Klimaneutrale Schifffahrt auf dem Bodensee soll weiter vorangebracht werden

Die 44. Tagung der Internationale Bodenseekonferenz fand in München statt. Der Bodenseeverkehr soll klimaneutral werden.
Die 44. Tagung der Internationale Bodenseekonferenz fand in München statt. Der Bodenseeverkehr soll klimaneutral werden. (Bild: Bayerische Staatskanzlei)

Was der Freistaat Bayern während seines Vorsitzjahres 2023 auf den Weg gebracht hat, soll jetzt fortgeführt werden: die klimaneutrale Zukunft der Bodenseeschifffahrt. Die internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) sprach sich nun erneut deutlich für das Vorhaben aus.

Vergangene Woche tagte die Internationale Bodenseekonferenz in München zum 44.-mal. Die zehn IBK-Regierungschefs und ihre Vertreter teilen nach wie vor dieselbe Meinung: Die nachhaltige Mobilität auf dem See muss her. Und das möglichst schnell.

Vorantreiben möchte das nun der neue Vorsitz: der Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden. Dieser kündigt ein arbeitsreiches und erfolgsorientiertes Jahr für das Vorhaben an. Bayerns Europaminister Eric Beißwenger übergab nicht nur die Verantwortung an den Innerrhoder Landammann Roland Inauen. Auch das symbolische IBK-Steuerrad wurde feierlich überreicht. 

Die vorantreibenden Kräfte des Projekts: Neuer Schweizer Vorsitz Inauen (links) und Bayerns Europaminister Beißwenger (rechts).
Die vorantreibenden Kräfte des Projekts: Neuer Schweizer Vorsitz Inauen (links) und Bayerns Europaminister Beißwenger (rechts). (Bild: Bayerische Staatskanzlei)

Bayern zieht positive Bilanz aus Vorsitz

Eric Beißwenger blickt zufrieden auf sein Vorsitzjahr 2023 zurück: „Trotz vieler schwieriger Themen ist es unter dem bayerischen Vorsitz gelungen, neue Impulse in der IBK zu setzen.

Vor allem im Bereich klimaneutrale Mobilität rund um und auf dem Bodensee sind wir einen großen Schritt vorangekommen. Als großen Erfolg sehe ich auch den kraftvollen Auftritt der IBK im Juni in Brüssel, um die Anliegen der Bodenseeregion auch in Europas Hauptstadt zu platzieren.“

Schiffe sorgen für enorm hohe CO₂-Emissionen

In der Machbarkeitsstudie „Klimaneutrale Schifffahrt auf dem Bodensee“, die im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums von Prof. Dr. Werner Tillmetz erstellt wurde, wurde deutlich, dass rund 90 Prozent aller CO₂-Emissionen pro Jahr (etwa 52.000 Tonnen) durch drei Kategorien von Schiffen verursacht werden.

Zur Hälfte ist demnach der ganzjährige Betrieb der Fähren als auch die saisonal betriebenen Fahrgastschiffe für den Ausstoß verantwortlich. Zusätzlich verschlimmern Motorsportboote mit erhöhter Leistung die CO2-Werte.

„Die Klimaneutralität ist langfristig mit CO₂-neutralen Kraftstoffen erreichbar“

Laut Bayerns Europaminister Beißwenger sei es durchaus möglich, die meisten Boote vorwiegend und langfristig mit CO2-neutralen Kraftstoffe zu bewegen. Bevorzugt soll zukünftig E-Methanol zum Einsatz kommen. Beißwenger hält das Ziel, den Bodenseeschiffsverkehr bis 2040 klimaneutral zu machen, für realistisch.

Die Internationale Bodensee-Konferenz

Die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) ist die gemeinsame Plattform der Regierungen der Länder und Kantone Baden-Württemberg, Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Fürstentum Liechtenstein, Vorarlberg und Bayern.

Ziel der IBK ist es, die Bodenseeregion als attraktiven Lebens-, Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum zu erhalten und zu fördern und die regionale Zusammengehörigkeit zu stärken. Sie bildet den Kern eines breit gefächerten Netzwerkes der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Bodenseeregion. Weitere Informationen unter www.bodenseekonferenz.org.

(Quelle: bodenseekonferenz.org, bayern.de)