Ulm feiert Schwörmontag fast wie vor Corona

Ulm feiert Schwörmontag fast wie vor Corona
Zunftmitglieder der Donaufischer tanzen in historischen Kostümen anlässlich des Schwörmontags. (Bild: Stefan Puchner/dpa)
WOCHENBLATT
Redaktion

Beim Schwörmontag haben die Ulmer zuletzt auf vieles verzichten müssen: Kein Volksfest, keine Partys, keine Bootsparade. Am Montag wurde wieder in vollem Umfang gefeiert. Corona blieb dennoch präsent.

Ulm (dpa) – Ausgelassene Feiern, wildes Treiben auf der Donau, mehr als 1000 Zuschauer beim Verfassungseid: Die Stadt Ulm hat ihren Schwörmontag nach zwei Jahren mit starken Corona-Einschränkungen wieder in vollem Umfang gefeiert. Beim «Nabada», einer bunten Bootsparade, planschten Tausende am Nachmittag in Motiv-Booten, Flößen und Schlauchbooten die Donau hinab. In den vergangenen beiden Jahren war die Polizei noch am Ulmer und Neu-Ulmer Ufer Patrouille gegangen, um Verstöße gegen die Corona-Auflagen zu verhindern.

Dennoch blieb die Pandemie am Montag in Ulm präsent. «Endlich wieder Normalität – auch wenn uns bewusst ist, dass die nächste Corona-Welle bereits im Hintergrund lauert», sagte Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) bei seiner Schwörrede vor mehr als 1100 Gästen. «Das Virus ist nicht weg.» Eine Aussage, die sich mit den Zahlen des Landesgesundheitsamts zur Pandemie-Lage deckte: Die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnern binnen 7 Tagen lag in Ulm Ende vergangener Woche jenseits der Tausender-Marke.

«Unsere gemeinsame Antwort darauf kann nur sein: Vorsicht in eigener Sache und Achtsamkeit gegenüber den verletzlichen Gruppen der Gesellschaft», sagte Czisch, der selbst im November 2021 eine Corona-Infektion durchgemacht hatte. «Wir haben es durch unser Verhalten selbst in der Hand, massive Einschränkungen zu vermeiden.» Trotz der angespannten Corona-Lage und Krisen wie Ukraine-Krieg und Inflation freue er sich aber «auf einen unbeschwerten Schwörmontag».

Nach seiner Rede mit einem Rechenschaftsbericht für das vergangene Jahr leistete Czisch seinen Eid auf die Stadtverfassung, sich für das Wohlergehen aller Bürger gleichermaßen einzusetzen – eine Tradition, die in Ulm seit mehr als 600 Jahren gepflegt wird. Danach wird auf verschiedenen Partys in der Stadt kräftig gefeiert. Viele Ulmer und Neu-Ulmer Geschäfte, Büros und Behörden sind nachmittags geschlossen. Auch die Stadt Neu-Ulm auf der bayerischen Seite der Landesgrenze ist traditionell in die Feierlichkeiten eingebunden.

Höhepunkt des Tages war nach der Corona-Zwangspause das «Nabada» auf der Donau. Tausende «wilde» Teilnehmer mit Schlauchbooten und Luftmatratzen ließen sich nach einem Böllerschuss um 16.00 Uhr bei hochsommerlichen Temperaturen zusammen mit mehreren Themen- und Musikbooten die Donau hinuntertreiben. Im Vergleich zum letzten Mal vor der Pandemie war der Zuschauer-Andrang aber etwas verhaltener.