Ausbildung künftig als Duales Studium Die Hebammenschule am Universitätsklinikum Ulm schließt ihre Türen

Die letzten 19 Absolventinnen der Hebammenschule erhalten ihre Abschlusszeugnisse
Die letzten 19 Absolventinnen der Hebammenschule erhalten ihre Abschlusszeugnisse (Bild: Universitätsklinikum Ulm)

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Nach über vier Jahrzehnten wird die renommierte Hebammenschule der Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Ulm (UKU) im März 2024 die letzten Absolventinnen verabschieden. Der erste Kurs hatte im November 1983 die Hebammen-Ausbildung begonnen.

Das Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung hat deutschlandweit zur Konsequenz, dass seit dem 1. Januar 2023 keine schulische Ausbildung zur Hebamme mehr begonnen werden darf. Mit dem Examen des letzten Kurses schließt die Hebammenschule in den Räumen des Klosters Wiblingen ihre Türen. Bundesweit wurde im Jahr 2021 das primärqualifizierende Hebammen-Studium eingeführt und so die Ausbildung akademisiert.

„Über 40 Jahre lang hat unsere Hebammenschule für die Stadt und die Region Hebammen ausgebildet. Unsere Absolventinnen ermöglichen unzähligen Kindern auf höchstem medizinischen Niveau und in geborgener Atmosphäre den Start ins Leben und begleiten die Familien in dieser aufregenden Zeit“ sagt der Direktor der Akademie für Gesundheitsberufe Prof. Dr. Karl-Heinz Tomaschko. „Ich möchte allen Kolleginnen meinen herzlichen Dank für ihr Engagement und ihre Unterstützung aussprechen. Besonders Frau Gnannt, unsere Fachleiterin der Hebammenschule, hat mit ihrem unermüdlichen Einsatz unsere Einrichtung sicher durch alle Herausforderungen geleitet.“

Prof. Dr. Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am UKU ergänzt: „Die Hebammenschule der Akademie für Gesundheitsberufe in Ulm-Wiblingen hat unzählige junge Hebammen in enger Kooperation mit der Universitätsfrauenklinik ausgebildet und auf den anspruchsvollen Beruf vorbereitet. Neben der fachlichen Kompetenz und dem Fokus auf die Sicherheit von Gebärenden und Neugeborenen stand immer der respektvolle und empathische Umgang mit den ihnen anvertrauten Patientinnen im Vordergrund. Die Geburtshilfe der Region und weit darüber hinaus wurde nachhaltig und positiv durch die exzellente Ausbildung geprägt.“

Seit ihrer Gründung wurden an der Hebammenschule über 580 Hebammen ausgebildet. „Der erste Kurs bestand aus zehn Schülerinnen“, weiß Claudia Gnannt, langjährige Leiterin der Hebammenschule. „Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Ausbildungsplätze immer weiter an, bis insgesamt 36 Schülerinnen pro Jahr die Ausbildung begannen.“

Alle Absolventinnen und ehemaligen Mitarbeiterinnen der Hebammenschule haben die Möglichkeit, über das Alumni-Netzwerk der Akademie in Verbindung zu bleiben und sich während des jährlich stattfindenden „Tag der offenen Tür“ in der Alumni Lounge zu treffen. Dort haben sie auch die Gelegenheit, das Storchenpaar Bernhard und Bianca wieder zu beobachten. Schließlich war die Hebammenschule deutschlandweit die einzige, die durch das Storchennest Berühmtheit erlangte.

Am Universitätsklinikum Ulm findet bereits seit 2021 und auch künftig der berufspraktische Teil des Bachelorstudiengangs „Hebammenwissenschaften“ in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim statt. „Wir freuen uns über die nahtlose Fortführung der Ausbildung“, so die Pflegedienstleitung der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Frau Daniela Kerner. Am UKU werden jährlich jeweils 18 Studienplätzen mit Start zum 01.10. angeboten.

(Pressemitteilung: Universitätsklinikum Ulm)