Sportjugend ehrt Engagement: Zwei „VORBILDER des Jahres“ kommen aus Ravensburg

Sportjugend ehrt Engagement: Zwei „VORBILDER des Jahres“ kommen aus Ravensburg
Der Jugend den Sport näherbringen: Dafür setzten sich zwei Ravensburger Sportler mit ganzem Herzen ein und erhalten hierfür nun eine begehrte Auszeichnung. (Archivbild: Achim Gehrig)

Die Gewinner des landesweiten Ehrenamtwettbewerbs stehen fest: Die Württembergische Sportjugend (WSJ) zeichnet Jugendmitarbeiter aus Sportvereinen im ganzen Bundesland aus. Dieses Jahr werden zwei Ravensburger prämiert.

Sie alle eint eine Sache: Das außerordentliche Engagement für Kinder und Jugendliche in den Sportvereinen. Am 16. April findet in Stuttgart nun bereits zum 18. Mal die Preisvergabe der zehn „VORBILDER“ statt. Dabei erhalten die zehn Gewinner jeweils eine „VICTOR“- Trophäe sowie einen Geldpreis in Höhe von 1.000 Euro.

Gewinner setzten sich gegen 247 „Konkurrenten“ durch

Bis zum Bewerbungsschluss Mitte Januar erhielt die WSJ insgesamt 257 Bewerbungen, aus denen die Jury die zehn Gewinner ausgewählt hat. Der Jury gehörten an: Baden-Württembergs Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Theresa Schopper, Volleyball-Rekordnationalspielerin Renate Riek-Bauer, die Sportjournalistin Elke Rutschmann, die WSJ-Vorsitzende Anne Köhler, Baden-Württembergs Minister für Soziales, Gesundheit und Integration, Manfred Lucha, Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg sowie der Präsident der Deutschen Eislauf-Union, Andreas Wagner.

„Wir möchten, dass sich auch künftig Menschen gerne im Verein für den Nachwuchs einsetzen.“

Die WSJ versucht, günstige Rahmenbedingungen für das Ehrenamt zu schaffen. Dazu gehören auch die Anerkennung, Würdigung und Belohnung von freiwilliger, unentgeltlicher Mitarbeit im Verein. „Genau das wollen wir mit unserem Ehrenamts-Wettbewerb VORBILDER des Jahres bezwecken“, so WSJ-Vorsitzende Anne Köhler.

Mit in die Entscheidung der Jury fließen unter anderem Faktoren wie die Dauer des Ehrenamts, das Alter, die Größe und Intensität der übernommenen Verantwortung und die Vielfältigkeit der Arbeit. „Am Ende kommt es aber nicht auf die einzelnen Aspekte an, sondern um den Mix“, erklärt Bernd Schäfer, Referent der Württembergischen Sportjugend. Dieses Mal dürfen sich gleich zwei sportbegeisterte Ehrenamtler aus Ravensburg über die Auszeichnung freuen. Dass mehrere Gewinner aus ein und derselben der Region kommen, ist ein Novum in der Geschichte des Wettbewerbs!

Radfahrerin Sarah Rudolfs darf sich über die Auszeichnung freuen

Das Besondere am Wettbewerb ist, dass man sich als möglicher Kandidat nicht selbst bewerben kann. Das muss immer ein sogenannter „Pate“ machen. Im Falle der Ravensburgerin Sarah Rudolfs hat Vereinskollegin Alina Arndt das übernommen und beschlossen, die 28-Jährige für den Preis vorzuschlagen. „Ich habe letztes Jahr zusammen mit unserem Vereinsvorstand Franz Ruderer entschieden, dass Sarah diese Auszeichnung verdient hätte und wir sie gerne dafür bewerben würden.“ Das haben sie getan – mit Erfolg.

Das Radeln liegt der jungen Frau im Blut, genauso das ehrenamtliche arbeiten.
Das Radeln liegt der jungen Frau im Blut, genauso das ehrenamtliche arbeiten. (Bild: Franz Ruderer)

Bereits seit 2006 ist Sarah Rudolfs im Radfahrverein aktiv und unterstützt die Mannschaft mit ihrem Können auf dem Einrad. „Sie war also schon immer in sportlicher Hinsicht ein Vorbild für mich.“, erzählt Alina. „Umso glücklicher war ich dann, dass Sarah meine ersten Mannschaftstrainerin geworden ist und uns zu den ersten Wettkämpfen begleitet hat. Zu diesem Zeitpunkt war sie 16 Jahre alt. Mittlerweile starten wir gemeinsam in einem Team bei Wettkämpfen, aber Sarah trainiert weiterhin die Schüler- und Juniorenmannschaften in unserem Verein.“

Schon früh war die Sportlerin in die Vereinsorganisation eingebunden, zuerst in der Jugendleitung, dann als Abteilungsleiterin für Kunst- und Einradfahren und jetzt als stellvertretende Vorsitzende des Radfahrervereins. Dabei kümmert sie sich unter anderem um die Meldungen zu Wettkämpfen, Organisation von Showauftritten, Heimwettkämpfen oder anderen Veranstaltungen und nimmt an verschiedenen Sitzungen teil.

