Brauchtum mit Herz Großes Nikolaustreffen mit Bärbele-Markt in Missen-Wilhams

Großes Nikolaustreffen mit Bärbele-Markt in Missen-Wilhams
Zahlreiche Nikoläuse aus dem In- und Ausland versammeln sich beim Internationalen Nikolaustreffen in Missen-Wilhams vor der Pfarrkirche St. Martin.

Eine Gemeinde im Oberallgäu will mit einer langen Nikolausnacht den Kinderbrauch wieder mehr mit der Region verwurzeln. Aus diesem Grund findet am Freitag, 28. November, ab 18.45 Uhr, in Missen-Wilhams ein Internationales Nikolaustreffen statt.

In den letzten Jahrzehnten hat der liebe St. Nikolaus allerlei durchmachen müssen. Man hat ihm seine Mitra genommen, eine Kapuze über den Kopf gestülpt und ihn Weihnachtsmann genannt. Als solcher steht er in verschiedenen Schaufenstern der Städte, oder schaut aus Dachrinnen und Bücher heraus. So sieht es Franz Horn, der Initiator des besonderen Nikolaustreffens.

Mit 19 Jahren bereits zum Bischof geweiht

Er und viele andere Nikoläuse wollen, dass die Botschaft: Licht, Hoffnung und Güte in die Welt getragen wird und zwar so, wie es einst der Heilige Nikolaus von Myra tat. Der Bischof tat nämlich etwas, das auch heute noch die Herzen der Menschen erwärmt. Geboren zwischen 270 und 286 nach Christus, als Sohn reicher Eltern und mit zarten 19 Jahren zum Bischof geweiht, startete Nikolaus eine Serie wohltätiger Aktionen.

Es ist überliefert, dass der Glaubensmann armen Familien, im Dunkel der Nacht, heimlich Gold auf das Fensterbrett legte. Gold, dass jene Familien mehr als gut gebrauchen konnten. Denn die Beschenkten waren meist so arm, dass sie kurz davor standen ihre Kinder zu verkaufen, bevor sie alle den elenden Hungertod sterben mussten.

Ein Nikolaus-Darsteller in traditionellem Bischofsgewand erinnert an die ursprüngliche Botschaft von Güte und Nächstenliebe.
Ein Nikolaus-Darsteller in traditionellem Bischofsgewand erinnert an die ursprüngliche Botschaft von Güte und Nächstenliebe.

Wie aus dem Nikolaus der Weihnachtsmann wurde

Heute hat es der heilige Bischof schwer, denn sein kommerzieller Wiederpart „Weihnachtsmann“ hat nach wie vor Konjunktur, so Franz Horn. Deshalb schlüpft er selbst seit Jahren in die Rolle des Nikolaus, um damit die Herzen der Menschen, vor allem aber die der Kinder, zu erfreuen. „Die zunehmende Materialisierung und Kommerzialisierung des Nikolauses und Weihnachtsfestes bereitet ihm schon lange Bauchweh, denn darum gehe es einfach nicht“. Das war auch der Hauptgrund, warum er vor 13 Jahren ein Nikolaustreffen ins Leben gerufen hat. „Schließlich ist der Heilige Nikolaus einer der größten Heiligen, den eine Fülle von Legenden und Geschichten umgibt“.

Viele Nikoläuse finden den Weg ins Oberallgäu

Am Freitag, 28. November, ist es wieder so weit.Dann kommen bereits zum 13. Mal Nikolaus-Darsteller aus dem ganzen Allgäu, der Schweiz, Frankreich, Südtirol sowie Belgien in die Pfarrgemeinde St. Martin in Missen-Wilhams. Sie alle möchten diesen wichtigen Heiligen in den Mittelpunkt rücken. Denn hier, im Oberallgäu, gehen Glaube, Brauchtum und Gemeinschaft noch Hand in Hand. Alle kommen mit derselben Botschaft: Licht, Hoffnung und Güte in die Welt zu tragen – so, wie es eins der Heilige Nikolaus tat. „Der jüngste Darsteller ist 15 Jahre und kommt aus der Ramsau (Zillertal)“. Heimspiel hat sozusagen eine „Bischöfin“ aus Kempten. Sie ist mit 84-Jahren die älteste Teilnehmerin des Nikolaustreffens.

Programm am Freitag, 28. November 2025

ab 16:30 Uhr: Kleiner Bärbele Markt im Kurgarten mit Leckereien, Handwerkskunst und Alphorn

18:00 Uhr: Der Nikolaus schaut am Markt vorbei mit Engel Knecht Ruprecht und Esel

18:45 Uhr: Festzug der der rund 50 Nikolaus-Darsteller, begleitet von der Musikkapelle Ebratshofen, Engeln, Kinder mit Laternen, Knecht Ruprecht, Bärbele, Rumpel Klausen und Fackelträgern

19 Uhr: Aussendungs-Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin mit Musik, im
Anschluss Bruderschaftssegen für neue Mitglieder der Internationalen Nikolaus-Bruderschaft

20 Uhr: Rückmarsch der Nikoläuse mit Begegnung und gemütlichem Ausklang. (Der BR Fernsehen zeichnet das Treffen auf).