Mobilität der Zukunft gestalten Öffentlichkeitsbeteiligung zum Klimamobilitätsplan startet mit erstem Mobilitätsforum

Öffentlichkeitsbeteiligung zum Klimamobilitätsplan startet mit erstem Mobilitätsforum
Beim Mobilitätsforum konnten die Bürger ihre Anregungen einbringen. (Bild: Stadt Biberach)

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Mit welchen konkreten Maßnahmen können Klimaschutzziele im Mobilitätsbereich erreicht werden? Antworten darauf soll der Klimamobilitätsplan liefern.

Ein Prozess, der in Biberach zu Beginn dieses Jahres gestartet wurde und in den die Bürger miteinbezogen werden. Den Auftakt machte eine Haushaltsbefragung, vergangene Woche folgte das erste Mobilitätsforum. Rund 40 Interessierte nutzten im Heinz H. Engler-Forum die Gelegenheit, um ihre Vorschläge und Hinweise zur künftigen Mobilität in Biberach anzubringen.

Das Land Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 die Emissionen im Verkehrssektor um mindestens 55 Prozent (gegenüber 1990) zu reduzieren. Damit einher geht die Chance, die Zukunft zu gestalten. Aufenthalts- und Lebensqualität könnten gestärkt, öffentliche Räume aufgewertet und erlebbar gemacht werden. Dabei, das betonte Biberachs Baubürgermeister Christian Kuhlmann beim Mobilitätsforum im Heinz H. Engler- Forum eingangs, sei es wichtig, den Fokus auf alle Formen der Mobilität zu legen.

Exemplarisch verwies er auf den geplanten B 30-Aufstieg. „Der Aufstieg soll Verkehre aus der Stadt bringen und dort mehr Platz für Fußwege, Radwege und den ÖPNV schaffen“, sagte Kuhlmann. Dies wiederum könne die Treibhausgas-Bilanz verbessern.

Die Erstellung des Klimamobilitätsplans hatte der Biberacher Gemeinderat im vergangenen Jahr beschlossen, die Büros Inovaplan (Verkehrsplanung) und Dialog-Werke (Öffentlichkeitsbeteiligung) begleiten den Prozess. Seitens der Stadt koordiniert Klimaschutzmanagerin Lisa-Marie Schröder das Projekt. Tim Hilgert von Inovaplan präzisierte beim Mobilitätsforum, das von Lisanne Pucher (Dialog-Werke) moderiert wurde, welche Ziele der Klimamobilitätsplan verfolgt.

Ein Handlungsleitfaden soll der Stadt Biberach aufzeigen, welche Maßnahmen umgesetzt werden können und welchen Effekt diese haben. „Das Ziel ist ganz klar, in einen Umsetzungsprozess zu kommen“, sagte Hilgert. Dafür seien drei Phasen vorgesehen: Bestandsaufnahme, Maßnahmenentwicklung und -bewertung sowie Abschluss und Übergabe.

900 teilnehmende Haushalte

In Phase eins erfolgte im April eine Mobilitätsbefragung. Zielgruppe waren Haushalte/Personen in Biberach sowie in Mittelbiberach, Ummendorf und Warthausen. Mehr als 900 Haushalte – fast 2.000 Personen – nahmen teil. Beim Mobilitätsforum wurden die Zwischenergebnisse der Befragung präsentiert. Zum Beispiel, dass mehr als 60 Prozent mindestens einmal pro Woche zu Fuß gehen, mehr als die Hälfte der Personen einmal pro Woche Rad fährt, circa 60 Prozent mindestens einmal monatlich öffentliche Verkehrsmittel nutzen und circa 80 Prozent mindestens einmal wöchentlich mit dem Auto fahren.

Auf die Frage nach Wünschen für die Zukunft der Mobilität in Biberach konzentrierten sich die meisten Antworten auf den Busverkehr – unter anderem wurden eine engere Taktung, günstigere Preise und ein Netzausbau genannt.

Auch beim Mobilitätsforum hatten die Anwesenden nochmals die Möglichkeit, an Stellwänden den Status quo in den Bereichen Autoverkehr, Fuß- und Radverkehr, Aufenthaltsqualität und Sicherheit sowie ÖPNV zu bewerten und ihre Wünsche zu dokumentieren. „Wir wollen diese Hinweise in die Maßnahmenentwicklung miteinbeziehen“, sagte Maren Mayer de Groot (Dialog-Werke). Baubürgermeister Kuhlmann ordnete ein, dass die meisten Rückmeldungen wenig überraschend seien, viele der Anliegen seien bereits vor zwei Jahren beim Bürgerbeteiligungsprozess „Platz für alle“ aufgekommen.

Die Wahrnehmung sei bei manchen Themen je nach Blickwinkel unterschiedlich. „Die Taktung im ÖPNV finde ich zum Beispiel für eine Stadt der Größe Biberachs außergewöhnlich gut“, erklärte Kuhlmann. Trotzdem gebe es gegenteilige Meinungen, weshalb man differenzieren müsse. Im Umland sei die Taktung in der Tat nicht so gut wie in der Kernstadt. Nach einer abschließenden Diskussion, bei der sich auch die Bürger einbrachten, antwortete Kuhlmann auf die Frage, wie seine Wunschvorstellung der Mobilität in Biberach im Jahr 2035 aussehe, dass ihm grundsätzlich ein Miteinander der unterschiedlichen Verkehre sehr wichtig sei. Für 2035 hoffe er, „dass es gleichwertige Bedingungen für die Verkehre gibt – und das möglichst treibhausgasneutral“.

Weitere Beteiligungsformate

Die Bürger der Stadt werden auch im weiteren Verlauf in die Erarbeitung des Klimamobilitätsplans einbezogen. So sind unter anderem eine Online-Beteiligung (Herbst 2024) und ein zweites Mobilitätsforum (Frühjahr 2025) geplant.

Aktuell läuft eine Betriebsbefragung. Die Stadtverwaltung bittet alle Biberacher Betriebe und Unternehmen bis spätestens Montag, 15. Juli, an der Umfrage teilzunehmen. Der Link zur Umfrage findet sich unter www.biberach-riss.de/kmp.

(Pressemitteilung: Stadt Biberach)