Benedikt Kolb leistet ehrenamtliches Engagement weit über das normale Maß hinaus

Auch der 35 Jahre alte Benedikt Kolb ist ein „VORBILD des Jahres 2023“. Sein außergewöhnliches, ehrenamtliches Engagement kommt den Kindern und Jugendlichen im deutschen Alpenverein zu Gute. Der Ehrenamtler packt an, wenn er gebraucht wird, treibt Projekte an, begeistert junge Menschen für die freiwillige Arbeit und vor allem für den Bergsport. Das gehört ausgezeichnet, beschloss Vereinskollegin Verena Tremmel wohl und bewarb den „Mann der Tat“ kurzerhand für den die Auszeichnung.

Seine ehrenamtliche Arbeit ist preiswürdig – das sagt nicht nur Vereinskollegin Verena Tremmel, sondern auch die Jury.
Seine ehrenamtliche Arbeit ist preiswürdig – das sagt nicht nur Vereinskollegin Verena Tremmel, sondern auch die Jury. (Bild: privat)

Neben dem wöchentlichen Training führt der Ravensburger etliche Wochenend- und Wochenfreizeiten durch. Auch in Jugendaktionen mit sozialem oder Naturschutz-Charakter wie Umweltbaustellen oder den Wegebau steckt er sein Herzblut. „Benedikt Kolb ist eine unersetzbare Stütze des Vereins, auf die man sich immer verlassen kann“, heißt es. Gerade in der Jugendarbeit sind seine Leistungen besonders hervorzuheben. Benedikt wirkte an der Neufassung der Sektionsjugendordnung mit und ist Mitorganisator verschiedener Vereinsveranstaltungen. Darüber hinaus ist er Mitglied im Lenkungsausschuss des Neubaus, welcher für die Weiterentwicklung und Instandhaltung der Immobilien verantwortlich ist.

Als Mitglied der Projektgruppe „Sektionsübergreifende Veranstaltungen“ organisiert er jedes Jahr mehrere Veranstaltungen für junge Menschen mit dem Ziel, gemeinsam Bergsport in Spiel und Spaß erleben zu können. Dabei verliert er nie die gesellschaftlichen Werte aus den Augen – ein waschechtes Vorbild eben.

Wettbewerb wird vom Sparkassenverband gefördert

Seit der Premiere des Wettbewerbs im Jahr 2006 wird die WSJ vom Sparkassenverband Baden-Württemberg unterstützt. „Die Initiative VORBILDER des Jahres der Württembergischen Sportjugend unterstützen wir gerne, denn sie lenkt den Blick auf unzählige Ehrenamtliche, die sich mit unermesslichem Einsatz Woche für Woche für die Vereinsarbeit engagieren“, erläutert Sparkassenverbands-Präsident Peter Schneider die Gründe für das Engagement und ergänzt: „Uns liegt sehr daran, dass wir lebendige Vereine haben, gerade auch im Sport, und damit den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken.“

Die zehn VORBILDER des Jahres 2023 sind:

  • Wolfgang Franz vom Polizeisportverein Stuttgart
  • Olaf Hebel vom Turn- und Sportverein Karlsruhe-Rintheim
  • Tanja Hölzle vom Möttlinger-Unterhaugstetter Tischtennisverein
  • Annika Huynh von der Turngemeinde Trossingen
  • Benedikt Kolb von der Sektion Ravensburg des Deutschen Alpenvereins
  • Sarah Rudolf vom Radfahrer-Verein Ravensburg
  • Manuel Stokinger von der Fliegergruppe Hülben
  • Silke Walz vom Turnverein Schützingen
  • Alexander Ziegler von den Schachfreunden Spraitbach

Wir gratulieren ganz herzlich zu dieser ganz besonders wichtigen Auszeichnung!

(Quelle: Württembergische Sportjugend im WLSB e. V., Alina Arndt)