Gefährliche Verlockungen für Kinder: Missbrauch von Lachgas als Rauschmittel

Bei unsachgemäßer Anwendung drohen Erfrierungen an Mund und Rachen sowie Risse im Lungengewebe.
Bei unsachgemäßer Anwendung drohen Erfrierungen an Mund und Rachen sowie Risse im Lungengewebe. (Bild: picture alliance / ANP | Niels Wenstedt)

Der Missbrauch von Lachgas als Rauschmittel ist unter Jugendlichen ein lebensgefährlicher Trend. In Luftballons gefüllt wird die zweckentfremdete Partydroge eingeatmet – mit teilweise schlimmen Folgen. Eltern sollten ihre Kinder informieren. Die Polizei gibt Tipps.

Was ist Lachgas?

Bei Lachgas handelt es sich um Distickstoffmonoxid, ein farb- und geruchloses (Treibhaus-)Gas, das immer häufiger missbräuchlich als psychoaktive Substanz konsumiert wird. Bei unsachgemäßem Gebrauch ähnelt die Wirkung anderen illegalen Drogen und kann zu Rauschzuständen führen, begleitet von einem Gefühl der Entspannung und kurzfristiger Euphorie.

Der Konsum von Lachgas unter Jugendlichen hat in den letzten Jahren stark zugenommen, angetrieben durch soziale Medien und die vermeintliche Harmlosigkeit der psychoaktiven Wirkung. Doch hinter diesem scheinbar harmlosen „Kick“ verbirgt sich eine Vielzahl erheblicher gesundheitlicher Gefahren, insbesondere bei Mischkonsum, also in Kombination mit anderen Substanzen, wie beispielsweise Cannabis.

Gesundheitliche Nebenwirkungen und Langzeitschäden durch Lachgaskonsum

Obwohl Lachgas in der Medizin für Narkosezwecke verwendet wird, kann sein Missbrauch lebensgefährlich sein! Neben „klassischen“ Symptomen eines Drogenkonsums, wie einer psychischen Abhängigkeit oder Toleranzentwicklung, kann der Konsum von Lachgas eine Vielzahl von Nebenwirkungen hervorrufen, darunter

  • Benommenheit,
  • Halluzinationen,
  • Schwindel, und
  • Kopfschmerzen.

Darüber hinaus drohen bei unsachgemäßer Anwendung Erfrierungen an Mund und Rachen sowie Risse im Lungengewebe.

Der regelmäßige Konsum von Lachgas kann zu schweren Nervenschäden führen, die durch einen durch den Konsum begünstigten Mangel an Vitamin B12 verursacht werden. Dies kann zu Taubheitsgefühlen, Gangstörungen und anderen neurologischen Symptomen führen. Selbst bei gelegentlichem Konsum können diese Risiken nicht ausgeschlossen werden; insbesondere für Personen, bei denen bereits ein niedriger Vitamin-B12-Spiegel vorliegt.

Wie Sie Jugendliche schützen können

Besonders gefährlich wird der Konsum, wenn Lachgas mit anderen Drogen wie Cannabis, GHB oder Ketamin kombiniert wird. Diese Kombinationen können zu einem starken Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit und sogar zum Tod führen.

Als Eltern und Lehrer spielen Sie eine entscheidende Rolle dabei, Jugendliche über die Risiken aufzuklären und sie zu unterstützen, richtige Entscheidungen zu treffen. Stärken Sie vor allem die Resilienz Ihrer Kinder: Ermutigen Sie Jugendliche, ein verantwortungsbewusstes Verhalten zu entwickeln, und besprechen Sie gemeinsam Möglichkeiten, sich bei Konfrontationen mit Lachgas und anderen Drogen zu behaupten und NEIN zu sagen.

  • Informieren Sie sich: Ressourcen wie www.drugcom.de und www.digisucht.de bieten fundierte Informationen über Substanzen und deren Wirkungen und geben Auskunft über Beratungsangebote.
  • Sensibilisieren Sie für die Auswirkungen: Sprechen Sie offen mit Ihren Kindern und klären Sie sie über die Gefahren von Drogenkonsum mit potenziell langfristigen Auswirkungen auf, wie Abhängigkeit, physische und kognitive Beeinträchtigungen oder negative Folgen für die schulische und soziale Entwicklung.
  • Fördern Sie bewusstes Verhalten und stärken Sie die Handlungskompetenz: Betonen Sie die Bedeutung von Selbstkontrolle und kritischem Denken im Umgang mit psychoaktiven Substanzen.

(Pressemitteilung: Polizeiliche Kriminalprävention)