Kreissparkasse Biberach erreichte selbstgesteckte Ziele

Kreissparkasse Biberach erreichte selbstgesteckte Ziele
Auf ein solides Geschäftsjahr 2022 konnten Michael Schiele, Martin Bücher und Kurt Hardt (von li) zurückblicken. (Bild: Kreissparkasse Biberach)

Der Vorstand der Kreissparkasse Biberach präsentierte am Gründonnerstag, 6. April, die Geschäftsentwicklung für das Jahr 2022. Vorstandsvorsitzender Martin Bücher bezeichnete es trotz des schwierigen Umfeldes durch den Ukrainekrieg, Inflation und Zinsanstieg als solides Geschäftsjahr. Die vorgelegten Zahlen zeigten eindrucksvoll, dass sich die Kreissparkasse Biberach positiv weiterentwickelt hat.

Deutliche Zuwächse konnte die Kreissparkasse bei den Kontenzahlen (plus 4,6 Prozent) erzielen, das Geschäft mit dem Online-Banking boomt, gegenüber dem Vorjahr wurde die Freischaltquote um 6,6 Prozent gesteigert. Bücher merkte dazu an: „Wir haben im abgelaufenen Jahr 2500 neue Kunden gewonnen.“

Auch die weiteren Kennzahlen lassen aufhorchen: Die Bilanzsumme wurde um 3, 6 Prozent gesteigert und erhöhte sich um 233 Millionen Euro auf knapp 6,7 Milliarden Euro. Mit Genugtuung ergänzte Bücher die starke Stellung der Kreissparkasse: „In den letzten sechs Jahren sind wir im Kundengeschäft um 1,5 Milliarden Euro gewachsen.“ Das Kundenkreditvolumen ist, so Bücher, um 4,6 Prozent auf jetzt 3,57 Milliarden angestiegen. Unter dem Strich ergab sich ein Jahresüberschuss von 6,1 Millionen Euro.

Bücher nannte auch die Gründe für die Erfolge: „Wir haben in den letzten beiden Jahren beim Kundengeschäft einen Zuwachs von 21 Prozent erreicht. Mit unserer innovativen Ausrichtung übernehmen wir für die Menschen, die Wirtschaft und für soziale Bereiche in unserer Region Verantwortung“ Er verwies zudem darauf, dass die starke Präsenz in der Fläche und ein starkes digitales Angebot hilfreich sei.         

Starke Eigenkapitalbasis

Vorstand Michael Schieble stellte beeindruckende Zahlen vor. Im Geschäftsjahr wurde die Kapitalbasis um 20 Prozent gesteigert. Die Bankenaufsicht fordert eine Eigenkapitalquote von 8 Prozent, bei den Sparkassen im Ländle liegt sie im Durchschnitt bei 15 Prozent. Das Kernkapital der Kreissparkasse Biberach liegt mit 22,8 Prozent weit darüber. Schieble wies darauf hin, dass für das Risiko steigender Kreditausfälle und deren Folgen ausreichend Vorsorge getroffen worden sei: „Dank unserer hervorragenden Eigenkapital-Ausstattung sind wir weiterhin sehr gut aufgestellt und können die derzeitigen Herausforderungen gut bewältigen.“

Veränderungen am Kapitalmarkt

Vorstand Kurt Hardt blickte auf die spannenden Entwicklungen auf dem Kapitalmarkt zurück: „Zum Jahreswechsel 2021/2022 wurden Staatsanleihen noch mit minus 0,5 Prozent ausgegeben. Nun erlebten wir in vier Zinsschritten den stärksten Zinsanstieg seit der französischen Revolution auf 2,75 Prozent.“ Bei der Baufinanzierung sei ein Rückgang festzustellen, während bei Firmenkrediten ein deutlicher Zuwachs verzeichnet werden konnte.

