoga bis zu Pekip-Kursen findet sich im Gebäude eine bunte Mischung. „Die Räume werden sehr gut nachgefragt. Wir streben auch danach, die Räume zu füllen und damit eine Art Treffpunkt zu etablieren. Im Bürgersaal gab es unter anderem bereits Ausstellungen, und der Musikverein und die Narrenzunft proben hier“, erklärt Verwaltungsleiter Jürgen Morgen.

Als „bunte Mischung“ ließe sich auch das Aufgabengebiet der Ortsverwaltung und des Ortsvorstehers Roger Tscheulin beschreiben. „Hier in der Ortsverwaltung decken wir nahezu alles ab, was das Bürgerbüro in Konstanz anbietet: angefangen vom Kinder- und Personalausweis, Reisepass, Führungszeugnis, Gewerbezentralregisterauszug, Aufenthalts- und Meldebescheinigungen, Gewerbe-An- und -abmeldungen. Als Spezialität betreuen wir den Sportboothafen in Wallhausen und ein eigenes Kleingartengebiet mit dem Kabisland. Die meisten Unterhaltungs- und Pflegearbeiten führen wir mit unserem eigenen Bauhof aus. Wir entscheiden keine Bausachen, aber bearbeiten hier auch Bauangelegenheiten und stellen für die Bürger den Kontakt zu Ämtern in Konstanz und übergeordneten Stellen her“, führt Jürgen Morgen aus.

Der Verwaltungsleiter selbst hat die Gremienarbeit für den Ortschaftsrat inne und arbeitet eng mit Ortsvorsteher Roger Tscheulin zusammen. Roger Tscheulin ist als ehrenamtlicher Beamter Vertreter des Oberbürgermeisters, steht dem Ortschaftsrat vor und repräsentiert die Gemeinde nach außen. „Ortsangelegenheiten werden zwar durch die städtischen Gremien geregelt, aber wir werden im Vorfeld gehört“, sagt der Ortsvorsteher. Gut zu wissen: Als Eheschließungsstandesbeamter kann Roger Tscheulin Trauungen im Bürgersaal durchführen. Rund 250 Hochzeiten sind so bisher zusammengekommen.

Eine essenzielle Aufgabe ist für den Ortvorsteher die Entwicklung des Ortes. Ein wichtiges Thema ist aktuell der Aufbau einer Nahwärmeversorgung in Kooperation mit Dingelsdorf. „Sie ist keine Pflichtaufgabe, aber eine Notwendigkeit“, so Tscheulin. Für das neue Bürgerhaus als wichtiger Baustein im Gesamtprojekt „Ortsmitte Dettingen“ fiel der Startschuss vor wenigen Wochen, als mit dem Abbruch von nachträglich für die damalige Feuerwehr angebauten Gebäudeteilen an der Alten Schule begonnen wurde. Das 4,5- Millionen-Projekt wird zukünftig einen neuen Veranstaltungssaal, Gastronomie und Räume für Vereine beherbergen.

Der Ortsvorsteher und die Verwaltung sind nicht nur Ansprechpartner für Bürger und Vereine, sondern unterstützen bürgerschaftliche Projekte organisatorisch und strategisch. „Wir haben keine speziellen Haushaltsmittel dafür, aber wir können mit planen und weiterhelfen bei Projektfragen wie: Was will man erreichen, wie kommt man dahin und mit welchem Partner ist das zu schaffen? Wenn man eine Idee hat, findet man hier immer Ansprechpartner.“ Mit dem Ortsteilbudget in Höhe von 8.400 Euro pro Jahr können kleinere Investitionen im Ort getätigt werden. Aktuell wurden so ein Brunnen am OberbürgerFriedhof und ein Vereinslager hinter der Schule, Spielgeräte, Ruhebänke etc. finanziert.

Jürgen Morgens Team besteht aus Katja Martello, die unter anderem die städtischen Kleingartenparzellen, die Räume im Rathaus und die Belegung der Kapitän-Romer-Halle verwaltet. Außerdem betreut sie den Bereich Gremien, so schreibt sie unter anderem die Einladungen und Protokolle für die Ortschaftsratssitzungen. Beatrix Borgmann ist für das Bürger- und Fundbüro zuständig und somit für Pass- und Meldeangelegenheiten, Führungszeugnisse, Briefwahl usw. Außerdem führt sie die Hauptkasse und macht die Abrechnungen.

