„Wendekurs“ Strahlende Kinderaugen bei inklusivem Segelprojekt im WYC

Strahlende Kinderaugen bei inklusivem Segelprojekt im WYC
Inklusives „Wendekurs“-Projekt des WYC: Auch Kinder mit Handicap können segeln lernen. (Bild: Susanne Knipping WYC)

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Neue Wege hat der Württembergische Yacht-Club zusammen mit der Turning Point Stiftung am vergangenen Wochenende (14. bis 16. Juni) beschritten: Mit „Wendekurs“ war ein inklusives Segelprojekt überschrieben, bei dem über 40 Kinder und Jugendliche mit Handicap einen Segeltag erleben konnten.

Ziel des Projektes war es, junge Menschen mit körperlichen und geistigen Handicaps mit dem Segelsport vertraut zu machen, ihnen unvergessliche Erlebnisse unter Segeln zu bieten und ihnen gewissermaßen die Chance für einen kleinen Wendepunkt in ihrem Leben zu geben.

„Mama, Papa, ich durfte ganz alleine steuern!“ Solche Ausrufe und strahlende Gesichter waren keine Seltenheit. Eine anfängliche Nervosität war auf dem See schnell der Begeisterung gewichen, die Freude über die neuen Erfahrungen war ansteckend. Vier Boote vom Typ Sonar, seinerzeit eine paralympische Kielbootklasse, hatte die Tuning Point Stiftung gGmbH mitgebracht, dazu Profis in Sachen Segeln mit Handicap.

Der WYC stellte eine große Schar von Helfern, die beim Betreten der Boote oder Lösen der Leinen, beim Handling der Segel an Bord und auch an Land generell behilflich war. Im Mittelpunkt stand natürlich das Erlebnis der jungen Menschen. Auch das regnerische Wetter an zwei Vormittagen tat der Freude keinen Abbruch. Die WYC-Trainer wechselten flexibel zu maritimen Ausbildungsinhalten wie Seemannsknoten. Nachmittags ging es jeweils nach Wetterbesserung doch noch aufs Wasser. Der Sonntag wurde dann seinem Namen gerecht.

An jedem der drei Tage waren bis zu 16 junge Menschen aus Friedrichshafen und Umgebung eingeladen, bei diesem „Wendekurs“-Projekt erste Segelerfahrungen zu sammeln. „Die Kinder haben ein hohes Potenzial, ein gutes Gefühl fürs Segeln und Steuern“, schilderte Susanne Knipping, im WYC für das Projekt zuständig, ihre Eindrücke – und bedankt sich noch einmal bei allen Helfern.

„Die Kinder sollten auch einmal auf Jollen segeln“, fuhr sie fort – und plant auch schon eine Fortsetzung des inklusiven Projektes. Denn neben dem Yachthafen in der Stadt steht dem WYC in Seemoos ein Jollengelände zur Verfügung. „Der Club wird weitere speziell geschulte Trainer ausbilden“, kündigte Susanne Knipping an. Die Unterstützung der Turning Point Stiftung ist ihr sicher, personell wie finanziell, berichtete sie von Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stiftung.

Das Wendekurs-Projekt ist im WYC unter dem Dach „Gemeinsam Segeln“ untergebracht, für das Susanne Knipping im Vereinsvorstand verantwortlich zeichnet. Spezielle Damen-Segeltage gehören da schon zum Standard-Programm wie auch die Vermittlung von Mitseglern, etwa für ältere Mitglieder oder solche, die sich alleine nicht mehr sicher auf dem Boot fühlen. Das Inklusionsprojekt ist der neueste Baustein in diesem Bereich.

„Der WYC hat das Ziel, Menschen mit Handicap das aktive Segeln als WYC-Mitglied ganzjährig und regelmäßig zu ermöglichen sowie auch im Vereinsleben zu etablieren“, bestätigt WYC-Präsident Oswald Freivogel. „Das Wendekurs-Projekt hat gezeigt, dass Susanne Knipping und ihr Inklusions-Team auf dem richtigen Weg sind!“

(Vereinsmitteilung: Württembergischer Yacht-Club e.V.)