FRIEDRICHSHAFEN – Der Technologiekonzern ZF Friedrichshafen steckt weiterhin mitten im Umbau. Trotz besserer Geschäftszahlen steht unter dem Strich für 2025 erneut ein Milliardenverlust – gleichzeitig zeigt sich der Vorstand kämpferisch.
ZF hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 38,8 Milliarden Euro erzielt und damit die eigenen Erwartungen übertroffen. Auch die operative Marge fiel mit 4,5 Prozent besser aus als geplant. Dennoch verzeichnet der Konzern einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro.
Einmalbelastung drückt Ergebnis
Hauptgrund für das Minus ist eine hohe Einmalbelastung im Bereich Elektromobilität. ZF hat sich von unrentablen Projekten getrennt und damit bewusst Altlasten abgebaut.
Nach Unternehmensangaben soll dieser Schritt langfristig für mehr wirtschaftlichen Spielraum sorgen. Gleichzeitig habe sich die operative Entwicklung in der Sparte bereits deutlich verbessert.
Schuldenabbau und klare Strategie
Ein zentrales Ziel bleibt der Abbau der Verschuldung. Diese lag zuletzt bei rund 10,5 Milliarden Euro, konnte aber bereits um 250 Millionen Euro reduziert werden.
Um langfristig wieder profitabel zu werden, setzt ZF auf drei zentrale Maßnahmen:
– Stärkung der finanziellen Basis
– Fokus auf zukunftsfähige Geschäftsfelder
– Anpassung von Strukturen und Prozessen
Ein wichtiger Schritt dabei ist der Verkauf der Pkw-Fahrerassistenz-Sparte an den Elektronikkonzern Harman. Damit will sich ZF stärker auf seine Kernbereiche konzentrieren.
Aufträge und neue Perspektiven
Trotz der Herausforderungen gibt es auch positive Signale: So konnte ZF einen milliardenschweren Auftrag von BMW sichern. Der Vertrag läuft bis in die 2030er-Jahre und soll für Planungssicherheit sorgen.
Auch international sieht der Konzern Wachstumspotenzial, insbesondere in Nordamerika und Asien. Deutschland bleibt laut Vorstand ein wichtiger Standort – auch wenn Anpassungen notwendig sind.
Stellenabbau und Transformation
Im Zuge der Neuausrichtung wird es auch Veränderungen bei der Belegschaft geben. Die Zahl der Mitarbeitenden in Deutschland soll sinken, gleichzeitig will ZF die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte stärken.
Parallel sucht das Unternehmen weiterhin Fachkräfte, insbesondere in technischen Bereichen.
„Der Weg bergauf ist anspruchsvoll“
Vorstandschef Mathias Miedreich macht deutlich, dass der Konzern noch nicht am Ziel ist. ZF befinde sich in einer Übergangsphase, habe aber wichtige Fortschritte erzielt.
Der Fokus liege nun darauf, die eingeschlagene Transformation konsequent fortzusetzen und Schritt für Schritt wieder zu alter Stärke zurückzukehren.