Die Wirtschaftsjunioren Bodensee-Oberschwaben durften am Dienstagabend exklusive Einblicke in die oberschwäbische Maschinenbaufirma NMH gewinnen. Bei einer interessanten Führung durch das Werk des internationalen „Hidden Champion“ wurde schnell klar: Die Zukunft ist bereits hier.
Die Wirtschaftsjunioren Bodensee-Oberschwaben organisieren in der Region immer wieder tolle Möglichkeiten um dazuzulernen, zu entdecken und vor allem: um zu connecten. Nun haben sich rund 20 Junioren und potentielle Interessenten von den Geschäftsführern des Maschinenbauprofis „NMH GmbH“ Christian Bulander und Gabriel Friedmann in die Welt der Technik und Innovation entführen lassen.
Von der Planung bis zur Inbetriebnahme
Es wirkt, als gäbe es nichts, was NMH nicht kann. Neben dem Maschinenbau, der digitalen Fertigung und der Kunststofftechnik ist das Unternehmen unter anderem Ansprechpartner für Messtechnik, Automation oder 3D-Druck und beliefert namenhafte Kunden aus aller Welt. Zu diesen gehören zum Beispiel Mercedes, BMW, Liebherr, MAN oder GEBERIT.
Im beschaulichen Hohentengen im Landkreis Sigmaringen erhält man komplette Lösungen – für Mess-, Prüf- und Montageanlagen von der Planung über die Fertigung bis zur Montage und Inbetriebnahme. Alles aus einer Hand.

Zwei Mitarbeiter – 21 Maschinen
Die Führung beginnt in der Kunststofftechnik. Hier wird alles hergestellt – von kleinen Teilen wie Rohrklammern bis hin zu größeren Teilen wie Kabeltrommeln. Dabei gehen Technik und Hydraulik bei der Herstellung Hand in Hand.
In einer großen Maschine werden beispielsweise Ablaufrohre gefertigt. Das ganze Produkt entsteht an einem Ort, denn die Maschine spritzt die Rohre in ihre Form, kühlt und schneidet sie im Anschluss fertig zu.
Im weiteren Verlauf der Besichtigung fällt eines auf. Es arbeiten dutzende Maschinen – dafür sind verhältnismäßig wenige Mitarbeiter zu sehen: Zwei an der Zahl. Die Techniken sind nämlich nicht unbedingt auf menschliche Betreuung angewiesen, sondern können ihrem Job auch zuverlässig allein nachgehen. Für den Fall der Fälle sind kleine Kameras an den jeweiligen Maschinen aufgestellt, sodass ausgewertet und überprüft werden kann, was schiefgelaufen ist.
Während die Gruppe durch die Halle tingelt, fallen von allen Seiten immer wieder fertiggestellte Teile in ihre vorgesehenen Behälter. Es wird deutlich: So geht Innovation.
Maschinen liefern Energie
Eine beeindruckende Nebeninformation wirft Bulander dann in die Runde: Die Energie, und damit die Wärme die die fleißig arbeitenden Automationen liefern, reicht aus, um das gesamte Gebäude der Firma aufzuheizen. Dadurch spart das Unternehmen jedes Jahr eine beachtliche Summe ein.
Papierlose Tags für mehr Nachhaltigkeit
Dass NMH das Ebenbild der Digitalisierung ist, zeigen neben den maschinellen, großen Helfern auch die Kleinen. Dazu gehören beispielweise die sogenannten „E-shelf-labels“, die man unter anderem in der Transfer- und Fertigungsabteilung vorfindet.

Die intelligenten Anzeigen verabschieden den Papierkram, denn sie können zentral verwaltet und zu jeder Zeit individuell neu beschriftet werden, ohne dass ein einziges Stück Papier verschwendet wird. Die Vorteile sind klar: Effizienz, Genauigkeit und Nachhaltigkeit. Mit den Tags geht der Maschinenbauriese einen großen Schritt in Richtung einer grünen Zukunft.
Roboter am Werk
In der Fertigung stößt die Gruppe auf mehrere Roboter – sie arbeiten genauso fix, wie man sich das vorstellt. Die mechanischen Klänge, die die raschen Bewegungen, Handgriffe und Drehungen der Automationen erzeugen, untermauern die beeindruckende Präsenz der Maschinen. Plötzlich fühlt man sich mit der „krassen“ Technologie des Staubsaugerroboters zuhause plötzlich gar nicht mehr so fortschrittlich. Die maschinellen Arbeiter sind durchaus eine Erscheinung – die ordentlich kostet.
Während für ein Modell um die 140.000 Euro fällig werden, befinden sich andere bereits im Millionenbereich. Christian Bulander spricht aus, was sich alle denken: „In dieser Branche geht es viel um Investition“.

Ein paar Schritte weiter bleibt der Experte CEO dann grinsend stehen und sagt: „Um das digitale Bild abzurunden…“: Dabei zeigt er auf einen selbstfahrenden, großen Reinigungsroboter. Dieser sorgt dafür, dass es in den Räumen der Fertigung stets sauber ist. Dabei fährt die Maschine selbstständig durch die Hallen und „sieht“ über eine Kamera wohin es geht.
„Kira“, wie die fleißige Unterstützung hier liebevoll genannt wird, ist absolut zuverlässig. Im Übrigen haben hier viele Maschinen menschliche Namen – männliche und weibliche.

Lernen, Austauschen und Kontakte knüpfen
Zum Schluss der Führung bekam die Truppe noch einen Blick in die Montageabteilung. Hier beantwortete Bulander letzte Fragen und konnte das mit Wissen gefütterte Publikum schließlich zufrieden zum abschließenden Programmpunkt entlassen.

Die Gelegenheit, sich über die gesammelten Eindrücke und aufkommende Impulse auszutauschen, gab es beim gemeinsamen Abendessen in einem Lokal. In gemütlicher Atmosphäre ging so ein interessanter, inspirierender und vor allem innovativer Tag zu Ende.
Die Vielschichtigkeit der Innovationen die „NMH“ vereint, haben die Wirtschaftsjunioren stark beeindruckt. Nach dieser Führung dürfte wohl allen klar geworden sein: Wir sind endgültig im Zeitalter der Technologien angekommen – auch in der Region.
(Quelle: nmh.de)