Schloss Achberg stellt Pionierinnen der Malerei zwischen Neckar und Bodensee vor

Schloss Achberg stellt Pionierinnen der Malerei zwischen Neckar und Bodensee vor
Die Schau macht den starken Beitrag von Künstlerinnen zum Schwäbischen Impressionismus sichtbar. (Bild: Landkreis Ravensburg)

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Seit dem 13. April ist die große Sommerausstellung „Schwäbische Impressionistinnen. Malerinnen zwischen Neckar und Bodensee (1895–1925)“ auf Schloss Achberg eröffnet.

Die Schau macht den starken Beitrag von Künstlerinnen zum Schwäbischen Impressionismus sichtbar. Präsentiert werden mehr als 100 Werke von 14 Malerinnen. Einige sind heute bekannt, andere fast vergessen, manche rückten schon zu Lebzeiten nicht ins Licht der Öffentlichkeit. Zu Unrecht, wie die Ausstellung zeigt. Die Qualität der Werke ist augenscheinlich. Aber die Künstlerinnen standen im Schatten ihrer männlichen Kollegen, insbesondere der Gründergeneration des Schwäbischen Impressionismus.

Ihr Studium absolvierten sie in den sogenannten „Damenklassen“ der Königlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart. Zum allgemeinen Unterricht waren sie noch nicht zugelassen; sie mussten Privatunterricht nehmen und dafür bezahlen. Die Künstlerinnen waren auf Selbstorganisation angewiesen. Unterstützung erhielten sie von dem 1893 gegründeten württembergischen Malerinnen-Verein. Dieser sorgte für mehr gesellschaftliche Anerkennung und wachsendes Selbstbewusstsein der Malerinnen. Ebenso fungierte der Verein als Ausbildungs-, Atelier- und Vernetzungsort.

Die Schwäbischen Impressionistinnen schufen Stillleben, Landschaften, Porträts sowie Darstellungen von Frauen, Kindern und älteren Menschen. Diese waren in der öffentlichen Wahrnehmung weniger geschätzt. Die Bewertung der Bildthemen nach gesellschaftlich privaten (weiblichen) und öffentlichen (männlichen) Bereichen erlebten sie als eine Art gläserne Wand, die kaum zu durchbrechen war.

Die älteren Malerrinnen kamen aus dem Realismus. Sie bezogen ab Mitte der 1890er Jahre Lichteffekte in ihre Bilder ein und brachten die Farben dickflüssiger auf. Damit durchbrachen sie die dunkeltonige Tradition der akademischen Malerei. Die jüngeren Künstlerinnen begannen ihr eigenständiges Schaffen direkt in der helleren Farbpalette des Impressionismus. Bei den meisten Künstlerinnen dauerte die impressionistische Schaffensphase zehn bis fünfzehn Jahre, anschließend griffen sie Einflüsse anderer Stilrichtungen auf. Die meisten setzten ihre Malweise mit der Farbkraft des Expressionismus fort. Alle sahen sich Neuerungen gegenüber. Im Unterschied zu den „Vätern“ des Schwäbischen Impressionismus mussten sie ihren Platz in rasch aufeinander folgenden Modernisierungsschüben finden.

Die von Dr. Uwe Degreif kuratierte Ausstellung stellt Werke und Biografien von Anna Peters,

Pietronella Peters, Paula von Waechter, Sally Wiest, Anna Huber, Käte Schaller-Härlin, Maria Caspar-Filser, Johanna Dann, Helene Wagner, Maria Hiller-Foell, Emma Joos, Anna Eichler-Sellin, Marie Sieger und Luise Deicher vor. Zur Ausstellung erscheinen ein sorgfältig editierter Katalog und ein kostenfreies Mitmachheft für Kinder und Familien. Zudem wird ein abwechslungsreiches Begleitprogramm angeboten, zu finden unter www.schloss-achberg.de.

(Pressemitteilung: Landkreis Ravensburg)