Oldtimer-Fans feiern bei bestem Sommerwetter im Erwin Hymer Museum

Das Oldtimerfest im Erwin Hymer Museum war ein voller Erfolg.
Das Oldtimerfest im Erwin Hymer Museum war ein voller Erfolg. (Bild: Erwin Hymer Museum)

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Das große Oldtimer-Event „summertime!“ lockte am Wochenende tausende Oldtimer- und Reisefans, Camper und vor allem auch Familien ins Erwin Hymer Museum.

Bereits am Freitag verwandelte sich das großzügige Außengelände des Museums zunehmend in einen historischen Campingplatz. Aus ganz Deutschland und der Schweiz strömten die Teilnehmer mit ihren original erhaltenen oder liebevoll restaurierten Oldtimergespannen nach Bad Waldsee.

Die ausgestellten Oldtimerwohnwagen, -PKW und -Campingbusse bildeten ein breites Spektrum an Fahrzeugen von den 1950er bis zu den 1980er Jahren ab. Der älteste Wohnwagen war ein perfekt restaurierter Hirth Tramp aus dem Jahr 1951, das älteste Reisemobil ein britisch schrulliges Bedford Dormobile von 1958. Dazu gesellten sich unzählige VW T1 und T2, VW Käfer mit passenden Wohnwagen und ein Peugeot J7 Kastenwagen mit originalem Weinsberg-Ausbau, der einst Pumuckl-Autorin Ellis Kaut gehörte und viele mehr. Viele Besucher kamen zudem mit eigenen Oldtimer-PKW, für die auf dem großzügigen Museumsparkplatz ein gesonderter Bereich geschaffen wurde.

Besonders begeistert waren die Besucher von dem vielfältigen Programm. Bereits am Samstagvormittag begann die musikalische Untermalung des Sommerfestes mit der Rockabilly-Band „The Catburys“, die sich die Bühne abwechselnd mit der Sixties-Band „The Blackbyrds“ teilten. Gemeinsam schafften sie es, dass die Tanzfläche durchgehend gefüllt war. Bei der summertime!-night sorgten „Die Maybacher“ aus Ulm bei angenehmen Temperaturen mit Hits der letzten Jahrzehnte für bestes Sommerfeeling und eine ausgedehnte Sommernachts-Party.

Aber auch inhaltlich hatte sich das Museumsteam einiges einfallen lassen. Neben Führungen durch die aktuelle Sonderausstellung „How VanLife started“ nutzen viele Besucher die Gelegenheit zu einer Führung über den historischen Campingplatz. Diese bot besonders spannende Einblicke in die ausgestellten Fahrzeuge und die Aussteller informierten gerne und ausgiebig über Ihre Schätzchen.

Oldtimer-Fans und Schrauber kamen in der Museumswerkstatt voll auf ihre Kosten. Max Ludy, Wegbegleiter von Erwin Hymer und langjähriger Mitarbeiter bei Hymer als Bandmeister, beriet die zahlreichen Interessenten rund um die Restauration der berühmten Eriba-Touring-Wohnwagen. Die Chance, sich Informationen zu den kultigen „Hubdach-Wohnwagen“ aus erster Hand zu holen, wurde ausgiebig genutzt.

Eine Kauf- und Restaurationsberatung zu den beliebten VW-Bussen der Baureihen T3 und T4 stieß unter den vielen Bullifahrern auf großen Zuspruch. Thomas Bendel konnte dabei mit seinen beiden Bussen direkt am Fahrzeug und auf der museumseigenen Hebebühne zeigen, worauf beim Erwerb und der Instandsetzung eines VW-Busses besonders zu achten ist.

Achim Gerstenberg berichtete zahlreichen Zuhörern von den Herausforderungen bei der Restauration seines Ford Taunus Transit Westfalia. Vierzehn Jahre nahm die umfangreiche Instandsetzung dieses Highlights des historischen Campingplatzes in Anspruch.

Allen Reisefans bot sich die Gelegenheit, sich beim Vortrag „TransSahara“ von Erika und Klaus Därr inspirieren zu lassen. Die Pioniere der Globetrotter-Szene und Mitbegründer des Reise Know-How Verlags haben seit ihrer ersten Reise 1968 mehr als 120 Ländern auf allen Kontinenten bereist und zogen das prall gefüllte Museumsauditorium mit ihren Erzählungen in ihren Bann.

Für alle, die noch von der großen oder kleinen Reise bzw. dem eigenen Campingfahrzeug träumen, war der Vortrag „Sehnsucht Vanlife“ von der Instagram Bloggerin Antje Bräunling genau das Richtige. Nach einigen Vorbehalten aufgrund fehlender Schrauberkenntnisse wagte sie vor sieben Jahren den Sprung ins kalte Wasser und legte sich mit Bulli Alfons einen alten VW-Bus zu, in dem sie seither jede freie Minute verbringt. Eine Entscheidung, die ihr Leben verändert und die sie keine Sekunde bereut hat.

Gespannt hören die Besucher einem Vortrag zu.
Gespannt hören die Besucher einem Vortrag zu. (Bild: Erwin Hymer Museum)

Eine buntes Kinderprogramm sorgte zudem bei den vielen anwesenden Familien für Begeisterung. Der erst vor kurzem feierlich eröffnete Kinderspielplatz vor dem Museumsrestaurant Caravano mit einem lebensgroßen Spiel- und Kletterfahrzeug, einer großen Schaukelanlage und einem Karussell stand dabei im Mittelpunkt. Ergänzt wurde dieser von einer großen Hüpfburg und einem vielfältigen Angebot an Spielgeräten und Fahrzeugen, die von der Jugendfeuerwehr Bad Waldsee betreut wurde. Im Museumsfoyer konnten die kleinen Gäste außerdem an einem von der Museumspädagogik betreuten Basteltisch ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Einen letzten Höhepunkt bot am späten Sonntag-Nachmittag die Prämierung des ältesten und des am weitesten angereisten Campingfahrzeuges. So durften Raymond Küster mit seinem Hirth Tramp Baujahr 1951 sowie Dirk Schmidt mit seinem Mostard Yvonne, der eigens aus Berlin angereist war, jeweils Preise entgegennehmen.

Der stellvertretende Museumdirektor Markus Böhm freute sich in seiner Abschlussrede über eine rundum gelungene Veranstaltung: „summertime! ist für das gesamte Museumsteam das Highlight des Jahres. Die grandiose Stimmung unter den unzähligen Besuchern und den Teilnehmern ist wirklich einzigartig. Gerade die herzliche und familiäre Atmosphäre ist es, was neben dem spannenden und abwechslungsreichen Programm die Veranstaltung auszeichnet. Klar ist daher, dass summertime! auch im nächsten Jahr wieder als Höhepunkt des Museums-Sommers fest eingeplant ist.“

(Pressemitteilung: Erwin-Hymer-Museum)