Konstanz-Kreisläufer Niklas Ingenpaß „Verantwortung im Umgang mit dem Ball gerecht werden“

Niklas Ingenpaß im Interview.
Niklas Ingenpaß im Interview. (Bild: Michael Elser)

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Die Topspiel-Wochen für die HSG Konstanz stehen vor der Türe: Am Samstag, 20 Uhr, kommt im Rahmen des SÜDKURIER-Spieltages mit großem Rahmenprogramm der SV Salamander Kornwestheim in die Schänzle-Hölle (www.hsgkonstanz.de/tickets).

Vor dem attraktiven Duell spricht Niklas Ingenpaß im Interview über die Lehren aus dem Auswärtssieg in Neuhausen, seine Eistonne auf dem heimischen Balkon, das erwartet attraktive und schnelle Spiel gegen Kornwestheim und ein Stück Heimat, das die HSG-Fans in jede Halle bringen.

Ingenpaß trägt seit 2021 das HSG-Trikot und wuchs in Grefrath auf. Die Schwester des 24 Jahre alten Kreisläufers spielt bei Bayer Leverkusen in der 1. Bundesliga und lief schon für die Deutsche Nationalmannschaft auf.

Niklas, was überwiegt bei dir: Der Sieg in einem schweren Auswärtsspiel oder die Warnungen daraus, die letzten Minuten konzentrierter gestalten zu müssen?

Das Wichtigste und das, was zählt, ist der Sieg. Wie er zustande kommt, ist letztlich egal. Wir haben die Partie bis fünf Minuten vor Schluss im Griff, dann nimmt sich jeder kurz ein Ding, sodass das Ergebnis unnötig knapp wird. Ich würde mir wünschen, dass wir solche Begegnungen im Stile einer Spitzenmannschaft zu Ende spielen und sie klar für uns entscheiden, ohne nochmal auf die Uhr sehen zu müssen.

Head Coach Jörg Lützelberger sprach davon, dass er sich mehr Präzision wünsche. Wo müsst ihr euch vor den beiden folgenden Topspielen steigern?

Vorne Verantwortung für den Ball zu übernehmen, steht ganz oben. Jeder hatte sich am Ende noch Dinge rausgenommen, die er vorher so nicht gemacht hätte. Sei es beim Pass, beim leeren Tor, freien Wurf oder aber bei einem Wurf aus zehn Metern mit Kontakt. Hier sind wir der Verantwortung im Umgang mit dem Ball nicht gerecht geworden.

Darüber hinaus wünsche ich mehr, dass wir in der Abwehr noch früher lesen, wer die entscheidenden Spieler des Gegners sind und dies unterbinden. Außerdem ein noch besseres Zusammenspiel von Abwehr und Torwart. Das wird es definitiv brauchen.

Du spulst in den letzten Wochen ein großes Pensum ab und trägst vorne wie hinten viel Verantwortung. Wie bewertest du die letzten Wochen: Anstrengend aber positiv für dich persönlich?

Ich finde, dass es ganz gut läuft. Nicht alles ist perfekt, aber es macht mir unglaublich viel Spaß zusammen mit Michel (Stotz, Anm. d. Red.) im Innenblock.

Inzwischen sind wir gut eingespielt und verstehen uns blind. Die Belastung steuern wir untereinander selbst.

Was hilft dir, immer fit zu sein?

Gut essen, gut trinken, gut schlafen. Und das Eisbad. Ich habe mir eine Eistonne auf dem Balkon aufgestellt, die ich drei- bis viermal in der Woche benutze. Wenn du dort nach dem Aufstehen reinsteigst, bist du wach. (lacht)

Gehörst du auch zur „Wochenmarkt-Gang“ aus dem Mannschaftskreise, die dort jede Woche anzutreffen ist?

Ab und zu, aber nicht so regelmäßig wie andere. Mein Programm ist gerade mit Janis und seinem Hund spazieren zu gehen. Oder eine Partie Schach zu spielen. Gegen Aron Czako oder Christos Erifopoulos wird es dann aber schwer, die beiden investieren die meiste Zeit dafür.

Am Samstag, 20 Uhr, kommt Kornwestheim in die Schänzle-Hölle. Ein Gradmesser?

Ich kann mich noch an die letzten Duelle vor zwei Jahren erinnern. Das waren sehr enge Spiele, die jeweils in den letzten fünf Minuten entschieden wurden. Daher erwarte ich ein spannendes Spiel, gegen eine Mannschaft, die sich seitdem nicht verschlechtert hat.

Kornwestheim verfügt über einen guten Mix aus Jung und Alt. Gerade Felix Kazmeier aus Halblinks müssen wir in den Griff bekommen.

Die Mannschaft erfährt auswärts wie daheim eine riesengroße Unterstützung. Was wünschst du dir am Samstag von den Fans und was kannst du ihnen versprechen?

Was ich mir wünsche ist eine so zahlreiche und lautstarke Unterstützung wie immer. Die Leute kommen überall hin und sind deutlich lautstärker als die Heimfans. Damit bringen sie ein Stück Heimat und Konstanz in die Hallen. Das macht etwas mit uns und sich positiv bemerkbar.

Diese Unterstützung ist wirklich einzigartig. Versprechen kann ich einen großen Fight, dass wir uns zerreißen und Gas geben. Ich gehe von einem schnellen und attraktiven Spiel aus, das man nicht verpassen sollte.

Fragen: Andreas Joas

(Vereinsmitteilung: HSG Konstanz)