Friedrichshafen: Logistik-Firma muss Insolvenz anmelden

Friedrichshafen: Logistik-Firma muss Insolvenz anmelden
24 Mitarbeiter sind von einer Insolvenz zweier Logistikunternehmen betroffen. (Bild: Pixabay)
WOCHENBLATT
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Für zwei Gesellschaften der KÖGL-Gruppe aus Friedrichshafen wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Erste Teilverkäufe konnten bereits erzielt werden. 24 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen. Die Unternehmensgeschichte reicht bis in das Jahr 1947.

Die KÖGL Unternehmensgruppe aus Friedrichshafen ist insolvent. Für zwei Gesellschaften der Unternehmensgruppe wurde am 1. September das Regelinsolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit eröffnet. Zum Zeitpunkt der Insolvenzantragstellung beschäftigten die beiden Gesellschaften insgesamt rund 24 Mitarbeiter. Zum Insolvenzverwalter wurde der Sanierungsexperte Dietmar Rock von der Kanzlei Müller Rock aus Kempten bestellt. Rock war zuvor bereits als vorläufiger Insolvenzverwalter tätig.

Angespannte wirtschaftliche Lage seit Jahresbeginn

Nach Angaben der Rechtsanwaltskanzlei Fröhlich aus Friedrichshafen, die das WOCHENBLATT auf Anfrage über die aktuelle Situation informierte, liegt der Hintergrund der Insolvenzanträge insbesondere in der seit Beginn des Jahres 2026 angespannten wirtschaftlichen Situation und einer nicht ausreichenden Auftragslage. Die Logistikbranche sei allgemein von einer rückläufigen beziehungsweise verhaltenen Auftragslage bei gleichzeitig hoher Kostenbelastung geprägt gewesen. Diese Entwicklung habe sich auch auf die beiden betroffenen Gesellschaften ausgewirkt. Beide Gesellschaften haben ihren Hauptsitz in Friedrichshafen.

Investorenprozess ohne außergerichtliche Lösung

Bereits vor den Insolvenzanträgen wurde ein strukturierter Investoren- und M&A-Prozess durchgeführt. Ziel war eine außergerichtliche Sanierungs- beziehungsweise Investorenlösung für die KÖGL-Gruppe. Nach Angaben der Kanzlei Fröhlich führte dieser Prozess zunächst nicht zu einer tragfähigen außergerichtlichen Lösung. Im bisherigen Verfahrensverlauf konnten für beide Gesellschaften nach Angaben der Kanzlei bereits Teillösungen in Form von Teilverkäufen erzielt werden.

Bei den insolventen Unternehmen handelt es sich um die Kögl Logistik GmbH & Co. KG und die PRO-Logistik KÖGL GmbH.

Vom Fuhrbetrieb zum Logistikdienstleister

Die Geschichte der KÖGL-Unternehmensgruppe reicht bis ins Jahr 1947 zurück. Damals gründete Fritz Kögl in Markdorf einen Fuhrbetrieb. Zunächst belieferte er die Bevölkerung unter anderem mit Öl, Fett und Waschmitteln.1961 erweiterte Kögl das Unternehmen um einen Taxibetrieb. 1973 übernahm er die Bahnspedition in Friedrichshafen und vergrößerte damit den Aktionsradius bis nach Ravensburg. Ab 1980 transportierte das Unternehmen unter anderem Haushaltsgeräte für Kaufhäuser und übernahm deren Aufstellung beim Kunden.In den 1990er-Jahren entwickelte sich das Unternehmen von der klassischen Spedition zunehmend zum Logistikdienstleister. Hintergrund war der Trend, dass Industrieunternehmen logistische Aufgaben an externe Spezialisten auslagerten. KÖGL bot daraufhin unter anderem Planung, Organisation, Transport und Verteilung aus einer Hand an.2007 stieg auch Bernd Kögls Tochter Diana Kögl in die Geschäftsführung ein, wie aus einem Unternehmensporträt aus dem Jahr 2013 hervorgeht.Für die beiden Gesellschaften der KÖGL-Unternehmensgruppe läuft inzwischen das Regelinsolvenzverfahren. Im bisherigen Verfahrensverlauf konnten bereits Teilverkäufe für beide Gesellschaften erzielt werden.