Seit mehr als 50 Jahren prägt Peter Hurter den Karatesport in Wangen und darüber hinaus. Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt der 71-Jährige nun die Landesehrennadel Baden-Württembergs.
Die Auszeichnung überreichte Oberbürgermeister Michael Lang überraschend bei der Hauptversammlung des Karatevereins Taku Ku Kan. In seiner Würdigung hob Lang das jahrzehntelange Engagement des Trainers, Schiedsrichters und Vereinsgründers hervor. Besonders betonte er, dass Hurter nicht nur den Sport, sondern auch die Philosophie des Karate vermittelt.
Vom Jugendzentrum zum Karate-Meister
Peter Hurters Weg im Karatesport begann im Mai 1973. Damals schloss er sich mit Gleichgesinnten im Wangener Jugendzentrum „Tonne“ zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Trainiert wurde anfangs auf Wiesen oder in Klassenzimmern, deren Möbel zuvor zur Seite geräumt werden mussten.
Ende der 1970er-Jahre entstand daraus der eingetragene Verein „Butoku Kai“. Hurter, in der Karateszene als „Bebbo“ bekannt, übernahm Verantwortung als Vorstand und entwickelte sich auch sportlich weiter. 1983 bestand er vor dem Bundestrainer die Prüfung zum 1. Dan, dem ersten Meistergrad.
Rund 18 Jahre lang trat Hurter in der Landesliga Baden-Württemberg und bei zahlreichen Turnieren an. Seit 1993 engagiert er sich im Deutschen Japan Karate Bund (DJKB), unter anderem als Bundeskampfrichter.
Eigener Karateverein mit 150 Mitgliedern
2005 gründete Hurter gemeinsam mit einigen Mitstreitern den Karateverein Taku Ku Kan. Heute zählt der Verein rund 150 Mitglieder und bietet Training für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen an.
Da sämtliche Trainer ehrenamtlich arbeiten, können die Mitgliedsbeiträge niedrig gehalten werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Kinder- und Jugendarbeit. Neben sportlichen Techniken vermittelt der Verein auch die Werte und die Philosophie des traditionellen japanischen Karate.
Hurter selbst hat bereits mehr als 15 Karateka zum Dan-Grad geführt. Auch seine Nachwuchswettkämpfer erzielten zahlreiche Meistertitel und weitere gute Platzierungen.
Karate ist mehr als nur Sport
Für den 71-Jährigen ist Karate längst zur Lebensphilosophie geworden. „Je länger ich Karate betreibe, desto mehr erschließt sich die Kunst und Philosophie für mich“, beschreibt er seine Haltung.
Der Begriff „Karate-Do“ bedeutet übersetzt „der Weg der leeren Hand“. Dahinter steht neben der waffenlosen Kampfkunst auch ein ethischer Anspruch: Karateka sollen lernen, negative Gedanken und Gefühle abzulegen, um angemessen handeln zu können.
Auch über Wangen hinaus hat sich Hurter einen Namen gemacht. Als Mitorganisator von vier großen „Kata-Spezial“-Veranstaltungen mit jeweils rund 1.000 Teilnehmern trug er dazu bei, Wangen in der bundesweiten Karateszene bekannt zu machen.
Mit der Landesehrennadel Baden-Württemberg wird nun sein jahrzehntelanger ehrenamtlicher Einsatz für den Karatesport und die Nachwuchsförderung gewürdigt.
(Quelle: Stadt Wangen)