Chancenkapital und Vermögensmanagement

Mit 297 Beteiligungen an 154 Unternehmen ist Chancenkapital BC mit fast 64 Millionen erfolgreich. Hardt merkte an, dass die Kreissparkasse Biberach mit dieser Beteiligungsgesellschaft zu den TOP Drei in Deutschland zählt. Im Vermögensmanagement wurde neue 133 Kunden gewonnen, die Gesamtzahl liegt nun über 800. Auch beim Private Banking wurden Zuwächse erzielt. Hardt führte dazu aus: „Im Geschäftsjahr wurden rund 1000 mehrstündige Beratungsgespräche geführt. Zudem haben wir sieben Testamentsvollstreckungen im Wert von 13 Millionen vollzogen.“

Auch im Jahr 2022 untermauerte die Kreissparkasse Biberach ihr soziales Engagement wieder mit einer Summe von über 1,2 Millionen Euro. Sie unterstützt damit die Bereiche Bildung, Sport, Kultur, Umwelt und Soziales.      

Altersversorgung boomt, Bauspargeschäft stark

Bücher konnte im Bereich Versicherungen und Altersversorgung über glänzende Entwicklungen berichten: „Bei der privaten Altersversorgung haben wir um 30 Prozent, bei der betrieblichen Altersversorgung sogar um 121 Prozent zugelegt. Das sind tolle Erfolge.“ Die Mitarbeiterbindung sei bei der Beratung von Firmen ein wichtiger Faktor, führte Bücher weiter aus. Seine Ausführungen zum Bausparen während verblüffend: „Bausparen ist back! Dieses Finanzierungsinstrument war totgesagt und kehrt nun erfolgreich zurück.“ Im Geschäftsjahr wurden neue Bausparverträge in Höhe von 59 Millionen Euro abgeschlossen. 

Beim Immobiliengeschäft sieht Bücher eine Trendumkehr: „Die Zeiten des Glücksrittertums bei Verkäufen ist vorbei. Die Käufer schauen mittlerweile genauer hin, so z. B. auf den energetischen Zustand eines Hauses.“

Digitale Entwicklung

70 Prozent der Sparkassenkunden sind, so Schieble, mittlerweile im Onlinebanking unterwegs. Damit falle auch ein riesiger Kostenblock für Kontoauszüge und Papierbeschaffung weg. Doch die digitale Zukunft liegt nach seiner Einschätzung eindeutig bei der Nutzung des Mobilebankings über die Sparkassen-App. „Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine IBAN-Nummer eingetippt habe“, brachte er es auf den Punkt. Schieble berichtete, dass immer mehr Kunden ihr Handy für bargeldloses Zahlen nutzen. Kein Wunder, dass Bargeld rückläufig ist, doch dass die allermeisten Betrugsdelikte durch gefälschte Unterschriften auf Überweisungen „auffliegen“ schon.

Aktive Rolle bei Wohnraumbeschaffung

Zusammen mit regionalen Bauträgern ist die Kreissparkasse bei der Schaffung von günstigem Wohnraum engagiert. In Ulm-Böfingen entstanden 40 Wohnungen, deren Miete etwa 40 Prozent unter der Vergleichsmiete vor Ort festgelegt wurde. Auch im Laupheimer Baugebiet Mäuerle sollen auf ähnliche Weise 36 Wohnungen gebaut werden. Mit Tiefenbohrung und grünem PV-Strom will man dort ein zukunftsweisendes Versorgungskonzept umsetzen. Bezahlbarer Wohnraum soll auch in Rindenmoos entstehen, dort ist ein Mehrfamilienhaus geplant. Bücher blickte auch schon nach vorne: „Wenn sich weitere Möglichkeiten ergeben, schauen wir uns das an.“

 Auch bei den eigenen Geschäftsstellen tut sich was. In Erolzheim wird eine neue Geschäftsstelle mit 10 Wohnungen gebaut, das Domizil in Ertingen wird kernsaniert und erhält ein neues Raumkonzept. Auch in Maselheim wird die Geschäftsstelle neugestaltet.

Ausblick 2023       

Bücher wagte abschließend einen Blick auf das Geschäftsjahr 2023: „Das Geschäft wird vom Ukraine Krieg, Zinsentwicklung, Inflation und der Klimakrise mitbeeinflusst. Zudem sehen wir die ungewisse konjunkturelle Entwicklung und mögliche Kreditausfälle als weitere Risiken.“ Daher gelte es, so Bücher, weitere Ertragspotentiale zu nutzen. Dabei setzt er u.a. auf ein wachsendes Wertpapier- und Kundengeschäft sowie den Ausbau der Immobilienvermittlung und deren Verwaltung mit Dussler und Nestle.