Die Stadt Tuttlingen verhängt gegen eine Frau ein Bußgeld von 2000 Euro. Sie wird bereits zum dritten Mal beim unerlaubten Füttern von Tauben erwischt.
Das illegale Füttern von Tauben kann teuer werden. Das zeigt ein aktueller Fall in Tuttlingen. Die Stadt hat gegen eine Frau ein Bußgeld in Höhe von 2000 Euro verhängt, nachdem sie erneut beim Ausbringen von Taubenfutter aufgefallen war.
Ob Körner, Brot oder anderes Futter: Vor allem in den frühen Morgenstunden finden sich am Donauufer immer wieder größere Mengen Futter. Die Folgen betreffen nicht nur Tauben. Insbesondere in Flussnähe werden dadurch auch Ratten angelockt, die sich aufgrund des zusätzlichen Nahrungsangebots stärker vermehren können. Für den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) zählen diese Bereiche deshalb zu den Schwerpunkten der Kontrollen, die bei Bedarf auch nachts stattfinden.
Dieser Tage wurde ein Mitarbeiter des KOD am Gerberufer fündig. Um 3.30 Uhr bemerkte er eine Frau, die einen ganzen Sack voller Körner verteilen wollte. Der städtische Mitarbeiter verhinderte dies. Die Frau muss nun ein Bußgeld von 2000 Euro zahlen. Die Höhe der Strafe begründet sich vor allem damit, dass sie bereits mehrfach auffällig geworden war. Schon 2022 und 2023 wurde sie dabei ertappt, wie sie in großem Stil Taubenfutter verteilte.
Stadt sieht Nachteile für die Tiere
Die Stadt Tuttlingen weist darauf hin, dass diese Art der Taubenfütterung nichts mit Tierschutz zu tun habe und den Tieren eher schade. Durch die zusätzliche Versorgung mit Futter wachsen die Bestände an. Dadurch leben immer mehr Tiere auf engem Raum.
Die Folgen seien überfüllte Dachböden, stark verschmutzte Gebäudevorsprünge und verkotete Zwischenräume an Gebäuden. Viele Tauben hätten aufgrund des ätzenden Kots Verletzungen an den Krallen. Zudem litten zahlreiche Tiere unter Vogelkrankheiten, die sich unter den schlechten hygienischen Bedingungen leichter verbreiten könnten.
Betreute Taubenschläge werden beeinträchtigt
Nach Angaben der Stadt erschwert das unkontrollierte Füttern auch die Arbeit mit betreuten Taubenschlägen. Die Fütterung mit hochwertigem Futter im Taubenschlag sei das wichtigste Mittel, um die Tiere dorthin zu locken. Finden die Tauben jedoch im öffentlichen Raum ausreichend Nahrung, verliere dieses Konzept an Wirkung.
„Nur dann wirken Maßnahmen wie der betreute Taubenschlag mit Eiertausch“, berichtet Benjamin Hirsch. Zudem weist er darauf hin, dass an den Futterstellen Parasiten und Krankheiten grassieren und damit das Tierwohl weiter beeinträchtigen. „Es ist nicht nur verboten, sondern einfach widersinnig“, so das Fazit des Ordnungsamtsleiters.
Mit dem Vorgehen am Gerberufer setzt das Ordnungsamt nach eigenen Angaben seine Strategie fort, die unkontrollierte Taubenfütterung in der Stadt zu beenden. Nach der nächtlichen Kontrolle sei zudem erneut deutlich geworden: „Als illegaler Fütterer wird man ohnehin früher oder später erwischt“, bilanziert Hirsch, „und dann hört die Fütterung sowieso auf“.
(Quelle: Stadt Tuttlingen)