Halbstundentakt, neue Sprinter, mehr Verbindungen nach Paris und Amsterdam – das bietet der neue DB-Fahrplan ab 14. Dezember.
Mit dem Fahrplanwechsel bringt die Deutsche Bahn (DB) zahlreiche Verbesserungen und Anpassungen für Baden-Württemberg. Reisende profitieren von mehr Regelmäßigkeit, kürzeren Reisezeiten und erweiterten Fernverkehrsangeboten – müssen jedoch auch vorübergehende Einschränkungen in einigen Regionen einplanen.
ICE-Halbstundentakt ab Mannheim und neue Linienkonzepte
Künftig fahren ICE-Züge von Mannheim aus etwa halbstündlich versetzt nach Stuttgart sowie nach Frankfurt und weiter nach Göttingen (teilweise mit Umstieg in Fulda). Möglich wird dies durch geänderte Abfahrtszeiten und den Wegfall einzelner Umwege über den Frankfurter Flughafen bei Zügen in Richtung Hamburg.
Neuer Sprinter Stuttgart–Berlin und schnellere Umsteigeverbindungen
Ein neuer ICE-Sprinter verbindet Stuttgart und Berlin so schnell wie nie zuvor:
- Abfahrt Stuttgart: 7.03 Uhr
- Ankunft Berlin: 11.47 Uhr
Der Zug fährt ohne Zwischenhalt über Nürnberg und benötigt nur rund 4 Stunden 45 Minuten – eine Stunde weniger als bisherige Direktverbindungen via Frankfurt.
Die Rückfahrt startet um 16.12 Uhr in Berlin und erreicht Stuttgart um 20.57 Uhr.
Auch die zweistündlichen Umsteigeverbindungen – etwa von Stuttgart und Aalen nach Berlin – werden künftig 20 bis 30 Minuten schneller.
Der Sprinter startet baubedingt erst ab 18. Dezember, die schnelleren Umsteigeverbindungen ab 21. Dezember.
Mehr Fahrten nach Paris, frühere Abfahrten nach Amsterdam, Änderungen Richtung Österreich
Für Mannheim wird eine zusätzliche ICE-Direktverbindung mit Abfahrt um 11.40 Uhr eingeführt – die vierte nach Straßburg und die siebte nach Paris pro Tag. Der Gegenzug kommt um 14.17 Uhr zurück.
Die Amsterdam-Verbindung aus München fährt künftig zwei Stunden früher, etwa um 16.26 Uhr ab Stuttgart, und erreicht Amsterdam bereits um 21.29 Uhr.
Im Nachtverkehr kommen auf der Verbindung Zürich–Freiburg–Karlsruhe–Hamburg neue Nightjet-Züge mit modernster Ausstattung und „Mini-Cabins“.
Einschränkungen gibt es dagegen Richtung Österreich:
- Der Railjet Frankfurt–Stuttgart–Friedrichshafen–Innsbruck fällt 2026 weg.
- Die bisherige ICE-Direktverbindung nach Innsbruck entfällt dauerhaft für Ulm, Stuttgart und Mannheim.
Stabilerer Takt zwischen München, Stuttgart, Mannheim und Rheinland/Ruhr
Besonders schnelle Direktverbindungen von München über Stuttgart und Mannheim ins Ruhrgebiet fahren künftig durchgehend im Zweistundentakt. Eine bisherige Taktlücke in Stuttgart wird geschlossen.
Zudem ändert sich die Linienführung einiger Züge:
- Die erste Fahrt dieser Linie erreicht Stuttgart künftig aus Köln statt aus Frankfurt.
- Ab Frankfurt startet stattdessen ein neuer ICE um 7.15 Uhr via Mannheim nach Stuttgart.
Andere, wenig genutzte Einzelfahrten – etwa ein ICE um 16.23 Uhr nach Wiesbaden – entfallen zugunsten eines stabileren Gesamtsystems. Für Heidelberg bleiben weiterhin attraktive Direktverbindungen bestehen.
Bergstraße: neue Direktverbindungen, gleichzeitige Einschränkungen
Auf der Strecke Heidelberg–Weinheim–Darmstadt–Frankfurt werden Fernverkehrszüge übergangsweise alle 30 bzw. 90 Minuten eingesetzt – ausschließlich als ICE.
