Folgen des Hitzesommers Borkenkäfer und Dürre schädigen Wälder in Sigmaringen
Borkenkäfer und Dürre setzen den Wäldern im Landkreis Sigmaringen erheblich zu. Die Forstverwaltung warnt vor zunehmenden Schäden und fordert Waldbesitzer zum Handeln auf.

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Von Mai bis September fiel im Landkreis Sigmaringen weniger als die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge. Die Folgen sind in den Wäldern deutlich sichtbar: Immer mehr Bäume leiden unter Trockenheit und Borkenkäferbefall. Besonders Fichtenbestände sind betroffen.
In den vergangenen Wochen hat sich die Lage in den Wäldern des Landkreises Sigmaringen erheblich verschärft. Selbst bislang weitgehend gesunde Bestände sind inzwischen flächig durch Dürreschäden und Borkenkäfer bedroht. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung rund um Neufra auf der Schwäbischen Alb.
Während der Hauptvegetationsperiode von Mai bis einschließlich September erreichten die Niederschläge im Landkreis nicht einmal die Hälfte des Durchschnitts der Jahre 1961 bis 1990. Die heißen und trockenen Sommermonate haben zahlreiche Bäume geschwächt.
Borkenkäfer breiten sich zunehmend aus
„In den vergangenen Wochen hat sich die Situation deutlich zugespitzt“, sagt Robert Hauser, Leiter des Forstreviers Neufra beim Fachbereich Forst des Landratsamts Sigmaringen.
Besonders problematisch ist die starke Vermehrung des Borkenkäfers. „Die Käfer befallen geschwächte Fichten und lassen diese absterben“, erklärt Hauser. Vor allem dort, wo Privat- und Gemeindewälder eng miteinander verzahnt sind, gestaltet sich die Bekämpfung schwierig.
„Es sind viele kleine Befallsherde entstanden, die nun explosionsartig größer werden“, warnt der Revierleiter.
Waldbesitzer sollen ihre Bestände kontrollieren
Die Forstverwaltung ruft Waldbesitzer im gesamten Landkreis Sigmaringen dazu auf, ihre Wälder möglichst zeitnah auf Borkenkäferbefall zu untersuchen. Werden befallene Bäume entdeckt, ist schnelles Handeln erforderlich.
„Dürreschäden und Borkenkäfer halten sich nicht an Flurstücksgrenzen“, betont Hauser. „Wir müssen gemeinsam wachsam bleiben, damit jahrzehntelange Arbeit nicht aufgrund von Nachlässigkeit zerstört wird.“
Eine zügige Aufarbeitung befallener Bäume kann dazu beitragen, die weitere Ausbreitung einzudämmen. Wichtig ist außerdem, dass das geschädigte Holz nicht über längere Zeit im Wald liegen bleibt. Dadurch soll möglichst verhindert werden, dass Käfer unter der Rinde oder im Waldboden überwintern.
Forstverwaltung bietet Unterstützung an
Gerade für Eigentümer kleinerer Waldflächen kann die Aufarbeitung von befallenem Holz eine Herausforderung darstellen. Die zuständigen Förster unterstützen bei der Einschätzung des Befalls und beraten zu geeigneten Maßnahmen.
„Wir wissen, dass die Aufarbeitung von Käferholz gerade für Eigentümerinnen und Eigentümer kleinerer Waldgebiete eine Herausforderung sein kann. Deshalb versuchen wir, sie so gut wie möglich zu unterstützen. Gleichzeitig müssen wir unsere Kapazitäten sinnvoll einsetzen“, erklärt Juliane Spiegelhalter, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Forst.
Umso wichtiger sei es, dass Waldbesitzer ihre Bestände regelmäßig selbst kontrollieren und bei einem Befall nicht abwarten. Wer unsicher ist, ob ein Baum betroffen ist oder welche Maßnahmen erforderlich sind, sollte frühzeitig die zuständige Forstrevierleitung kontaktieren.
Bei kleineren Mengen an Schadholz kann auch die Verwendung als eigenes Brennholz sinnvoll sein.
Mischwälder sollen widerstandsfähiger werden
Neben der Bewältigung der aktuellen Schäden verfolgt die Forstverwaltung langfristige Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel.
Ein Schwerpunkt liegt auf der sogenannten Naturverjüngung. Dabei werden junge Bäume gefördert, die sich auf natürliche Weise aus Samen entwickeln. Gleichzeitig setzt die Forstverwaltung bei Neupflanzungen auf eine größere Vielfalt an Baumarten.
Damit soll die Abhängigkeit von einzelnen Baumarten verringert und die Widerstandsfähigkeit gegenüber zunehmenden Hitze- und Trockenperioden verbessert werden. Regelmäßige Pflege und Durchforstung sollen zudem die Entwicklung stabiler und vitaler Bäume unterstützen.
Trotz der aktuellen Waldschäden sieht Spiegelhalter auch positive Entwicklungen. „In einigen Waldgebieten konnten in den vergangenen Jahren gute sogenannte Naturverjüngungsvorräte aufgebaut werden“, berichtet sie.
„Wo jetzt die geschädigten Fichten geräumt werden müssen, steht vielerorts bereits die neue Waldgeneration in Form von Laubholz-Naturverjüngung bereit.“
(Quelle: Landkreis Sigmaringen)
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Was bedeutet das?Transparenz
- Erstmals veröffentlicht
- 29.10.2026, 08:33 Uhr





