Klimaaktivisten schon wieder vor Gericht

Klimaaktivisten schon wieder vor Gericht
Samuel Bosch (li.) und Charlie Kiehne vor dem Amtsgericht in Ravensburg. (Bild: Klimaaktivisten Bosch/Kiehne)
WOCHENBLATT
Redaktion

Am Donnerstag, 29. September, findet laut einer Pressemitteilung der Aktivisten erneut ein Prozess vor dem Ravensburger Amtsgericht statt. Bestandteil der Verhandlung sind die dezentralen Baumbesetzungen vom Dezember 2021 und Januar 2022.

Damals hatten Aktivisten an verschiedenen Orten in Ravensburg symbolisch für zwei Stunden Bäume besetzt. Jetzt wird ihnen die Leitung einer unangemeldeten Versammlung vorgeworfen, weil nach Auffassung der Staatsanwaltschaft einige zu nah beieinander waren. 

„Ich finde es erschreckend, wie sehr sich die Ravensburger Staatsanwaltschaft anstrengt, Straftatvorwürfe gegen uns zu konstruieren. Da fragt man sich schon, ob man im falschen Film ist. Wie viele Jahre man den ÖPNV wohl kostenlos machen könnte, anstatt solch sinnfreie Verfahren zu führen?“ so Charlie Kiehne (20).

Protestaktionen für Klimaschutz

Im Dezember 2021 hatten 12 Aktivisten in Ravensburg Bäume besetzt, um damit an die aus ihrer Sicht verfehlten Klimaziele der Ravensburger Stadtpolitik zu erinnern und ihre Forderungen erneut in den Vordergrund zu rücken. Das gesamte Jahr 2021 hatte es rund um Ravensburg verschiedenste Protestaktionen gegeben, um mehr Klimaschutz zu fordern. Die Aktivisten sehen keinen Fortschritt und wollen weiterhin auf ihre Ziele aufmerksam machen. 

„Der Ravensburger Klimakonsens ist bisher nicht mehr als ein Stück Papier. Umgesetzt wurde so gut wie nichts. Es ist erschreckend, dass uns die Zeit davonläuft und die Politik, statt möglichst schnell zu handeln, uns mit Vollgas gegen die Wand fährt“, so die Aktivisten.

Charlie Kiehne wird von Klaus Schulz verteidigt. Die Verfahren gegen alle anderen Aktivisten sind noch am Laufen. Während des Prozesses wird es eine solidarische Mahnwache von Unterstützern geben.