Die zweistündlichen ICE Karlsruhe–Heidelberg–Darmstadt fahren künftig nur noch vierstündlich weiter über Frankfurt, Marburg und Hannover nach Bremen. Ergänzend dazu verkehren weitere ICE im Vierstundentakt über Frankfurt Süd, Fulda und Braunschweig nach Berlin.
Dadurch entstehen neue Direktverbindungen, etwa dreimal täglich von Heidelberg nach Berlin (Fahrzeit ca. 5¼ Stunden).
In Wiesloch-Walldorf können ICE-Züge vorübergehend nicht halten.
Oberrhein: Interimsangebot wegen verspätetem Rastatter Tunnel
Da der Rastatter Tunnel erst 2027 in Betrieb geht, gilt 2026 ein Übergangskonzept:
- In Baden-Baden halten künftig überwiegend nur zweistündliche ICE aus NRW (27 Halte pro Tag).
- In Offenburg halten statt der ICE aus NRW nun ICE und SBB-Giruno-Züge aus Hamburg über Hannover.
- Damit ergeben sich versetzte Abfahrten alle 30 bzw. 90 Minuten statt eines Stundentakts.
Neuerungen gibt es auch Richtung Schweiz: zusätzliche Direktverbindungen nach Brig. Ab 2027 ist ein verbessertes Angebot geplant.
Auch die Anbindung des Nordwestens Deutschlands wird systematischer: zweistündliche Direktverbindungen etwa nach Düsseldorf, Münster, Osnabrück und Bremen – u. a. für Freiburg (Breisgau).
Neuer ICE L nach Oberstdorf ab Juli 2026
Auf dem Zugpaar NRW–Stuttgart–Oberstdorf kommen ab 11. Juli 2026 die neuen barrierefreien ICE L mit Bordrestaurant zum Einsatz.
Aufgrund zu niedriger Bahnsteige entfallen die Halte in Göppingen und Plochingen.
Zwischen Heidelberg und Ulm verlängert sich die Fahrzeit baubedingt um 30 Minuten. Zudem hält der Zug ab 26. Juni 2026 nicht mehr in Stuttgart Hbf, sondern alternativ in Vaihingen/Enz bzw. Esslingen.
Neue Wochenend-ICE auf der Schwarzwaldbahn und Änderungen auf der Gäubahn
Neu ist ein ICE-Zugpaar aus Köln über Frankfurt Flughafen nach Konstanz:
- Samstags: Abfahrt Köln 10.59 Uhr, Ankunft Konstanz 16.37 Uhr
- Sonntags: Rückfahrt 16.18 Uhr
Auf der Gäubahn fahren die IC-Züge bis Mitte Juni 2026 nur noch zweistündlich direkt nach Zürich; in der jeweils anderen Stunde ist ein Umstieg in Singen erforderlich. In Gegenrichtung bleibt der Stundentakt bestehen. Die DB plant Verbesserungen.
Außerdem gibt es neu ein ICE-Wochenendangebot nach Garmisch-Partenkirchen (Ankunft 12.35 Uhr) u. a. ab Mannheim, Stuttgart und Ulm.
Temporäre Baueinschränkungen
Ein Intercity-Zugpaar aus NRW endet weiterhin in Stuttgart statt in Tübingen. Im Knoten Stuttgart ist aufgrund zahlreicher Baustellen immer wieder mit vorübergehenden Einschränkungen zu rechnen.
Fahrplan 2026: Jetzt verfügbar in Auskunft und Ticketverkauf
Sämtliche neuen Verbindungen sind bereits auf bahn.de und im DB Navigator abrufbar. Tickets können bis zu zwölf Monate im Voraus gekauft werden. Nationale Angebote wie Super Sparpreis, Sparpreis oder Flexpreis stehen auch für Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Ferienzeiträume zur Verfügung.
Tickets ins Ausland sind bis zu sechs Monate vor dem Reisedatum buchbar.
Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember treten zudem bundesweit weitere Neuerungen in Kraft:
- 21 Städte erhalten einen ICE-Halbstundentakt – doppelt so viele wie bisher.
- Zusätzliche Sprinter verkürzen die Reisezeiten.
- Das Gesamtangebot bleibt trotz Anpassungen stabil.
- Die Preise steigen nicht: Die DB verzichtet auf eine Preiserhöhung.
(Quelle: Deutsche Bahn)