Baden-Württemberg will Corona-Isolation verkürzen

Baden-Württemberg will Corona-Isolation verkürzen
Eine Frau steht in ihrer Wohnung am Fenster. (Bild: Fabian Sommer/dpa/Illustration)
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Redaktion

Stuttgart (dpa/lsw) – Corona-Infizierte müssen in Baden-Württemberg künftig nur noch fünf Tage in Isolation. Darauf verständigten sich am Donnerstag das Sozialministerium und die Fraktionschefs von Grünen und CDU, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen in Stuttgart.

Bislang gilt für Infizierte eine verpflichtende Isolation von zehn Tagen – ein Freitesten ist frühestens nach sieben Tagen möglich. Ab Anfang Mai soll im Südwesten zudem ein abschließendes Freitesten nach fünf Tagen für die meisten Menschen nicht mehr nötig sein, sofern sie zwei Tage lang keine Symptome mehr hatten. Ausnahmen gibt es für Personal in Kliniken oder Pflegeheimen.

Bei der Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern gab es dem Vernehmen nach am Abend breite Einigkeit über die Verkürzung. Allerdings wollen viele Länder noch eine Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI) am Montag abwarten. Uneinig waren sich die Länder in der Frage, ob man sich nach Ablauf der fünf Tage noch freitesten muss. Im Südwesten soll es dabei bleiben, dass es ausreicht, zwei Tage ohne Symptome zu sein. Nun muss die Regierung in Stuttgart noch entscheiden, wann genau die neue Verordnung zur Absonderung in den nächsten Tagen in Kraft treten soll.

Baden-Württemberg folgt mit der Verkürzung dem Beispiel Bayerns, wo diese Regelung schon seit Mitte April gilt. Die FDP-Fraktion im Landtag nannte die Entscheidung «längst überfällig» und forderte eine vollständige Aufhebung der Isolation. «Es ist den Menschen doch zuzutrauen, dass sie mittlerweile selbst entscheiden können, ob sie noch zu Hause bleiben oder nicht», sagte FDP-Gesundheitsexperte Jochen Haußmann.