Heckenpflanzung bei Bodnegg gegen die Trockenheit

Zusammen mit dem Landschaftserhaltungsverband Ravensburg und den Besitzern wurde zuvor eine bunte Mischung heimischer Sträucher ausgewählt, die gerade für den sehr sonnigen und trockenen Standort geeignet sind. 
Zusammen mit dem Landschaftserhaltungsverband Ravensburg und den Besitzern wurde zuvor eine bunte Mischung heimischer Sträucher ausgewählt, die gerade für den sehr sonnigen und trockenen Standort geeignet sind.  (Bild: Julia Eichler-Raff/ PflanzreWir e.V.)

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Seit dem Samstag vor einer Woche ist die Gemeinde Bodnegg um eine Hecke aus 80 heimischen Wildsträuchern reicher. Fünfzehn ehrenamtliche Helfer um den Ravensburger Verein PflanzreWir e.V. pflanzten an einem Südhang bei Bodnegg eine zweireihige Hecke am Waldrand.

Zusammen mit dem Landschaftserhaltungsverband Ravensburg und den Besitzern wurde zuvor eine bunte Mischung heimischer Sträucher ausgewählt, die gerade für den sehr sonnigen und trockenen Standort geeignet sind. 

An dem Südhang, kann die Sonne den ganzen Tag in das ungeschützte, relativ lichte Laubwäldchen hineinscheinen, was den Boden sehr austrocknet. Ein Anwohner bestätigt das. Viele Bäume wären krank oder würden einfach absterben. Die Hecke soll hier Schatten und Windschutz bieten. Außerdem wird sie Nahrung und Wohnung für viele verschiedene Tiere bieten.

„Man findet ja kaum noch natürlich gewachsene Waldränder, die eigentlich Lebensraum von unzähligen heimischen Tierarten sein sollten. Ein dicht gewachsener Waldrand aus Gehölzen und kleineren Bäumen schützt außerdem auch den Wald dahinter, “ erklärt Wolfgang Raff, Vorstand des Vereins. Und weiter, „manche Insekten oder Vögel sind z.B. auf eine einzige Strauchsorte angewiesen für ihr Überleben. Gibt es diesen Strauch in unserer Landschaft nicht mehr ausreichend, bedeutet das das Ende dieser Art hier bei uns.“

Der Hang ist steil, von stacheligen Brombeerranken durchzogen und landwirtschaftlich nur sehr schwer nutzbar. Obwohl für jeden Setzling  sorgsam ein Giesrand modelliert und auch noch mit Steinen stabilisiert werden muss, sitzen schon nach vier Stunden alle Sträucher an Ort und Stelle. Es herrscht eine fröhliche, ungezwungene Stimmung. Die körperliche Arbeit im Freien, der grandiose Blick zur Alpenkette, das wertschätzende Miteinander und das Gefühl einfach etwas Sinnvolles für die unter Hitze und Trockenheit leidende Natur zu tun, scheint die Pflanzhelfer schlichtweg glücklich zu machen.

„Ich bin jetzt zum dritten Mal dabei, und jede Pflanzung war einfach ein tolles Erlebnis,“ berichtet eine begeisterte Mittfünfzigerin. „Endlich mal mit den eigenen Händen etwas für die Natur tun zu können, das fühlt sich einfach gut an“, sagt lächelnd eine ältere Dame.

Eine junge Familie hat sich spontan zur Teilnahme entschlossen. Sie wollen mit ihrem Kind das nächste Mal gleich wieder dabei sein.

Zur Erholung der großen und kleinen Pflanzer gab es von den Besitzer zwischendurch Tee, Kaffee und Zopfbrot. Zum Schluss wurde noch mit feinem Chilli sin carne, leckeren Kuchen und Kaffee bewirtet. 

 „Wir wollen hier in unserer Region ganz praktisch etwas für die heimische Tier- und Pflanzenwelt tun“ beschreibt Raff die Zielsetzung von PflanzreWir e.V. . Jedes Jahr würden mehrere Hecken, immer wieder Streuobstbäume  oder Laubbäume gepflanzt.  

„Wir vom Verein organisieren die Pflanzungen zusammen mit Unterstützern und den Besitzer.“ Die Pflanzung selbst versteht PflanzreWir e.V. als öffentliche  Aktion, zu der jede/r eingeladen ist. „Gerne pflanzen wir auch mit Schulklassen, anderen Vereinen oder Familien. Jeder ist eingeladen und willkommen.“ 

Die  finanzielle Unterstützung durch die Kreissparkasse Ravensburg und die fachliche Begleitung durch den Landschaftserhaltungsverband Ravensburg seien dabei eine große Hilfe, betont Raff. Es ist immer eine große Freude, wenn Kontakt zu Grundstückseigentümern entsteht, die bereit dafür sind, dass auf Ihrem Grundstück eine naturnahe Pflanzung entsteht, wo man der heimischen Tier- und Pflanzenwelt wieder ein Stück ihres Lebensraumes zurückgeben kann. 

(Pressemitteilung: PflanzreWir e.V.)