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Jede Minute zählt Herzstillstand in Salem: Ersthelfer retten 65-Jährigen

Ein 65-Jähriger erlitt am Bahnhof Salem einen Herzstillstand. Ersthelfer reagierten sofort und ermöglichten ihm nach Angaben der Ärzte das Überleben.

Lesezeit 3 Minuten
Ein Mann mit grauem Haar und Bart sitzt vor einem Fenster und hält ein gelbes Schild mit der Aufschrift „Leben 3.0“.
Nach einem Herzstillstand am Bahnhof Salem hat Raimund B. dank schneller Hilfe überlebt. Mit dem Schild „Leben 3.0“ blickt der 65-Jährige auf seinen Neuanfang. (Bild: privat)

Als Raimund B. am Bahnhof Salem einem anderen Autofahrer helfen wollte, brach er plötzlich zusammen. Der 65-Jährige erlitt einen Herzstillstand und musste reanimiert werden. Dank des schnellen Eingreifens von Ersthelfern und der anschließenden medizinischen Versorgung im AMEOS Seeklinikum Friedrichshafen überlebte er den Notfall mit guter neurologischer Perspektive.

Noch vier Wochen vor dem Vorfall war Raimund B. zur kardiologischen Kontrolle gewesen. Der frühere Maschinenbauingenieur befindet sich seit zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen in Altersteilzeit und lässt sein Herz regelmäßig untersuchen. Bei der letzten Kontrolle sei alles in Ordnung gewesen, auch das Blutbild habe keine Auffälligkeiten gezeigt. „Und dann geht mir aus heiterem Himmel das Licht aus“, erzählt der 65-Jährige.

Beim Anschieben eines Autos plötzlich zusammengebrochen

Zwei Wochen vor seinem Bericht aus dem Krankenhaus war Raimund B. am Bahnhof Salem verabredet. Während er wartete, half er einem anderen Autofahrer, dessen Wagen nicht anspringen wollte, beim Anschieben. Kurz darauf erlitt er einen Herzstillstand.

„Und dann weiß ich nichts mehr. 17 Minuten war ich wohl im Jenseits“, berichtet der ehemalige Maschinenbauingenieur mit stockender Stimme. Erst zwei Tage später kam er auf der Intensivstation des AMEOS Seeklinikums Friedrichshafen wieder zu sich.

Dass Raimund B. den Herzstillstand überlebte, führt das Krankenhaus insbesondere auf die schnelle Hilfe am Notfallort zurück. Noch bevor Notarzt und Rettungswagen eintrafen, hatten Ersthelfer mit der lebensrettenden Versorgung begonnen.

Chefarzt: Ohne Ersthelfer hätte er nicht überlebt

Wie entscheidend die ersten Minuten nach einem Herzstillstand sind, verdeutlicht Prof. Dr. med. Volker Wenzel, Chefarzt der Anästhesiologie am AMEOS Seeklinikum Friedrichshafen und erfahrener Notfallmediziner.

„Ohne die Ersthelfer vor Ort wäre er tot gewesen, denn der anfahrende Notarzt und Rettungswagen hätten zu ihm länger gebraucht, als das Gehirn es ohne Sauerstoff aushält“, erklärt Wenzel.

Raimund B. gehört zu mehreren Patienten, die in diesem Jahr nach einer Wiederbelebung außerhalb eines Krankenhauses im AMEOS Seeklinikum Friedrichshafen behandelt und mit guter neurologischer Perspektive entlassen werden konnten.

Inzwischen blickt der 65-Jährige optimistisch nach vorne. Als Nächstes steht für ihn eine Rehabilitation an. Zuvor möchte er sich mit den Menschen treffen, die ihm das Leben gerettet haben.

Herz-Stillstand-Zentrum in Friedrichshafen seit 2019

Das Herz-Stillstand-Zentrum Friedrichshafen ist seit 2019 Bestandteil der Notfallversorgung am Bodensee. Ziel der Einrichtung ist es, durch eine strukturierte und an medizinischen Leitlinien orientierte Behandlung die Überlebenschancen von Menschen nach einem plötzlichen Herzstillstand zu verbessern.

Deutschlandweit gibt es nach Angaben des Krankenhauses 125 solcher Zentren. Sie stellen sich einem jährlichen Vergleich, um Verbesserungspotenziale bei der Versorgung zu erkennen und die Behandlungsqualität weiterzuentwickeln.

Neben der Versorgung durch Rettungsdienst, Notfall- und Intensivmediziner sowie Kardiologen spielt die schnelle Hilfe durch Menschen am Einsatzort eine entscheidende Rolle. Digitale Alarmierungssysteme können dazu beitragen, entsprechend ausgebildete Ersthelfer frühzeitig zu einem Notfall zu schicken.

Ersthelfer-App alarmiert Lebensretter in der Nähe

Im Sommer 2025 wurde die Ersthelfer-App „Region der Lebensretter“ in der Region Bodensee-Oberschwaben eingeführt. Sie ergänzt den regulären Rettungsdienst, indem bei einem Herzstillstand qualifizierte Ersthelfer in der Nähe des Einsatzortes geortet und über ihr Smartphone alarmiert werden.

In Baden-Württemberg sind nach Angaben des Krankenhauses mehr als 23.500 Helfende registriert, die den Rettungsdienst auf diese Weise unterstützen können.

Wer über eine entsprechende Reanimationsausbildung verfügt, kann sich unter regionderlebensretter.de registrieren. Nach Angaben des Krankenhauses werden registrierte Helfer etwa zwei- bis viermal im Jahr alarmiert.

Prof. Dr. med. Volker Wenzel ermutigt entsprechend ausgebildete Menschen, sich an dem System zu beteiligen. „Sie können ein Menschenleben in ihrem unmittelbaren Umfeld retten. Es ist ein unfassbar wunderschönes Erlebnis“, sagt der Notfallmediziner.

(Quelle: AMEOS Seeklinikum Friedrichshafen)

Schlagwörter

Transparenz

Erstmals veröffentlicht
05.11.2026, 17:10 Uhr

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