Auch in diesem Jahr konnten die Spezialisten des Kompetenzzentrums Bootskriminalität (KBK) der Wasserschutzpolizeistation Konstanz ihre Expertise erfolgreich im Ausland einbringen. Wochenlang waren sie in Bulgarien und Rumänien unterwegs, um gestohlene Sportboote, Außenbordmotoren und Bootstrailer aufzuspüren. Die Einsätze fanden im Rahmen der vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA BW) organisierten europäischen Fahndungsaktionen statt.
Unter deutsch-niederländischer Leitung kooperierte das multinationale Team mit den örtlichen Behörden, insbesondere der bulgarischen Grenzpolizei. Unterstützt wurden sie von Spezialisten aus Norwegen und Hamburg, die durch den Einsatz künstlicher DNA und spezieller Gravuren zur Identifizierung von Außenbordmotoren beitrugen. Der Fokus lag auf den Yachthäfen entlang der Schwarzmeerküste, während an den EU-Außengrenzen in Ungarn, Serbien, der Türkei und Moldawien parallele Kontrollen stattfanden.
Spektakuläre Erfolge
Ein herausragender Ermittlungserfolg war die Sicherstellung von sieben gestohlenen Motorbooten, darunter ein Boot im Wert von 40.000 Euro, das 2012 in Dänemark gestohlen und in Polen mit gefälschten Papieren registriert worden war. Insgesamt konnten 33 Außenbordmotoren mit einem Gesamtwert von rund 400.000 Euro sichergestellt werden. Diese stammten vorwiegend aus Schweden, aber auch aus Deutschland, Frankreich, Norwegen und Griechenland.
Im Rahmen der Kontrollen wurden insgesamt 750 Sportboote, Motoren und Anhänger überprüft. Die Aufarbeitung der sichergestellten Beweise wird die bulgarischen Behörden noch längere Zeit beschäftigen.
Hintergrundinformationen zur europaweiten Aktion
Die Einsätze sind Teil der von Frontex koordinierten Initiative „JAD Mobile 7“ (Joint Action Days Mobile), an der 2024 insgesamt 23 Nationen und rund 400 Beamte beteiligt waren. Ziel dieser großangelegten Fahndungsaktionen ist die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität, insbesondere im Bereich Fahrzeugdiebstahl, Schleusung und Dokumentenfälschung.
Neben Booten und Motoren wurden europaweit 462 gestohlene Fahrzeuge, über 3.500 Fahrzeugteile sowie zahlreiche gefälschte Dokumente, Drogen, Waffen und Bargeld sichergestellt. Gleichzeitig wurden 229 Schleuser verhaftet.
Die Aktion wird im Rahmen der EMPACT-Sicherheitsinitiative der EU-Kommission durchgeführt, die eine strategische Bekämpfung internationaler Kriminalität gewährleistet. Das LKA Baden-Württemberg nimmt hierbei eine führende Rolle ein, insbesondere bei der Bekämpfung organisierter Eigentumskriminalität.
Europäische Expertise aus Konstanz
Das Kompetenzzentrum Bootskriminalität Baden-Württemberg, das dem Polizeipräsidium Einsatz angegliedert ist, spielt seit Jahren eine Schlüsselrolle im internationalen Kampf gegen Bootskriminalität. Gegründet im Jahr 2001, koordiniert es deutschlandweit die Fahndung nach gestohlenen Sportbooten, Motoren und Anhängern.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Frontex, Europol und anderen europäischen Partnern leistet das KBK einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität. Ihr Ziel: Die Diebstahlszahlen zu senken und den Tätern europaweit das Handwerk zu legen.
(Quelle: Polizeipräsidium Einsatz)