Sie gelten als Vergewaltigungsdroge: K.o.-Tropfen. Unbemerkt eingenommen, machen sie das Opfer wehr- und willenlos. In der Silvesternacht wollte eine 23-Jährige aus Füssen feiern. An Neujahr wachte sie in ihrem Bett auf und konnte sich an fast nichts mehr erinnern.
Mit K.o.-Tropfen sind verschiedene Drogen und Substanzen gemeint. Die umgangssprachliche Bezeichnung kommt von dem im Kampfsport verwendeten Begriff „Knock out“, der genutzt wird, wenn jemand sein Gegenüber niedergestreckt hat. Laut dem AOK-Gesundheitsmagazin wirken die Tropfen schnell, denn die Drogen – in der Regel ist es Gammahydroxybutyrat (GHB), das auch als Liquid Ecstasy bekannt ist – setzen die Menschen, die sie einnehmen, rasch außer Gefecht.“ Überdosiert können sie eine Atemlähmung verursachen und sogar zum Tod führen.
Was ist mit der 23-Jährigen Frau in der Silvesternacht passiert? Anhand der Schilderungen ihrer Begleitung ließ sich laut Polizei vermuten, dass die Partybesucherin in Füssen Opfer von K.o.-Tropfen geworden war. Die Polizei ermittelt derzeit wegen gefährlicher Körperverletzung. Das Ergebnis einer medizinischen Untersuchung steht noch aus.
Eine Gefahr, die man nicht sehen kann
K.o.-Tropfen im Getränk kann man nicht sehen, riechen und auch nur schwer schmecken. Einige Menschen wundern sich über einen leicht seifigen Geschmack, schöpfen dabei aber dennoch meist keinen Verdacht. Zumindest nicht, bis die Tropfen ihren Effekt entfalten.
Tipps der Polizei: So schützen Sie sich vor K.O.-Tropfen
- Offene Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen.
- Keine offenen Getränke oder Speisen von Fremden annehmen.
- Freudinnen sollten aufeinander achten und ihre Getränke nicht unbeobachtet lassen.
- Höchste Vorsicht ist geboten, wenn es der Freundin plötzlich schlecht geht und Fremde sie aus dem Raum bringen wollen.
Auch beim bloßen Verdacht des Missbrauchs von K.O.-Tropfen sollte die Polizei über den Notruf 110 alarmiert werden.
(Quelle: Polizeipräsidium Schwaben Süd/West)