Towerstars holen Sieg des Willens in Frankfurt

Towerstars holen Sieg des Willens in Frankfurt
Verlassen Frankfurt mit einem Erfolgserlebnis: die Ravensburg Towerstars (weiße Trikots). (Bild: Frank Enderle)
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Redaktion

Frankfurt – Dank einer mannschaftlich geschlossenen Leistung haben die Ravensburg Towerstars in der DEL2 einen 3:2-Auswärtssieg beim Spitzenreiter aus Frankfurt gefeiert. Der Erfolg ist umso beachtlicher, da die Oberschwaben bis zur 33. Minute noch mit 0:2 in Rückstand gelegen hatten.

Die Towerstars traten beim Gastspiel in Frankfurt mit der gleichen Aufstellung wie beim vorherigen Spiel am Sonntag an. Mit dabei war – laut Towerstars-Vereinsmitteilung – auch Verteidiger Julian Eichinger, der nach seinem verletzungsbedingten Ausfall gegen Bad Nauheim grünes Licht bekam.

Ravensburg mit guten Start

Vor 2053 Zuschauern in der Frankfurter Eissporthalle hatten die Towerstars schon nach 25 Sekunden die erste Großchance auf dem Schläger. Sam Herr ging hinter dem Löwen-Tor aggressiv auf den Puck und spielte sofort weiter auf Charlie Sarault. Dieser hatte freie Bahn, doch Frankfurts Torhüter Jake Hildebrand parierte mit der Stockhand.

Nach ein paar Minuten des gegenseitigen Abtastens übernahmen die Gastgeber die Initiative, die Oberschwaben verteidigten ihre eigene Zone aber solide. In der 8. sowie 14. Minute stand das Ravensburger Team allerdings unter Dauerdruck.

Zunächst musste Robbie Czarnik wegen unkorrektem Körperangriffs auf die Strafbank, die zweite Strafe hatte Vincent Hessler abzusitzen. Das Frankfurter Powerplay war stark aufgezogen, doch der vor dem Tor freistehende Mann wurde gut aus dem Spiel genommen.

Goalie der Gäste ist gefordert

Was – so die Towerstars weiter – an Schüssen aus der zweiten Reihe auf das Gäste-Tor kam, war Beute von Jonas Langmann. Von den Spielanteilen und Chancen hergesehen, ging das Startdrittel klar an Frankfurt, doch die Kernbotschaft war das noch torlose Ergebnis auf der Anzeigentafel.

Den zweiten Spielabschnitt startete das Team von Coach Peter Russell selbstbewusst mit schnellen Pässen durch die neutrale Zone, was für Druck auf das Tor der Hausherren sorgte. In der 24. Minute war Josh MacDonald an der linken Seite in Richtung Löwen-Tor unterwegs, wurde aber von Maximilian Faber gefoult.

Ihr erstes Powerplay in dieser Begegnung zogen die Oberschwaben durchaus druckvoll auf, es fehlten aber die vielversprechenden Schusspositionen. Nach Ablauf der Frankfurter Strafzeit kam es auf der Gegenseite allerdings zu einer gefährlichen Situation. Die Löwen fuhren einen schnellen Konter, das „3 gegen 1-Break“ konnte Jonas Langmann allerdings entschärfen.

Der Favorit geht in Führung

Keine Chance hatte der Towerstars-Keeper jedoch in der 28. Minute. Kyle Sonnenburg zog aus halblinker Position ab und vom Schlittschuh von Florin Ketterer wurde der Puck unhaltbar zum 1:0 ins Tor gelenkt.

Zwar warf das die Gäste in den Folgeminuten nicht aus der Bahn, dennoch musste Jonas Langmann das Spielgerät in der 33. Minute zum zweiten Mal aus dem eigenen Netz fischen. Einen Schlagschuss aus der zweiten Reihe lenkte Rylan Schwartz vor dem Torraum unhaltbar unter die Latte. Doch erneut blieb die Schockwirkung aus, im Gegenteil.

Das nächste Ausrufezeichen der Partie setzten die Towerstars mit dem 1:2-Anschlusstreffer. Sam Herr drückte nur 90 Sekunden nach dem 2:0 die Scheibe im Nachschuss über die Linie. In den verbleibenden Minuten lag sogar der Ausgleich durchaus in der Luft. Löwen-Torhüter Jake Hildebrand präsentierte sich auf der Linie jedoch stark.

Ravensburg bleibt im Spiel und beweist Moral

Nicht gerade förderlich für den Schlussabschnitt war freilich, dass es 6,8 Sekunden vor dem zweiten Pausengong noch eine Strafzeit gegen David Zucker setzte. Doch die Oberschwaben überstanden die Unterzahl mit vereinten Kräften und mehreren Rettungsaktionen von Jonas Langmann nicht nur schadlos, sie setzten sogar selbst einen entscheidenden Nadelstich.

Fabian Dietz spielte bei einem Entlastungsangriff in Unterzahl die Scheibe aus der rechten Rundung zu Sam Herr an den Bullypunkt und dieser hämmerte die Scheibe per Direktabnahme zum 2:2-Ausgleich in die Maschen. Das Spiel war jetzt nicht nur vom Spielstand her völlig offen.

Es wechselten sich die Druckphasen und dramatischen Torszenen stetig ab, Hochspannung lag in der Luft. Dass die Towerstars definitiv mit einer riesengroßen Portion Selbstvertrauen ausgestattet waren, wurde mitunter in der 54. Spielminute deutlich. Ein Frankfurter Angriff wurde unterbunden, dann ging es pfeilschnell in die andere Richtung. Das „3 gegen 1-Break“ vollendete der Ingolstädter Förderlizenzstürmer Simon Gnyp eiskalt zur 3:2-Führung.

Towerstars müssen bis zum Ende zittern

Zwar waren noch sechseinhalb bange Minuten zu überstehen und teils brannte es lichterloh vor dem Ravensburger Tor, doch diesen Sieg samt drei Punkten ließen sich die Towerstars nicht mehr entreißen. „Da war ein unglaublicher Wille – vom Torhüter bis zum letzten Feldspieler. Man hat dies auf der Bank gespürt“, sagte Coach Peter Russell hinterher.

„Wir wussten, dass wir nur mit hohem Engagement so ein Top-Team wie Frankfurt herausfordern können. Das ist uns am Ende gelungen und daher haben sich die Jungs die Punkte auch redlich verdient.“

Das lange Wochenende mit drei Spielen in fünf Tagen gegen die Top-Drei der DEL2 haben die Towerstars damit mit einer starken Bilanz von 8:1-Punkten abgeschlossen. Aufgrund der besseren Tordifferenz stehen sie jetzt auf Tabellenrang drei.

(Quelle: Ravensburg Towerstars)