Friedrichshafen – Für junge Menschen mit psychischer Erkrankung ist es oft schwierig, an der Schwelle zum Erwachsenenalter bruchlos weiter angemessene Behandlungs- und Betreuungsangebote zu erhalten. Hier klafft, beim Übergang von der Jugendhilfe in die Eingliederungshilfe, eine Lücke. Diese wird demnächst – erstmalig in Deutschland und damit beispielhaft – durch die „Wilde 13“ geschlossen, ein Wohnhaus für bis zu zehn junge Menschen mit psychischer Erkrankung in Friedrichshafen.
Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha kam am 5. August persönlich zum Richtfest, genau an dieser Stelle hatte er seine berufliche Laufbahn in der Sozialpsychiatrie begonnen.
Für Menschen, die durchs Raster fallen
„Ich danke ausdrücklich allen, die zum Erfolg der Wilden 13 beigetragen haben“, so Lucha. Träger des Angebots ist der Verein Pauline 13, benannt nach seinem ersten Domizil, der Paulinenstraße 13 in Friedrichshafen am Bodensee. Dort entsteht auch der rund 1,8 Millionen Euro teure Neubau, der in der zweiten Jahreshälfte 2022 fertig werden soll, nachdem das alte Haus im Jahr 2017 abbrannte.

Pauline 13 hat sich dem Vereinszweck verschrieben, die soziale Psychiatrie im Bodenseekreis zu fördern und bietet gemeindenahe, qualifizierte Beratung, Vermittlung und Begleitung psychisch kranker Menschen und deren Familien im gesamten Bodenseekreis.
In Friedrichshafen soll niemand ausgegrenzt werden
Das Angebot der „Wilden 13“, wie das Wohnhaus richtet sich an „junge Menschen, die durch alle Systemraster fallen beim Übergang von der Jugend- in die Erwachsenenwelt“ wie Minister Lucha beim Richtfest sagte. Lucha hob auch das Engagement der Stadt Friedrichshafen hervor. Zum Beispiel prange an der Fassade des Gemeindepsychiatrischen Zentrums, nur wenige Schritte stadteinwärts von „Pauline 13“ gelegen, das Logo in großen, unübersehbaren Lettern – „und nicht klein und verschämt“.
Er sei „sehr stolz darauf“, sagte Lucha in Richtung des Friedrichshafener Oberbürgermeisters Andreas Brand, „dass in dieser Stadt niemand ausgegrenzt wird und niemand durch den Rost fällt“. Das Richtfest, so der Minister, sei damit auch ein „Tag des Miteinanders und des gesellschaftlichen Zusammenhalts“.
(Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration)