Die VfB-Volleyballer kommen zurück, verlieren aber dann doch

Die VfB-Volleyballer kommen zurück, verlieren aber dann doch
Die in grau-weiß gekleideten Häfler Volleyballer haben das Nachsehen. (Bild: Michael Behns)
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Redaktion

Lüneburg (wb/tmy) – Nicht nur wegen eines Kopftreffers bei Kapitän Dejan Vincic ist der VfB Friedrichshafen in der Volleyball-Bundesliga mit mehr als einem blauen Auge aus Lüneburg abgereist. Gegen starke Gastgeber kämpften sich die Häfler nach einem 0:2-Rückstand noch in den Tiebreak.

Doch am Ende hatten die Gäste vom Bodensee mit 2:3 (28:30, 25:27, 25:18, 25:18, 10:15) das Nachsehen. VfB-Cheftrainer Mark Lebedew hatte rotiert – allerdings nur im Vergleich zur Begegnung vor zwei Wochen gegen die Helios Grizzlys Giesen.

Avery Aylsworth statt Blair Bann und Andri Aganits anstelle von Marcus Böhme standen – laut Vereinsmitteilung – für Friedrichshafen auf dem Feld. Und die Häfler taten sich zunächst sehr schwer gegen hellwache Lüneburger. Vor allem mit dem Aufschlag – wie bei Jordan Ewerts Ass zum 5:5 – war die SVG gleich im Spiel.

Es brauchte ein ebenfalls druckvolles Service von Muniz, das Cacic verwandelte (11:10) und einen einhändigen Block von Aganits (13:11), um den Häflern ein bisschen Luft zu verschaffen. Dann lag plötzlich VfB-Zuspieler Dejan Vincic am Boden. Der Vize-Europameister hatte einen Ball ins Gesicht bekommen.

Vincic konnte weitermachen, allerdings gezeichnet – so der VfB weiter – von einem dicken Veilchen. Sein Team hielt trotzdem den Kurs, zumindest bis zum 20:18 von Daniel Muniz. Dann rutschte der Defensive ein Aufschlag von Pearson Eshenko durch (20:20) und Aganits verpasste den schnellen Ball von Vincic (22:23).

Friedrichshafen war in der Statistik das bessere Team, allerdings im Aufschlag nicht. Das zeigte sich auch beim letzten Satzball. Die Häfler Annahme geriet zu lang und Jordan Ewert verwandelte direkt (28:30). Auch der zweite Satz war ein bisschen das Duell der Aufschläge geblieben.

Wenn Friedrichshafen druckvoll servierte, war der Block da und griff zu (5:5, 9:7). Gleiches galt aber auch für die Lüneburger. Joe Worsley holte sich mit seinem Service die Führung wieder zurück (11:13), die dann Simon Hirsch mit dem Ass egalisierte (15:14).

Muniz führte sein Team – mit zwei cleveren Angriffen in den Block – zu einer Führung in die Crunchtime (20:18), aber wieder zogen die Häfler es nicht bis zum Ende durch. Drei Satzbälle hatte Lüneburg in der Folge. Zum dritten ging Ewert an die Linie und servierte stark. Cacic traf nur die Netzkante (25:27), sodass sich Lüneburg auch den zweiten Durchgang holte.

Friedrichshafen brauchte etwas fürs Selbstvertrauen. Die 3:0-Führung im dritten Satz hätte das ja sein können. Doch die VfB-Angreifer musste drei Blockpunkte schlucken und Lüneburg war wieder da (5:4, 7:7). Richard Peemüller tat den Gästen aber den Gefallen und verzog drei Angriffe in Folge (12:8).

Und dann ging es plötzlich ein wenig leichter bei Vincic und Co., auch wenn Muniz und der eingewechselte Luciano Vicentin die Brechstange rausholen mussten (15:12, 18:13). Aganits pflückte Solbrig (21:15) und schlug das Ass (23:16), sodass es dieses Mal reichte. 35 Sekunden dauerte der letzte Ballwechsel, ehe der Lüneburger Angriff zum 25:18 weit ins Aus flog.

Der Satzgewinn habe etwas von einem Brustlöser gehabt. Denn plötzlich rollte der VfB-Zug. Ein Ass von Hirsch (2:0) und jeweils Vicentin und Muniz aus dem Hinterfeld (6:1), zwangen SVG-Trainer Stefan Hübner zur Auszeit. Friedrichshafen marschierte nun aber. Vincic fand immer wieder Hirsch (11:4) und Arthur Nath hatte gegen van Berkel das Nachsehen (13:5).

Dejan Vincic kassierte noch die Gelbe Karte, weil er etwas zu intensiv mit dem Schiedsrichter über dessen Entscheidung sprach. Am Verlaufe des Satzes änderte das aber nichts mehr. Muniz ließ aus dem Hinterfeld krachen (25:18) und erzwang so den Tiebreak. Vincic musste sich jetzt sehr zusammenreißen, denn wieder kam es nach der 1:0-Führung zu diskussionswürdigen Entscheidungen der Offiziellen.

Lüneburg steckte das allerdings besser weg und servierte abermals stark (1:3). Der VfB hatte zwar seine Chancen, nutzte sie aber nicht. Als Cacic Pörner blockte, kam nochmal Hoffnung auf (6:8). Allerdings zog die SVG nochmal am Gashebel und bei Friedrichshafen klappte wenig. Nath sicherte sich schließlich die zwei Punkte für die Hausherren zum 15:10.

„Wir haben im ersten Satz zu vorsichtig begonnen und im zweiten Satz unsere Chancen nicht genutzt. Dann hat uns die Einwechslung von Luciano Vicentin sehr gutgetan und wir sind zurück ins Spiel gekommen“, sagte VfB-Trainer Mark Lebedew über die knappe Niederlage. „Im Tiebreak machen wir dann zu viele Fehler und verlieren so das Spiel.“