ZF Kunststiftung Kunst- und Kulturförderung aus Leidenschaft

Kunst- und Kulturförderung aus Leidenschaft
Regina Michel, Geschäftsführerin und Kuratorin der ZF Kunststiftung bis 04/2026 (Foto: Albert Kunzer)
WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Die ZF Kunststiftung ist untrennbar mit dem Engagement von Regina Michel verbunden. Seit dreißig Jahren hat sich die Kunsthistorikerin, Kuratorin und Journalistin im Rahmen der ZF Kunststiftung der Förderung von Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Kunst, Musik und Film verschrieben – zunächst als Freie Kuratorin, dann als Geschäftsführerin.

Zu den Aufgaben von Regina Michel gehörten die Planung und Realisierung des Förderkonzeptes, die Konzeption des Residenzstipendiums mit Ausschreibung, Ausstellung und Katalog, aber auch des neuen Forschungsstipendiums der ZF Kunststiftung für bildende Künstler:innen, RE-SEARCH. Als Mitglied der Jury hat sie die Stipendiat:innen, aber auch die Gewinner:innen des ZF-Kurzfilmpreises mitausgewählt. Als Journalistin war sie zudem für den Aufbau und die Organisation der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit inklusive des Internetauftritts und der Social-Media-Kanäle verantwortlich.

Die nachhaltige Förderung zeitgenössischer Kunst liegt Michel besonders am Herzen. „Jedes Stipendium ist nur so gut wie die museale Ausstellung und der Katalog“, lautete bereits 1996 das Fazit ihrer Konzeption für das Residenzstipendium. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sie mehr als 40 Ausstellungen der ZF Kunststiftung im Zeppelin Museum kuratiert, darunter die Jubiläumsausstellung 25 Jahre ZF Kunststiftung auf über 500 QuadratmeternSie war Autorin, Redakteurin und Mitherausgeberin aller Katalog- und Jubiläumspublikationen der ZF Kunststiftung.

Regina Michel, Kuratorin der Jubiläumsausstellung (links), im Gespräch mit Claudia Emmert, damalige Direktorin des Zeppelin Museums (rechts), bei der Jubiläumsausstellung 25 Jahre ZF Kunststiftung, 2015
(Foto: Albert Kunzer)

Kunst ermöglichen und Kunst vermitteln

Michels wesentliche Intention ist es, Kunst zu ermöglichen und Kunst zu vermitteln. Als Kuratorin hat sie die jeweiligen Kunstprojekte der Artists in Residence tatkräftig unterstützt und viele Vorhaben erst ermöglicht. Mit ihren vielfältigen Kontakten u.a. zur Wasserschutzpolizei, zum THW, dem Institut für Seenforschung oder der Wissenswerkstatt hat sie immer Wege und Genehmigungen gefunden, um auch schwierige Projekte zu realisieren. Herausfordernd war es, den über sechs Meter hohen massiven Leuchtturm von Florian Graf auf dem Bodensee zum Schwimmen zu bringen; für und mit Riikka Tauriainen das Plankton für die Videoinstallation Ecotone Encounters zu fangen und O-Töne unter Wasser aufzunehmen oder für und mit Nevin Aladag Wasserproben vom Forschungsschiff des Instituts für Seenforschung an der tiefsten Stelle des Sees zu entnehmen.

Besonders am Herzen liegt Regina Michel die Kunstvermittlung und hier besonders das Überbrücken von Distanz zwischen Publikum und Künstler:innen, der Abbau von Berührungsängsten, denn Kunst darf sich nicht nur im Elfenbeinturm bewegen. Die Vermittlungsangebote waren vielfältig: Atelierbesuche, Künstler:innen-Gespräche und Kurator:innen-Führungen gehörten genauso dazu, wie Besuche beim öffentlichen Meisterkurs im Rahmen des Klavierfestivals junger Meister oder Filmgespräche und der Blick in die „Werkstatt“ von Gewinner:innen des ZF-Kurzfilmpreises. Ziel war es die Menschen in der Bodenseeregion Kunst, Musik und Film hautnah miterleben zu lassen. Ein besonderes Augenmerk galt dabei immer auch den Mitarbeitenden von ZF. So baute Michel einen ZF-internen aber auch externen Freundeskreis auf.

Networkerin aus Überzeugung

Netzwerke zu bilden und zu fördern war ihr stets ein Anliegen. So gehörte sie 2000 zu den Gründungsmitgliedern des Kunst-Freitag Friedrichshafen. 25 Jahre stellten die Artists in Residence beim Kunstfreitag im ZF-Turmatelier ihre Projektideen vor. Über die Betreuung und Unterstützung der Artists in Residence hinaus pflegte sie Freundschaften und organisierte jährliche Vernetzungstreffen und Atelierbesuche, unterstützte die Einbindung der Künstler:innen in andere Förderprojekte und knüpfte Kontakte zu Expert:innen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Sie legte Wert auf die Vernetzung und Repräsentation der Stiftung in Gremien und Verbänden und engagierte sich im Arbeitskreis Kunst- und Kulturstiftungen, im Verband Deutscher Stiftungen sowie im Kuratorium der Kunststiftung Zeppelin Museum. Sie ist Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker, dem Freundeskreis Kunstmuseum Bregenz (KUB), im Kunstverein Friedrichshafen und dem JazzPort u.a.m.

Seit 24 Jahren arbeiten Vorstand Matthias Lenz und Geschäftsführerin Regina Michel vertrauensvoll und eng zusammen. In den vergangenen Jahren lag ihr Augenmerk darauf, die Stiftung auch nach dem Ausscheiden des bewährten Führungsteams sicher in die Zukunft zu führen und dabei der aktuellen Situation Rechnung zu tragen.

Die Förderung der Kunst- und Kulturprojekte ist langfristig sichergestellt: die gemeinnützige Stiftung ist gesetzlich verpflichtet, die Erträge aus dem Stiftungskapital zeitnah im Sinne des Stiftungszweckes, für die Förderung von Kunst und Kultur zu verwenden. In einer Interimsperiode soll die Stiftung jedoch personell verschlankt werden, weshalb die Position der Geschäftsführerin zunächst nicht neu besetzt wird. Ermöglicht wird dies durch den Ausbau der Kooperationen mit regionalen Partnern: RE-SEARCH, das ZF-Forschungsstipendium mit dem Zeppelin Museum, der ZF-Musikpreis mit Peter Vogel von birdmusic und der ZF-Kurzfilmpreis in Verbindung mit den Filmtagen Friedrichshafen. Während der Interimsphase wird die Stiftung vom Vorstand und Talina Palmer, der bisherigen Assistenz der Geschäftsführung, die künftig für die Stiftungsorganisation und das Eventmanagement verantwortlich ist, weitergeführt werden.

Regina Michel hat Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Byzantinistik an der Philipps Universität in Marburg und der Universität Hamburg studiert und 1990 mit Magister Artium bei Prof. Wolfgang Kemp abgeschlossen. Ihre erste eigene Ausstellung kuratierte sie bereits 1984 in der Freien Akademie der Künste in Hamburg im Rahmen der Hamburger Jahnnwochen: „Hans Henny Jahnn – Zum 90. Geburtstag und 25. Todestag“.

(Quelle: ZF Kunststiftung/ZF art foundation)