Millers Wahlperiode endet am 3. Februar 2027. Als Erster Bürgermeister verantwortet er das Dezernat II (Finanzen und Wirtschaft), fungiert zudem als Hospitalverwalter und Leiter des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft. Im Gemeinderat gab Miller, der vor sieben Jahr vom Landratsamt Biberach zur Stadtverwaltung gewechselt war, nun eine Erklärung ab. Nach reiflicher Überlegung habe er sich entschieden, nicht erneut zu kandidieren. „Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen.“
Er führte aus, dass das Bürgermeisteramt nicht nur eine Aufgabe sei, sondern eine umfassende Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger, die Stadt und die Verwaltung, und nicht zuletzt eine Herzensangelegenheit. Die Herausforderungen seien groß, die zeitliche Beanspruchung dauerhaft hoch. „Manche Anstrengung mag auch an meinen Ansprüchen an mich selbst liegen“, bekannte der EBM. Obwohl er das Amt gerne, mit voller Überzeugung und persönlichem Einsatz ausfülle, müsse er sich eingestehen, dass die anhaltende Belastung oft viel Kraft koste und ihren Tribut fordere.
Miller, Jahrgang 1964, merkte an, dass man „leider auch nicht jünger“ werde, eine weitere halbe oder volle Amtsperiode könne er in dieser Intensität und Aufgabenfülle nicht mehr leisten. „Da möchte ich zu Ihnen und mir ehrlich sein.“ Er warb um Verständnis für seine Entscheidung und sicherte zu, selbstverständlich bis zum Ende seiner Amtszeit weiter mit „vollem Engagement, Verlässlichkeit und Sorgfalt“ für die Interessen der Stadt, ihrer Betriebe sowie der Hospitalstiftung einzutreten.
Oberbürgermeister Norbert Zeidler ergänzte, dass er diesen Beschluss sehr bedaure. „Ich wäre sehr gerne mit Ralf Miller in eine weitere Amtszeit gegangen.“ Er habe versucht, Miller von einer erneuten Kandidatur zu überzeugen, akzeptiere aber dessen Entscheidung nach mehr als 40 Dienstjahren, die meiste Zeit davon in verantwortungsvollen Führungspositionen, selbstverständlich.
Wer die Nachfolge von Ralf Miller antritt, soll gegen Ende des Jahres entschieden werden. Zeidler nannte den Zeitraum von Anfang November bis Ende Dezember als möglichen Korridor für eine Wahl. Frühestmöglicher Termin sei der 16. November, so der OB. Die Details würden zeitnah geklärt.
(Quelle: Stadtverwaltung Biberach)