Die Integration geflüchteter Menschen ist ein zentrales gesellschaftliches und politisches Anliegen in Deutschland. Der DRK-Kreisverband Ravensburg übernahm seit 2018 im Auftrag der Stadt eine tragende Rolle im Integrationsmanagement. Nach fast sechs Jahren intensiver Arbeit wird die Beratungsstelle für geflüchtete Menschen des DRK nun geschlossen.
Der „Pakt für Integration“ als Basis der Flüchtlingsarbeit
Diese Aufgabe war Teil des „Pakts für Integration“ des Landes Baden-Württemberg. Die Initiative fördert die Zusammenarbeit von Kommunen und freien Trägern, um geflüchtete Menschen zu unterstützen, die langfristig in Deutschland bleiben können. Das DRK-Team stellte ab 2018 wichtige Beratungsangebote bereit und eröffnete 2019 eine zentrale Anlaufstelle in der Kuppelnaustraße, die zu einem festen Bestandteil der Integrationsarbeit wurde.
Über 9900 Beratungsgespräche: Hilfe in allen Lebensbereichen
Die DRK-Fachkräfte führten seit 2018 mehr als 9900 Beratungsgespräche und unterstützten Geflüchtete in vielfältigen Bereichen. Von Aufenthaltsstatus und Familiennachzug bis hin zu Alltagsfragen wie Wohnen, Kinderbetreuung und Spracherwerb – die Aufgaben waren breit gefächert. „Unser Ziel war es, die Menschen fit für das Leben in Deutschland zu machen“, erklärt Marina Wamsler, Leiterin der Beratungsstelle.
Förderung von Eigeninitiative
Die Beratungsstelle setzte auf eine „Komm-Struktur“, die Geflüchtete dazu ermutigte, selbst aktiv zu werden. Mit festen Terminen und einer niederschwelligen Erreichbarkeit schuf das Team eine vertrauensvolle Umgebung. Besonders wertvoll war das Wissen der Fachkräfte im Aufenthalts- und Ausländerrecht, um Geflüchtete durch den oft komplizierten Gesetzesdschungel zu führen.
Herausforderungen in dynamischen Zeiten
Die Arbeit des DRK war geprägt von hoher Flexibilität. „Es war immer viel Anpassung gefragt“, berichtet Dieter Engelhardt, Fachkraft beim Integrationsmanagement. Sei es die Umstellung auf digitale Beratungsformate während der Coronapandemie oder die rapide gestiegene Zahl ukrainischer Geflüchteter ab 2022 – das Team bewältigte jede Herausforderung.
Mehr als Beratung: Projekte zur Förderung der Integration
Neben der Beratungsarbeit koordinierte die Stelle weitere integrationsfördernde Projekte, wie die Ehrenamtskoordination und ein Patenschaftsprojekt für Geflüchtete. Diese Angebote trugen bis 2022 zur langfristigen Eingliederung der Menschen bei.
Der Weg in die Zukunft: Beratung bleibt bestehen
Obwohl sich der DRK-Kreisverband Ravensburg aus dem Integrationsmanagement zurückzieht, bleibt die Beratung für Geflüchtete in der Region bestehen. Ab 2025 übernimmt das Diakonische Werk Oberschwaben Allgäu Bodensee diese Aufgabe mit drei Fachkräften. Der „Pakt für Integration“ sichert auch weiterhin die finanzielle Basis für diese wichtige Arbeit.
Fazit: Ein erfolgreiches Kapitel geht zu Ende
Die Arbeit des DRK-Integrationsmanagements in Ravensburg war ein wesentlicher Beitrag zur Integration geflüchteter Menschen. Die Schließung der Beratungsstelle markiert das Ende eines erfolgreichen Kapitels, doch die Verantwortung für eine gelungene Integration bleibt bestehen – getragen von neuen Akteuren und gemeinsamer gesellschaftlicher Anstrengung.
(Quelle: DRK Kreisverband Ravensburg e.V.)