„April, April!“: Hobbyfilmemacher aus Mühlhausen bringt Scherze auf ein neues Level

Hobbyfilmemacher Werner Duffner.
Hobbyfilmemacher Werner Duffner. (Bild: Werner Duffner)

Ein Youtube-Nachrichtenvideo zeigt den Diebstahl des Konstanzer Wahrzeichens, der „Imperia“. Diese ist – man kann seinen Augen kaum glauben – wahrhaftig von ihrem Sockel verschwunden. Aber Achtung: In Wahrheit steht die Statue immer noch an Ort und Stelle. Was ist da los?

Das Vertauschen von Salz und Zucker, die Gummispinne auf dem Tisch oder der spritzende Wasserhahn: Bei einem guten Scherz denken wir sofort an den 1. April. Doch nicht nur dann bereiten uns die kleinen Muntermacher eine ganze Portion Spaß. Werner Duffner ist ehemaliger Schuldirektor aus Mühlhausen und hat am Scherzen – auf ganz anderem Niveau – Gefallen gefunden.

Konstanzer Wahrzeichen verschwindet

In einem kurzen Nachrichtenvideo auf Youtube erzählt ein Moderator Unglaubliches: Die Imperia ist von ihrem Sockel verschwunden. Daraufhin wird ein Video eingeblendet, das die erschreckende Neuigkeit bestätigt. Es gibt allerdings einen kleinen Twist: Nichts davon ist wahr, sondern nur eine Illusion, geschaffen von Werner Duffner.

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„Seit den 70er-Jahren beschäftige ich mich mit Filmemachen und zwar in einem breiten Spektrum. Reportage, Dokumentation, Trick- und Animationsfilm, gelegentlich Reise- und Familienfilm“, erzählt Duffner. Seit über 40 Jahren ist er außerdem Mitglied im Filmclub Singen-Radolfzell.

Mit Aufkommen des PC in der 80-/90er-Jahren hat er immer wieder versucht, dieses Werkzeug bei der Filmerstellung und -Gestaltung einzusetzen. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Technologie hat er sich dann an die vielfältigen Möglichkeiten von „special effects“ (VFX) und „computer generated imagery“ gewagt – mit Erfolg.

Moderator ist Computeranimiert

„Auf die Idee mit der Imperia kam ich beim Erproben einer Software mit deren Hilfe Objekte aus einem Video entfernt werden können. Dafür habe ich nach geeignetem Filmmaterial gesucht. Bei der Beschäftigung mit der Materie kam der Gedanke auf, daraus ein gefaktes Youtube-Video zu machen. Außerdem konnte ich die gerade neu entwickelte Technologie mit einem KI-Sprecher einsetzen.“

Seit es im Internet die Möglichkeit gibt eigene Filme hochzuladen, beispielsweise über Youtube oder VIMEO, nutzt der begeisterte Filmemacher diese Plattformen für seine Videos. So gelingt es ihm, ein um ein Vielfaches größeres Publikum als im Vereinsumfeld zu erreichen. Dass das nicht alle seine Vereinskollegen so machen findet er schade: „Leider nutzen nur wenige Vereinsmitglieder diese Möglichkeit und lassen ihre Filme lieber im Schrank beziehungsweise auf der Festplatte verstauben.“

Einige Menschen gehen dem Fake Video auf den Leim

Viral gegangen sind Duffners Spaßvideos bisher noch nicht, trotzdem machten die Neuigkeiten im näheren Kreis die Runde.

„Außer den Klickzahlen bei Youtube, die in der Regel im dreistelligen Bereich, also weit entfernt von den viral gehenden Videos sind, gibt es kaum Rückmeldung außer im nahen Bekanntenkreis. Hier gilt sicher das schwäbische Sprichwort „it g’oschett, isch g’nug g’lobt“ Trotz des, für mich,  ganz eindeutigen Filmtricks und dem Hinweis auf einen Fake war ich erstaunt darüber, dass mir im Bekanntenkreis erzählt wurde, die Imperia sei verschwunden.“

Von der Imperia bis hin zur Maggi-Statue

Doch nicht nur in Konstanz tragen sich augenscheinlich skurrile Szenen zu. Die Insel eines Kreisverkehrs in Singen ziert nun eine zehn Meter hohe Statue des geliebten Würzmittels „Maggi“. Der Grund: Die über 130 Jahre alte Traditionsmarke aus derselben Stadt soll damit geehrt werden. So unwahrscheinlich wie das klingt ist es auch – Werner Duffner hat erneut gezaubert.

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Doch wie kommt man überhaupt auf solch verrückte Ideen?

„Manchmal sind es die technischen Möglichkeiten, die ich an einem Beispiel ausprobieren möchte. Bei der Beschäftigung damit, reifen dann Ideen unter der Dusche oder beim Einschlafen.“

Viele dieser witzigen Gedanken wurden bisher noch gar nicht realisiert, erzählt der ehemalige Schulrektor. Sie schlummern dann in seinem „jahrzehntealten“ Kreativordner und hoffen darauf, irgendwann umgesetzt zu werden.  „Aber es gibt ja immer Neues zu entdecken“, fügt er hinzu.

Spaß und Freude an der Umsetzung stehen im Vordergrund

Werner Duffner begeistert (noch) kein Millionenpublikum mit seinen Späßen. Im Fokus steht allein die Freude am Prozess: „Letztlich mache ich diese Dinge, weil ich selbst Freude an der Umsetzung und am fertigen Ergebnis habe. Natürlich, wem ginge es nicht so, freue ich mich über positive Rückmeldungen bei Youtube oder Facebook.“

Wer die verrückten Filmchen von Werner Duffner sehen möchte, wird auf Youtube fündig.

Ob sich der Spaßmacher auch in diesem Jahr eine besonders (falsche) Nachricht einfallen lassen wird, bleibt abzuwarten. Es heißt also: Augen und Ohren offenhalten! Fest steht jedenfalls, dass er mit seinen kreativen Umsetzungen bereits zum jetzigen Zeitpunkt einige Leute zum Schmunzeln gebracht haben dürfte.

(Quelle: Werner Duffner, youtube.de)