Ein aufziehendes Gewitter hat am Montagmittag das Zugseil der Karrenbahn aus der Spur gerissen. In der Gondel saßen 19 Personen und ein Hund fest. Die Bergung fand in rund 80 Metern Höhe statt. So fand die Rettung statt.
Der Karren (971 m) ist der Hausberg von Dornbirn und ein beliebtes Ausflugsziel – auch für Besucher aus Deutschland. Eine unerwartet starke Windböe hat am Montag die Seilbahn lahmgelegt. Wie es in einer Mitteilung der Stadt Dornbirn heißt, wurden das Trag- und Zugseil der Bahn aus der Spur gerissen. Die Folge: Eine der Kabinen blieb rund 250 Meter unterhalb der Bergstation in etwa 60 bis 80 Metern Höhe hängen – mit 19 Personen und einem Hund an Bord.
Bergung mit der Rettungsbahn war nicht möglich
Die beiden Gondeln wurden durch das Sicherheitssystem sofort gestoppt. In der unteren Kabine befanden sich keine Fahrgäste. Bei der oberen Kabine gestaltete sich die Situation deutlich komplexer: Eine Bergung mit der sonst für solche Fälle vorgesehenen Rettungsbahn war aufgrund der überkreuzten Seile nicht möglich.
Vor Ort liefen rasch die Notfallmaßnahmen an. Der Polizeihubschrauber Libelle führte gemeinsam mit der Bergrettung erste Erkundungsflüge durch. Zeitgleich wurden die eingeschlossenen Fahrgäste regelmäßig vom Kriseninterventionsteam (KIT) betreut. Die Stimmung in der Kabine war ruhig und besonnen heißt es weiter.

Notarzt und Bergretter wurden auf Kabinendach abgesetzt
Die technische Bergung gestaltete sich als anspruchsvoll. Die Kabine musste zunächst durch zusätzliche Sicherungen am Seil stabilisiert werden – dazu waren zwei präzise koordinierte Hubschrauberflüge erforderlich. Erst danach konnten ein Notarzt und ein Bergretter auf dem Dach der Kabine abgesetzt werden. In der Folge wurden – unterstützt durch weitere Bergretter – alle Insassen einzeln abgeseilt.

Auf dem Waldboden unterhalb der Seilbahn warteten 20 Einsatzkräfte der Bergrettung, die die Geretteten in Empfang nahmen. Anschließend wurden die Personen ins Tal gebracht, im Heim des Alpenvereins bei der Talstation versorgt und von der Rettung betreut. Glücklicherweise gab es keine Verletzten, der Einsatz war gegen 22 Uhr abgeschlossen. Im Einsatz war ein Großaufgebot an Rettungskräften.
Hintergrund: Letzte Fahrt vor dem Gewitter
Wie es seitens der Dornbirner Seilbahngesellschaft heißt, war die Fahrt die letzte geplante vor dem herannahenden Gewitter. Die Bahn wird bei Unwetterwarnungen routinemäßig außer Betrieb genommen. Der plötzliche, lokal eng begrenzte Windstoß kam jedoch unmittelbar vor der Abschaltung – ein Szenario, das in dieser Form kaum vorhersehbar war. Die betroffenen Fahrgäste haben eine außergewöhnliche Belastungssituation mit Ruhe und Disziplin gemeistert.

Auf der Seite der Karrenseilbahn ist zu lesen, dass die Bahn momentan außer Betrieb ist. Wie lange die Reparaturen an der Anlage dauern werden, ist nicht abschätzbar.
(Quelle: Dornbirn aktuell/Presse)