Wälder werden gestärkt Bodenschutzkalkung startet im Landkreis Biberach auf 434 Hektar Wald

Bodenschutzkalkung startet im Landkreis Biberach auf 434 Hektar Wald
Mit einem Unimok wird der Kalk in den Wald geblasen. Durch die Kalkzufuhr werden die Bäume in ihrer Vitalität und Widerstandskraft gestärkt. (Bild: LFV, M. Sihorsch)
WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Ab dem 3. August werden ausgewählte Waldflächen im Landkreis Biberach gekalkt. Die Maßnahme stärkt die Waldböden im Klimawandel und kann den Zugang zu einzelnen Waldgebieten vorübergehend einschränken.

Ab dem 3. August bis voraussichtlich 4. September 2026 werden auf ausgewählten Waldflächen im Landkreis Biberach Bodenschutzkalkungen durchgeführt. Betroffen sind Waldgebiete in den Gemeinden Ingoldingen, Erlenmoos, Steinhausen an der Rottum, Ochsenhausen, Schwendi, Mietingen und Warthausen. Insgesamt sollen rund 434 Hektar Wald behandelt werden. Je nach Wetterlage dauert die Maßnahme etwa vier Wochen.

Waldzugang zeitweise eingeschränkt

Während der Arbeiten kann der Zugang zu einzelnen Waldgebieten vorübergehend eingeschränkt sein. Waldbesucher werden gebeten, die ausgeschilderten Sperrhinweise zu beachten. Außerdem kann es zeitweise zu Staubentwicklung kommen. Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen besteht durch das eingesetzte Kalkmaterial nicht. Bereits beim nächsten Regenschauer wird der Kalkstaub in den Boden eingewaschen.

Kalkung verbessert die Bodenqualität

Die bundesweite Bodenzustandserhebung hat gezeigt, dass eine gezielte Bodenschutzkalkung die vom Menschen verursachte Versauerung der Waldböden abmildern kann. Dadurch lässt sich die standorttypische Bodenfruchtbarkeit langfristig wiederherstellen. Die Zuführung basischer Nährstoffe stärkt die Vitalität der Bäume und erhöht ihre Widerstandskraft gegenüber Trockenheit.

Gesunde Waldböden sind zudem eine wichtige Voraussetzung für ein vielfältiges Bodenleben sowie stabile und widerstandsfähige Wälder. Gleichzeitig erfüllen sie eine bedeutende Funktion als natürlicher Trinkwasserfilter. Rund 70 Prozent des Trinkwassers in Baden-Württemberg stammen aus bewaldeten Gebieten. Ein gesunder Waldboden ist daher auch für den Wasserschutz von großer Bedeutung.

Planung dauert rund zwei Jahre

Einer Bodenschutzkalkung geht ein nahezu zweijähriger Planungsprozess voraus. Grundlage ist ein bodenkundliches Gutachten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg. Gekalkt werden ausschließlich Böden mit einer starken Versauerung, in der Regel bei einem pH-Wert unter 4,2 und einer Basensättigung unter 15 Prozent.

Im Rahmen der Planung werden die Belange des Arten-, Natur- und Wasserschutzes berücksichtigt. Flächen mit kalkungsempfindlichen Arten, Biotopen oder natürlich sauren Standorten bleiben von der Maßnahme ausgenommen und gelten als Ausschlussflächen.

Maßnahme wird öffentlich gefördert

Die Planung und Überwachung übernimmt die untere Forstbehörde des Landratsamts Biberach in Abstimmung mit den zuständigen Behörden für Natur-, Boden- und Wasserschutz. Eine Bodenschutzkalkung erfolgt abhängig vom Versauerungsgrad und der Bodenentwicklung höchstens einmal innerhalb von zehn Jahren.

Die Europäische Union sowie der Bund fördern die Bodenschutzkalkung privater Waldeigentümer.

Weitere Informationen zum Thema Wald gibt es auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat mlr-bw.de/wald. Ansprechpartnerin für Fragen zur Bodenschutzkalkung beim Kreisforstamt Biberach ist Luisa Greule [email protected].

(Quelle: Landkreis Biberach)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.