Kunst im Umbruch Führungen zu Zeynsler in Biberach

Führungen zu Zeynsler in Biberach
An der Werkstatt lässt sich nachvollziehen, mit welchen Werkzeugen und Hilfsmitteln der Bildschnitzer Michael Zeynsler seine Werke schuf. (Bild: Stadt Biberach)
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Der Bildschnitzer Michael Zeynsler steht im Mittelpunkt einer Sonderausstellung im Museum Biberach. Öffentliche Führungen geben Einblicke in sein Leben und Wirken.

In den 1520er-Jahren verbreiteten sich die Ideen der Reformation auch in Biberach. Viele Menschen wandten sich von der alten Kirche ab, religiöse Bilder gerieten zunehmend in die Kritik. Zugleich zeigten die Bauernkriege mit dem Baltringer Haufen, wie groß die gesellschaftlichen Spannungen geworden waren.

Religiöse Kunst gerät unter Druck

Für einen Künstler wie Zeynsler muss dies eine Zeit voller Unsicherheit gewesen sein. Jahrzehntelang galten Altäre und Heiligenfiguren als sichtbarer Ausdruck von Glauben und Hoffnung – plötzlich wurden diese Kunstwerke infrage gestellt oder sogar zerstört.

1531 erreichte der Bildersturm schließlich auch Biberach. In der Stadtpfarrkirche St. Martin verschwanden zahlreiche Altäre. Für einen Bildschnitzer bedeutete dies nicht nur einen religiösen Wandel, sondern auch den Verlust seiner künstlerischen und wirtschaftlichen Grundlage.

Wie Zeynsler selbst zur Reformation stand, ist nicht bekannt. Da er auf der Liste der Biberacher Altgläubigen von 1530 nicht aufgeführt wird, wird angenommen, dass auch er – wie die meisten Biberacher Handwerker – evangelisch geworden ist. Ob er dadurch selbst bilderfeindlich wurde und sich von seiner Kunst abwandte, welchen Zwiespalt er möglicherweise empfand und unter welchem existenziellen Druck er stand, gehört zu den Fragen, die im Rahmen der öffentlichen Führungen behandelt werden.

Führungen und weitere Termine

Die nächsten öffentlichen Führungen finden sonntags um 11.15 Uhr statt: am 20. und 27. September mit Ina Billwiller.

Weitere Führungen werden sonntags um 15 Uhr angeboten: am 20. September mit Markus Pflug und am 27. September mit Claudia Manall.

Unter dem Titel „Wie kommt die Skulptur ins Museum“ geben die Restauratorinnen Katleen Otte und Heidi Haller am Samstag, 19. September, von 14 bis 17 Uhr Einblicke am Objekt.

Das Podiumsgespräch „Die Heilmaschine – Der Flügelaltar und sein Personal“ findet am Donnerstag, 24. September, um 18 Uhr im Museumsfoyer statt. Daran nehmen der Autor Georg Habenicht, der stellvertretende Museumsleiter Stefan Krämer und Museumsleiter Frank Brunecker teil.

(Quelle: Stadt Biberach)