Ein „Kneipp´scher Espresso“ für mehr Achtsamkeit Summer Spirit Auszeitenprogramm 2023 der St. Elisabeth Stiftung

Summer Spirit Auszeitenprogramm 2023 der St. Elisabeth Stiftung
Die Teilnehmenden der Veranstaltung „Kneipp´scher Espresso“ aus dem Summer Spirit Auszeitenprogramm lernten viel über die Wirkungen kalter Wassergüsse. Schwester Dorothee vom Gästehaus St. Theresia (vorne rechts) und Heilpflanzenfachfrau Ulrike Schuler (vorne mittig) führten durch die Veranstaltung. (Bild: Stefanie Keppeler/St. Elisabeth-Stiftung)
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Das Summer Spirit Auszeitenprogramm ist ein gemeinsames Angebot des Amts für Tourismus, Kultur und Marketing Langenargen, der Tourismusseelsorge des katholischen Dekanats Friedrichshafen und des Gästehauses St. Theresia der St. Elisabeth-Stiftung.

Es bietet von Mai bis September unterschiedlichste spirituelle Freizeitangebote. Am 19. Juli fand die Veranstaltung „Kneipp´scher Espresso“ beim Gästehaus St. Theresia in Eriskirch am Bodensee statt.

Welche Grundprinzipien gehen aus der Philosophie Sebastian Kneipps hervor? Welche Wirkung hat ein Arm- oder Bein-Guss auf Körper und Seele? Schwester Dorothee vom Gästehaus St. Theresia und Heilpflanzenfachfrau und erfahrene Kneippanhängerin, Ulrike Schuler, führten in die Welt des Kneippens ein.

Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch den morgendlichen Himmel über Eriskirch. Noch wissen die insgesamt sechs Teilnehmenden des „Kneipp´schen Espresso“ nicht, welche Rolle die Tautröpfchen an diesem Vormittag noch spielen, die auf der Wiese im Garten vor dem Gästehaus St. Theresia der St. Elisabeth-Stiftung im Licht glänzen.

Die fünf Frauen und ein Herr finden sich in der Kapelle des Gästehauses St. Theresia zur Begrüßung ein. Schwester Dorothee, Steyler Missionsschwester der Gemeinschaft „Der kleine Weg“ vom Gästehaus St. Theresia in Eriskirch, leitet zusammen mit Ulrike Schuler die Auszeit. „Wasser hat seit jeher eine tragende Rolle in unser aller Leben. Ob als Güsse, Dämpfe, Bäder, Waschungen oder in Verbindung mit Heilkräutern – Wasser bedeutet Leben“, sagt Schwester Dorothee.

Ein Film über Sebastian Kneipp (1821-1897), Hydrotherapeut und Naturheilkundler, bringt die Kneipp-Philosophie näher. „Die Kneipp-Therapie beruht auf Grundprinzipien, die auch heute, oder gerade in der heutigen Zeit, bedeutend sind: ein Leben im Einklang mit der Natur, Nachhaltigkeit und Achtsamkeit“, erklärt Ulrike Schuler.

Die Kneipp-Therapie basiert auf den fünf Säulen Lebensordnung, Wasser, Bewegung, Ernährung und Pflanzenheilkunde. „Mäßigung ist hier der Schlüsselbegriff. Auf eine ausgewogene, gesunde Balance kommt es an“, so die 63-jährige Heilpflanzenfachfrau. Extreme seien niemals gut. Wasser habe Kräfte und könne beeindruckende, positive Wirkungen auf Körper und Seele haben.

Da das Kneipp-Erlebnis nicht nur theoretisch erfahren werden soll, sondern auch am eigenen Körper erlebt werden darf, werden alle aufgefordert, sich draußen im Garten vor dem Gästehaus zum Tautreten einzufinden. Barfuß über eine taufrische Wiese zu gehen, soll, regelmäßig ausgeführt, das Immunsystem abhärten. Tautreten habe etwas Meditatives, meint eine Teilnehmerin. „Es tut unglaublich gut. Ich fühle mich frisch und konzentriert. Tautreten werde ich zukünftig definitiv in meinen Alltag integrieren“, sagt eine andere Teilnehmerin.

Ulrike Schuler stellt den Beinguss vor. Mit großen Gießkannen wird kaltes Wasser zuerst über das rechte Bein, von unten nach oben bis kurz über das Knie gegossen. Anschließend über die Beinrückseite, bevor zum Abschluss kaltes Wasser über die Fußsohlen gegeben wird. „Generell gilt, dass immer Herz-fern begonnen wird“, erklärt Schuler.

Ein kalter Beinguss wirke blutdrucksenkend, vegetativ beruhigend sowie schlaffördernd. „Wenn ich nachts aufwache und nicht mehr einschlafen kann, gehe ich ins Bad und mache einen Beinguss. Es folgt der Armguss. Dieser könne ebenso mit einer Gießkanne oder einem Schlauch durchgeführt werden, oder aber die Arme werden in eine Wanne mit kaltem Wasser getaucht. „Ich empfehle, die Arme jeweils zwei bis sechs Mal einzutauchen. Dieser „Kneipp´sche Espresso“ wirke gegen innere Unruhe und Stress. 

Sichtlich entspannt wendet sich die Gruppe anschließend der frisch zubereiteten Holunderbowle und Haferkeksen zu. In geselliger Runde beschreibt Ulrike Schuler unterschiedliche Heilkräuter und -pflanzen und geht auf deren Wirkungsweisen ein. Brennnessel gelte als stoffwechselanregend, harntreibend und durchblutungsfördernd. Schafgarbe werde wegen ihrer entkrampfenden Wirkung geschätzt und helfe bei Appetitlosigkeit. Auch könne sie wetterbedingte Kopfschmerzen lindern.

„Ich habe das Gefühl, dass das alte Wissen über Heilpflanzen und -kräuter wieder beliebter wird. Das finde ich großartig“, sagt eine der Teilnehmerinnen. Sie sei begeistert von der Erfahrung des Tautretens und den Wirkungsweisen der Güsse. „Es ist schade, dass Achtsamkeit oft in der Hektik des Alltags untergeht. Das möchte ich ändern. Ich konnte heute Vieles für mich mitnehmen“, so die 42-Jährige. Genau dies sei die Intention der Veranstaltung „Kneipp´scher Espresso“, sowie all der anderen kleinen Auszeiten aus dem Summer Spirit Programm 2023. Mit den Angeboten sollen kleine Auszeiten für Seele und Körper geschaffen werden, die gleichzeitig auch Veränderungen anstoßen können.

Es gehe darum, den Menschen ganzheitlich zu betrachten und im ökologischen Sinn nachhaltig zu wirken. „Oft sind es kleine Begegnungen, Momente oder Erfahrungen, die Impulse zu einer positiven Veränderung verleihen können“, so Schwester Dorothee abschließend.

Info: Das Summer Spirit Auszeitenprogramm läuft bis 30. September 2023. Weitere Informationen unter auszeit-bodensee.de/summer-spirit oder theresia-bodensee.de/spiritualitaet

(Pressemitteilung: St. Elisabeth Stiftung)