Wenn kein Bus fährt, sollen neue Mitfahrbänkle im Allgäu eine Alternative bieten. In mehreren Orten können Menschen ab sofort unkompliziert auf eine Mitfahrgelegenheit warten.
Das Prinzip ist einfach: Wer eine Mitfahrgelegenheit sucht, wählt an einem Anzeiger neben der Bank eine Tafel mit dem gewünschten Fahrtziel aus und nimmt Platz. Vorbeifahrende Autofahrer können dann freiwillig anhalten und die wartende Person mitnehmen.
Das neue Angebot gibt es in Wangen, Leupolz, Karsee, Herfatz, Vogt und Kißlegg. Insgesamt neun Mitfahrbänkle nennt die Stadt Wangen in ihrer Mitteilung. In der veröffentlichten Standortübersicht werden allerdings zehn Standorte aufgeführt.
Hier stehen die neuen Mitfahrbänkle
Die Mitfahrbänkle verteilen sich auf mehrere Orte im württembergischen Allgäu:
- Wangen: Am Alten Feuerwehrhaus (Aumühleweg) und am Kreisverkehr beim Ärztehaus (Siemensstraße)
- Leupolz: Beim Kiene Stadel (Museum) und am Parkplatz am Ortsausgang Richtung Kißlegg
- Karsee: An den Bushaltestellen Pfarrstadel und Vogter Straße
- Herfatz: An der Bushaltestelle
- Vogt: Am Kreisverkehr
- Kißlegg: Am Ortsausgang Richtung Leupolz und an der Kreuzung Säntisweg/Franz-Erler-Straße
Diese Regeln gelten für die Mitfahrt
Das Angebot basiert vollständig auf Freiwilligkeit. Niemand ist verpflichtet, eine wartende Person mitzunehmen oder in ein Fahrzeug einzusteigen. Wer sich unsicher fühlt, sollte auf die Mitfahrt verzichten.
Für Kinder und Jugendliche gelten besondere Empfehlungen: Erst ab 16 Jahren sollten Jugendliche die Mitfahrbänkle nutzen. Autofahrer werden ausdrücklich gebeten, keine jüngeren Kinder mitzunehmen.
Bei einem Verkehrsunfall sind Mitfahrende über die Haftpflichtversicherung des Fahrzeugs abgesichert. Die Nutzung erfolgt grundsätzlich auf eigene Gefahr.
Idee stammt aus Karsee und Leupolz
Entstanden ist das Projekt in Karsee. Gemeinsam mit Leupolz wurde zunächst ein Arbeitskreis gegründet. Anschließend beteiligten sich die Stadt Wangen mit ihrem Mobilitäts- und Breitbandbeauftragten Frank Anders sowie die Gemeinden Vogt und Kißlegg. Die Finanzierungsidee brachte Vogts Bürgermeister Peter Smigoc ein.
Umgesetzt wurde das Vorhaben mit Mitteln des Regionalbudgets der Regionalentwicklung Württembergisches Allgäu und finanziellen Beiträgen der beteiligten Kommunen. Das Förderprogramm wird aus Mitteln des baden-württembergischen Ministeriums für Ländlichen Raum finanziert.
Bei der offiziellen Übergabe waren Vertreter der beteiligten Gemeinden, Ortschaftsräte aus Karsee und Leupolz sowie Bernd Kaufmann von der Regionalentwicklung Württembergisches Allgäu anwesend.
Kißleggs Bürgermeister Dieter Krattenmacher hob die Bedeutung der Förderung hervor. Nach seinen Angaben sei das Echo auf das Angebot in Kißlegg bereits sehr positiv. Karsees Ortsvorsteher Christoph Bahr betonte, dass es nun darauf ankomme, die Mitfahrbänkle bei den Menschen bekannter zu machen.
Erste Erfahrungen gibt es bereits: Ein Einwohner aus Leupolz berichtete Ortsvorsteher Josef Müller von einem Selbstversuch, bei dem er nach eigenen Angaben schon nach einer Minute mitgenommen wurde. Ob das immer so schnell funktioniert, bleibt offen. Laut der Stadt haben sich jedoch bereits zahlreiche Menschen bereit erklärt, wartende Personen mitzunehmen.
Am Mitfahrbänkle beim Kiene Stadel in Leupolz soll künftig außerdem eine Plakette auf die Förderung hinweisen.
(Quelle: Stadt Wangen)