Die HSG-Handballer binden junges Rückraum-Ass bis 2023

Die HSG-Handballer binden junges Rückraum-Ass bis 2023
Wird nicht nur von den Gegnern gehalten, sondern auch von seinem Verein: David Knežević. (Bild: Michael Elser)
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Redaktion

Konstanz – Mit der Maximalausbeute von 28:0 Punkten hat der ungeschlagene Drittliga-Tabellenführer HSG Konstanz das Handballjahr 2021 beendet. Unter den Weihnachtsbaum der HSG-Fans kann Geschäftsführer André Melchert dazu nach dem schon vereinbarten Verbleib von Samuel Wendel noch die frühzeitige Vertragsverlängerung mit dem in den vergangenen Monaten toll aufspielenden Talent David Knežević legen.

Der Rückraum-Shooter erhält – laut Vereinsmitteilung – einen neuen sowohl für die 2. Bundesliga als auch für die 3. Liga gültigen Vertrag bis 30. Juni 2023. 20 Jahre jung ist er erst vor wenigen Wochen geworden und in dieser Saison dennoch schon richtig wertvoll für die HSG.

Der Weg ist noch lange nicht zu Ende

Ganz besonders, seit sich Peter Schramm das Kreuzband angerissen hat und noch Monate ausfallen wird. Mit 47 Treffern ist Knežević aktuell drittbester Torjäger beim Spitzenreiter und zweitbester Feldtorschütze. „David entwickelt sich von Tag zu Tag weiter“, bekommt er ein Lob von höchster Stelle.

Geschäftsführer Melchert hat dabei nicht nur sein Potenzial im Blick, sondern auch, dass „er stets hart an sich arbeitet“. Der Ehrgeiz des zwei Meter großen Rückraumspielers ist groß. Manchmal könne es Knežević alles gar nicht schnell genug gehen. „In diesen Momenten will er vielleicht sogar zu viel“, glaubt Melchert.

Auf der anderen Seite: „Nur solche Spieler kommen wirklich weiter. David ist noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung.“ In Konstanz bekam das Talent – nach seinem Wechsel aus der Jugend von Frisch Auf Göppingen – das Vertrauen und die nötige Zeit, sich an die Härte im Herrenhandball zu gewöhnen.

Spieler bekommt Zeit, sich weiterzuentwickeln

Diese Zeit werde man ihm weiter geben, sagt der Manager – und: „Wir erhoffen uns weitere Schritte von ihm.“ Der ehemalige deutsche Jugend-Nationalspieler selbst, dessen Vater Aleksandar 136 Mal für die jugoslawische Nationalmannschaft auflief, EM-Dritter wurde und lange Jahre für Frisch Auf in der 1. Bundesliga auf Torejagd ging, fühlt sich wohl in Konstanz.

Hier studiert er – so der Verein weiter – an der mit der HSG kooperierenden Exzellenzuniversität Psychologie und „das Umfeld, die Mannschaft und alles andere passt einfach. Ich habe nicht lange vor meiner Unterschrift überlegen müssen.“

Was der Geschäftsführer über seinen Schützling sagt, bestätigt dieser selbst, wenn er zwar von einer zufriedenstellenden Halbserie spricht, zugleich aber anfügt, dass „man immer besser werden kann, ich alles dafür tue und nicht zu zufrieden sein darf“. Ohne sich allerdings allzu viele Gedanken zu machen, mit viel Spielfreude und Hunger.

Dies habe auch dann hervorragend funktioniert, als er besonders gefordert war. Schließlich beschreibt auch Headcoach Jörg Lützelberger den langen Mann als „sehr ehrgeiziges, junges Talent. Ein Spieler mit ganz viel Potenzial, der in dieser Saison schon angedeutet hat, was für ihn möglich ist. Eine sehr gute Nachricht, dass er dabei bleibt.“

Entspannung ja, Trainingspause nein

Zunächst steht nun etwas Erholung im Fokus, ehe ab 27. Dezember das Impuls-Trainingscamp in Konstanz bevorsteht. „Aber natürlich trainiere ich auch Zuhause weiter“, lächelt der handballverrückte Knežević, der auch schon bei den serbischen Jugend-Nationalteams eingeladen war.

Dafür bleibt ihm vermutlich deutlich mehr Zeit als seinen Mannschaftskameraden. Während diese die paar freien Tage für das Weihnachtsfest nutzen können, beginnen die Feierlichkeiten in Göppingen bei der Familie Knežević erst am 6. Januar. Wenn auch die Serbisch-Orthodoxe Kirche nach dem julianischen Kalender Weihnachten begeht.

Dann, ja dann wird mit Lammkottelets und einigen Spezialitäten in der Familie Knežević üblicherweise gefeiert – aber zu diesem Zeitpunkt auch die Vorbereitung schon wieder mittendrin auf Hochtouren läuft. Handball ist ohnehin das bestimmende Thema in der Familie Knežević und die Prioritäten von David seien daher klar.

Das große Ziel bleibt der Aufstieg

„Wir wollen das Maximale herausholen. Dass wir gerne aufsteigen wollen, ist kein Geheimnis. Dafür müssen wir hart arbeiten.“ Für diese hohen Ziele und eine mögliche Teilnahme an der Aufstiegsrunde sieht der gebürtige Göppinger seine junge Mannschaft auf einem guten Weg.

Zuvorderst wegen des großen Zusammenhalts und weil „wir uns auch abseits des Handballfeldes sehr gut verstehen und auch in schwierigen Situationen nicht den Kopf verlieren. Wir wollen uns als Team und Verein beweisen.“