Corinna Lerners Aufgabengebiet umfasst die Verwaltung des Sportboothafens Wallhausen (Trocken- und Wasserliegeplätze), die redaktionelle Betreuung des Mitteilungsblatts, Bestattungsangelegenheiten, Hundesteuer-An- und -Abmeldungen, Gewerbe-Um- und – Abmeldungen sowie die Vertretung im Bürgerbüro. Sylvia Madl ist u.a. verantwortlich für den Tourismus und den Ticketverkauf von Stadttheater und Philharmonie. Sie hält die Fäden in Sachen Tourismus in der Hand und fungiert als Ansprechpartnerin für Gäste, lokale Hotellerie und Gastronomie. Als „Springerin“ unterstützt Sylvia Madl ihre Kollegen auch in anderen Bereichen und ist in der Kostenerfassung für Verwaltung und Bauhof tätig.

Außer Jürgen Morgen, der Vollzeit arbeitet, sind alle Mitarbeiterinnen im Rathaus teilzeitbeschäftigt. Vollzeit arbeiten dagegen alle vier Mitarbeiter des Bauhofs – Felix Fuchs (davon 50 % als Hausmeister für die Grundschule und die Kapitän-Romer-Halle), Xhabir Sogojeva, Matthias Oberle, Waldemar Schönfeld. Bauhof-Leiter ist Niels Wehrle. Eine Besonderheit ist die Betreuung des Wertstoffhofs in Dettingen für die Entsorgungsbetriebe. Grün- und Baumpflege, Straßen- und Gewässerunterhalt, Beschilderungen, der Unterhalt von Sport- und Spielplätzen sowie Friedhofsarbeiten gehören unter anderem zum vielfältigen Aufgabengebiet, das stark saisonal geprägt ist.

Die Mitarbeiter des Bauhofs haben je nach Saison ganz unterschiedliche Aufgaben zu meistern: (von links) Felix Fuchs, der auch zu 50 % als Hausmeister für die Grundschule und die Kapitän-Romer-Halle tätig ist, Xhabir Sogojeva und Bauhof-Leiter Niels Wehrle. Verhindert waren Matthias Oberle und Waldemar Schönfeld.
Die Mitarbeiter des Bauhofs haben je nach Saison ganz unterschiedliche Aufgaben zu meistern: (von links) Felix Fuchs, der auch zu 50 % als Hausmeister für die Grundschule und die Kapitän-Romer-Halle tätig ist, Xhabir Sogojeva und Bauhof-Leiter Niels Wehrle. Verhindert waren Matthias Oberle und Waldemar Schönfeld. (Bild: Stadt Konstanz)

„Jetzt im Frühjahr und Sommer gibt es viele Mäharbeiten, zum Beispiel auch an den Straßenbanketten, und wir bessern Frostschäden aus“, erklärt Niels Wehrle. Mit einem Großflächenmäher werden grobe Arbeiten für alle Bauhöfe der drei Teilorte ausgeführt. Nicht zu unterschätzen ist: „Naturereignisse halten uns auf Trab“, so Wehrle. Dienstpläne werden zum Beispiel bei Sturm oder durch Schneebruch wie im vergangenen Dezember durcheinandergewirbelt. Der Winterdienst erfolgt gemeinsam mit den Bauhöfen von Dingelsdorf und Litzelstetten.

Zusätzliche Arbeiten entstehen aktuell durch die Amphibienwanderung. So müssen zwei Straßenabschnitte jeweils abends gesperrt und morgens freigegeben werden. Um bei Tieren zu bleiben: Gerade erst haben die Bauhof-Mitarbeiter eine Biberfortbildung absolviert. Der Nager staut mit seiner Bautätigkeit Wasser auf, Überschwemmungen von Straßen und Plätzen und geflutete Keller sind die Folge. Da der Biber im Frühjahr und Herbst besonders aktiv ist, überprüft ein Mitarbeiter während dieser Zeit neuralgische Stellen. „Momentan probieren die Kommunen viel aus, wie der Biber auf Maßnahmen reagiert“, berichtet Niels Wehrle. Ortsvorsteher Roger Tscheulin ergänzt: „Es ist eine Lernphase, welche Maßnahmen wirken und auch wie das Ganze verwaltungstechnisch abgewickelt werden soll. Man bewegt sich da in einem großen Spannungsfeld.“

Dass die Bürger und Touristen die Ortsverwaltung als ersten Ansprechpartner und die kurzen Wege zu schätzen wissen, mache die Arbeit sehr befriedigend für alle, so Jürgen Morgen. Für Roger Tscheulin sind es die immer noch vorhandenen dörflichen Strukturen, die das Leben in Dettingen-Wallhausen attraktiv machen. „Man kennt sich, es gibt ein sehr aktives gesellschaftliches Leben und Vereinsleben. Die Menschen sind sich bewusst, dass man Dinge auch selbst in die Hand nehmen muss.“

(Pressemitteilung: Stadt Konstanz)