Bio in Großküchen Fachtreffen zeigt Wege zu mehr Bio in öffentlichen Küchen in Friedrichshafen

Fachtreffen zeigt Wege zu mehr Bio in öffentlichen Küchen in Friedrichshafen
Auf Einladung des Landwirtschaftsamts Bodenseekreis haben sich Erzeuger, Lieferanten, Abnehmer und kommunale Entscheider darüber ausgetauscht, wie der Bio-Anteil in Kantinen und Schulspeisungen erhöht werden kann. (Bild: A. Greiner)
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Mehr Bio in öffentlichen Küchen ist auch bei knappen Budgets möglich. Fachleute aus dem Bodenseekreis tauschen sich über Lösungen und Praxisbeispiele aus.

Unter dem Motto „Mehr Bio in öffentlichen Küchen“ hat das Landwirtschaftsamt des Bodenseekreises am 23. Juni 2026 erstmals ein Vernetzungstreffen für Fachleute veranstaltet. Rund 40 Erzeuger, Lieferanten, Abnehmer und kommunale Entscheider kamen im Landratsamt in Friedrichshafen zusammen, um Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Das gemeinsame Fazit: Mehr Bio in der Gemeinschaftsverpflegung lässt sich auch bei begrenzten finanziellen Mitteln umsetzen, wenn Konzept, Einkauf und Küchenpraxis aufeinander abgestimmt sind.

Landrat Luca Wilhelm Prayon betonte die Chancen der kleinstrukturierten Landwirtschaft in der Region. Diese ermögliche eine große Vielfalt regionaler Produkte und ein hohes Maß an Identifikation der Erzeuger mit ihren Produkten.

Nachfrage nach Bio-Produkten steigt

Carmen Hügemann vom Landwirtschaftsamt erklärte: „Wir haben als Behörde zwar keinen systematischen Überblick, wie hoch der Bio-Anteil in den vielen Gemeinschaftsverpflegungen im Kreis ist. Aber wir spüren, dass die Nachfrage steigt, seitens der Eltern und vieler Betreiber. Das wollen wir unterstützen. Denn mehr regionale Bio-Produkte auf den Tellern sind gut für die Gesundheit, die Umwelt und unsere Betriebe.“

Andreas Greiner von der Firma Ökonsult erläuterte anhand der nationalen BioStrategie 2030, dass regionale Herkunft allein nicht ausreiche. Erst die Kombination mit Bio ermögliche nachhaltiges Kochen. Nach seiner Einschätzung entwickelt sich insbesondere die Schulverpflegung klar in Richtung eines höheren Bio-Anteils. Selbst bei einem Bio-Anteil von mehr als 50 Prozent lägen die Mehrkosten für Anbieter lediglich im Centbereich pro Mahlzeit. Zudem könnten die Abgabepreise durch einen bewusst gewählten Fleischanteil und die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung gut gesteuert werden. Darüber hinaus stellte Greiner Beispiele kommunaler Vergaben sowie Fördermöglichkeiten vor.

Praxisbeispiele und Austausch

Aus der Praxis berichteten Jürgen Miller vom KBZO, das täglich rund 1.200 Essen ausgibt, über die Kostensteuerung. Petra Melchers von Konradi kocht stellte den Bio-Anteil von rund 45 Prozent in ihrem Betrieb vor. Christine Steidle vom Gasthaus Zum Sternen, ausgezeichnet mit Bioland Gold, präsentierte eine betont vegetarische Speiseplanung sowie regionale Bezugsquellen.

In Workshops vertieften die Teilnehmenden Fragen zur Umsetzung, insbesondere zu Vergabeprozessen und transparenten Informationsflüssen entlang der Lieferketten. Bei einer Kontaktbörse präsentierten sich unter anderem die Bio-Musterregion Bodensee, MBW/Biozeichen BW, Regenerate Forum, Fairfleisch und die Tress-Brüder.

Die Initiative „BioBitte.“ ist Teil des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL).

(Quelle: Landratsamt Bodenseekreis)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.